Wie kommt man zu einem Schnäppchenhaus?

Die Preise für Wohneigentum erreichen immer neue Rekordstände. Weil die Einkommen und die Vermögen nicht mit den Preisen mithalten, können sich immer weniger Schweizer den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen. Wer sich die Marktpreise nicht leisten kann, trotzdem unbedingt kaufen will, seine Ansprüche aber kein Bisschen herunterschrauben möchte, dem bleibt nur eine Möglichkeit: Er muss beim Immobilienkauf ein Schnäppchen machen.

Zwangsversteigerungen - des einen Freud des anderen Leid

Dass solche Schnäppchen schwer zu finden sind, liegt in der Natur der Sache. Jeder Verkäufer versucht sein Objekt zum maximal möglichen Preis zu verkaufen. Der Verkäufer unternimmt sämtliche Anstrengungen, um sein Angebot möglichst vielen potentiellen Käufern zu unterbreiten. Und in einem Verkäufermarkt wie heute finden sich häufig mehrere Interessenten, die in einem Bieterkampf die Preise in die Höhe treiben.

 

Hauskauf

Ein Schnäppchenhaus lässt sich nur schwer finden.

Es gibt aber eine Konstellation, wo dem Verkäufer ziemlich egal ist, zu welchem Preis sein Eigentum verkauft wird. Ist ein Verkäufer insolvent und seine Immobilie wird auf gerichtliches Geheiss zwangsversteigert, dann fliessen die Erlöse nicht dem Verkäufer sondern seinen Gläubigern zu. Bei einer gerichtlich angeordneten Grundstücksversteigerung werden manchmal Preise erzielt, die deutlich unter dem Marktniveau liegen. 

 

Es schlägt die Stunde der Glücksritter

Niemand unternimmt dabei grosse Anstrengungen zur Vermarktung der Immobilie, so erfahren häufig nicht alle potentiellen Käufer, dass die Immobilie auf dem Markt ist. Zwar sind die Objekte auf den gängigen Immobilienportalen, in den Amtsblättern und auf den Webseiten der Betreibungsämter zu finden, aber die Informationen dort sind häufig nur spärlich und die Immobilien sind nicht ohne weiteres als Zwangsversteigerungsobjekte erkennbar. Detailliertere Informationen liegen häufig nur physisch bei den Betreibungsämtern auf. Meistens finden nur ein oder zwei Besichtigungstermine zu Bürozeiten statt. Für die Versteigerung muss dann zur rechten Zeit am rechten Ort erschienen und mindestens CHF 100‘000 in Bar oder als unwiderrufliches Zahlungsversprechen einer Bank mitgebracht werden. Vor der Versteigerung via Handheben haben viele Käufer grossen Respekt, denn es geht ohne grosse Bedenkzeit um hohe Beträge und Bieter gegen Bieter.

Manchmal erscheinen so nur wenige ernsthafte Interessenten an den Versteigerungen. Im kleinen Kreis ohne grosse Bieterkonkurrenz entstehen sie dann, die Schnäppchenhäuser. In der Regel wird zwar bei einem Mindestgebot von CHF 0 gestartet, aber die Bank bietet meist, im Bestreben ihre Bilanz schadlos zu halten, bis zu ihren ausstehenden Kreditbetrag mit. Dann aber schlägt die Stunde der Glücksritter mit dem Traum von den eigenen vier Wänden.

Werfen Sie also statt auf die gängigen Immobilienportale doch zusätzlich auch noch einen Blick in die Immobilien-Vitrine ihres lokalen Betreibungsamtes. Ob sie nun via Zwangsversteigerung oder doch auf dem konventionellen Weg Ihre Traumimmobilie finden - wir begleiten Sie gerne durch den gesamten Prozess des Immobilienkaufs.

 

 

 

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Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.