My home, my castle - my power plant?

Auf Schweizer Dächern werden immer mehr Photovoltaik-Anlagen installiert. Im Jahr 2020, welches von der Corona-Pandemie geprägt ist, hat sich dieser Trend noch einmal beschleunigt. Hausbesitzer engagieren sich damit aktiv für die Umwelt, machen sich unabhängig von Energielieferanten und sparen Stromkosten.

Photovoltaik-Anlagen boomen

Im Coronajahr 2020 hat sich dieser Trend sogar noch einmal beschleunigt. Mit rund 450 Megawatt wurden in der Schweiz über 30% mehr Kapazitäten neu installiert als im Vorjahr. Diese neuen Solarkraftwerke bedecken eine Fläche von rund 2.7 Mio. m² oder 420 Fussballfeldern. Mehr als ein Fussballfeld dieser meist siliziumhaltigen Panels kommt also pro Tag in der Schweiz auf die Dächer. Der Gesamtleistung aller stromerzeugenden Solaranlagen ist 2020 damit um rund 18% angestiegen. Mit ihnen werden rund 4% des Schweizer Stromverbrauchs produziert.

2019 entstanden über 10‘000 dieser Anlagen auf Einfamilienhausdächern und fast 2‘000 auf Dächern von Mehrfamilienhäusern. Knapp 30% der installierten Leistung entstand auf EFH, 12% auf MFH. Damit leistet der Wohngebäudepark einen über 40% Anteil am Zuwachs der Produktion von Solarstrom. 

 

Wenn Sonnenstrahlen auf die Solarpanels treffen, werden sie durch die Solarzellen direkt in Gleichstrom umgewandelt.

Wenn Sonnenstrahlen auf die Solarpanels treffen, werden sie durch die Solarzellen direkt in Gleichstrom umgewandelt.

Trendberuf Kraftwerkwärter

Dass immer mehr Hausbesitzer nebenberuflich auch noch ein Kraftwerk betreiben, hat verschiedene Gründe. Neben dem gesteigerten Bewusstsein für Umwelt- und Klimaanliegen, veranlassen manchen auch ganz handfeste finanzielle Überlegungen zum neuen Trendberuf Kraftwerkwärter. So sind die Preise für Photovoltaikanlagen in den letzten 15 Jahren um über 80% gefallen. Sie fallen nun zwar immer noch jedes Jahr etwas, haben sich mittlerweile aber auf einem relativ stabilen Niveau festgesetzt. Bei einem EFH mit 80m² Dachfläche kostet heute ein montierter m², inkl. aller Anlagen und Anschlüsse nur noch rund CHF 250. Total kostet das Heimkraftwerk fürs EFH also etwa CHF 20‘000. Diese Summe muss der Energieproduzent in spe aber nicht gänzlich aus der eigenen Tasche berappen. Denn mehr als 20% der Kosten vergütet der Staat durch ein Förderprogramm. Hinzu kommen Steuereinsparungen, weil die Kosten für die Erstellung der Anlage beim Fiskus abzugsfähig sind. Zusätzlich wird, einmal installiert, jahrzehntelang weniger teurer Strom vom Elektrizitätswerk bezogen und überschüssige Energie zum Einspeisetarif ins Netz abgegeben werden.

Je nach Eignung des Daches kann so eine durchaus ansprechende Rendite auf das investierte Kapital von mehreren Prozent herausschauen. In Negativzinsumfeld auch für rational kalkulierende Investoren durchaus eine interessante Option – mit der man ausserdem noch etwas für die Umwelt tut.

 

Das Bundesamt für Energie stellt ein Tool zur Verfügungen, welches mit wenigen Klicks die Eignungen des eigenen Hauses für eine Photovoltaikanlage ermittelt. Renditeberechnung inklusive. Falls sich Ihr Objekt eignet, hilft Ihnen Ihr persönlicher Raiffeisen Kundenberater gerne bei allfälligen Finanzierungsfragen. Nehmen Sie jetzt mit Ihrem Kundenberater Kontakt auf.

 

Fragen Sie den Chefökonom

Ihr Formular ist bei uns angekommen. Vielen Dank!

Die Verarbeitung des Formulars ist fehlgeschlagen. Bitte versuchen Sie zu einem späteren Zeitpunkt nocheinmal, das Formular abzuschicken.

Ihr Formular ist bei uns angekommen. Vielen Dank! Jedoch konnte leider die Empfangsbestätigung an Ihre Email-Adresse {0} aufgrund eines technischen Fehlers nicht versandt werden.

 

 

Über den Autor

Francis Schwartz

Francis Schwartz

Francis Schwartz ist Immobilienmarktexperte bei Raiffeisen Schweiz. Er ist seit 2018 im Economic Research tätig und analysiert im Team von Chefökonom Martin Neff Entwicklungen und Trends im Schweizer Immobilienmarkt. Schwartz studierte an der Universität Zürich und war vor seiner Tätigkeit bei Raiffeisen für die Graubündner Kantonalbank in Chur und am Swiss Real Estate Institut der Hochschule für Wirtschaft in Zürich tätig.