Wieviel vom Einkommen geht fürs Wohnen drauf?

Eine allseits bekannte «Goldenen Regel» rät, dass die Wohnkosten nicht mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen sollten. Der Durchschnittsschweizer erfüllt diese Regel problemlos, denn er gibt gerade einmal 14.7% seines Haushaltseinkommens fürs Wohnen aus. Doch ein Blick hinter die nackten Durchschnittswerte deckt teilweise beträchtliche Unterschiede auf. Erfahren Sie mehr darüber in der Wohnfrage November.

Die «Goldene Regel»

Eine allseits bekannte «Goldenen Regel» rät, dass die Wohnkosten nicht mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen sollten. Wer diese Vorgabe einhält kann sich seine Wohnung guten Gewissens leisten. Der Durchschnittsschweizer erfüllt diese Regel problemlos. Gerade einmal 14.7% ihres Haushaltseinkommens geben Herr und Frau Schweizer fürs Wohnen aus. Mieterhaushalte wenden dabei mit 18.6% einen deutlich grösseren Anteil ihres Einkommens für ihre Wohnungen auf als Eigentümer (10.2%). Zum einen erzielen Eigentümerhaushalte im Schnitt höhere Einkommen und zum anderen schlagen die rekordtiefen Hypothekarzinsen der letzten Jahre vorteilhaft in der Rechnung der Eigentümer zu Buche.

Herr und Frau Schweizer geben rund 14.7% ihres Haushaltseinkommens fürs Wohnen aus.

Herr und Frau Schweizer geben rund 14.7% ihres Haushaltseinkommens fürs Wohnen aus.

Ein Blick hinter die Durchschnittswerte lohnt sich

Der Blick auf diese nackten Durchschnittswerte verdeckt aber die teilweise beträchtlichen Unterschiede, je nach Einkommenssituation, Haushaltsgrösse und Wohnort eines Haushalts.

Mit zunehmendem Haushaltseinkommen nimmt der Anteil der Wohnkosten am Einkommen ab. Das einkommensstärkste Fünftel gibt gerade einmal 10% des Einkommens für die eigene Wohnung aus. Das einkommensschwächste Fünftel der Haushalte muss dagegen mit 32.2% fast ein Drittel des Einkommens für die Wohnkosten aufwenden. Bei den einkommensschwächsten 20% der Mieterhaushalte liegt die Belastung sogar bei 36.3% und damit über der Vorgabe der «Goldenen Regel». Vom ohnehin schon tiefen Einkommen geht also ein viel grösserer Teil an die Wohnung als bei den Besserverdienenden.

Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto kleiner ist der Anteil der Wohnkosten an seinem Einkommen. So geben Familien mit Kindern mit 12.5% am wenigsten für die Wohnung aus. Grund dafür sind häufig doppelte Einkommen und erhaltene Kinderzulagen. Einpersonenhaushalte mit unter 65-jährigen Bewohnern geben mit 18.7% eineinhalb Mal so viel aus wie die Familien mit Kindern. Am höchsten ist die Belastung bei Rentnern in Einpersonenhaushalten, sie geben 23.2% des Einkommens fürs Wohnen aus. Die Ursache für den markanten Unterschied zu den jüngeren Einpersonenhaushalten ist das meist tiefere Einkommen, welches nach der Pensionierung erzielt wird.

Verhältnismässig am günstigsten lebt es sich in der Nordwestschweiz, der Wohnkostenanteil am Einkommen beträgt hier 13.9%. Zürcher hingegen müssen mit 15.7% ihres Einkommens am meisten für ihre Wohnung berappen. Die vergleichsweise hohen Zürcher Einkommen können die teuren Immobilienpreise und Mieten also nicht vollständig kompensieren.

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Über den Autor

Francis Schwartz

Francis Schwartz

Francis Schwartz ist Immobilienmarktexperte bei Raiffeisen Schweiz. Er ist seit 2018 im Economic Research tätig und analysiert im Team von Chefökonom Martin Neff Entwicklungen und Trends im Schweizer Immobilienmarkt. Schwartz studierte an der Universität Zürich und war vor seiner Tätigkeit bei Raiffeisen für die Graubündner Kantonalbank in Chur und am Swiss Real Estate Institut der Hochschule für Wirtschaft in Zürich tätig.