Wie viele Häuser gibt es und was sind sie wert?

Reist man durch die Schweiz, wird man mancherorts das Gefühl nicht los, dass die Landschaft bereits stark verbaut ist - mit steigender Tendenz. Stichwort: Zersiedelung. Ein Blick auf die nationalen Zahlen zum Immobilienmarkt liefert in diesem Zusammenhang interessante Erkenntnisse. Erfahren Sie mehr darüber in der Wohnfrage September.

Der Schweizer Gebäudepark

Im Jahr 2017 waren mit 232‘038 Hektaren etwa 5.6% der gesamt Landesfläche als Bauzonen eingeteilt und somit bebaubar. Über 80% dieser Bauzonen sind bereits überbaut. Der schweizerische Gebäudepark umfasst rund 2,75 Millionen Gebäude, wovon etwa 1 Million Einfamilienhäuser sind. Für jeweils 3 Personen steht also irgendwo in der Schweiz eine Immobilie. Zwischen 2011 und 2017 hat der Gesamtbestand um etwa 90‘000 neue Gebäude zugelegt. Der gesamte Gebäudepark stellt total rund 1,05 Milliarden nutzbare Quadratmeter Geschossfläche zur Verfügung. Rund zwei Drittel dieser Flächen entfallen auf Wohngebäude, wovon wiederum zwei Drittel in Mehrfamilienhäuser liegen. Insgesamt stehen der Schweizer Bevölkerung rund 4.5 Millionen Wohneinheiten zur Verfügung. Allein in den letzten 20 Jahren sind fast 1 Million neue Wohnungen hinzugekommen.

Dieser Gebäudepark hat einen immensen Wert. Der versicherte Erstellungswert aller Schweizer Gebäude liegt bei ca. 2,8 Billionen Franken. Hierbei wird der Landwert als wichtige preistreibende Komponente aber vernachlässigt. Wird dieser miteinbezogen, liegt der Marktwert aller Schweizer Immobilien bei rund 3,6 Billionen Franken. Eine ansehnliche Summe. Sie entspricht mehr als dem Fünffachen des Schweizer BIPs.

 
 
Gebäudepark

Der schweizerische Gebäudepark umfasst rund 2,75 Millionen Gebäude.

 
 

Und wem gehören sie?

Laut SNB sind rund 44% der gesamten Vermögenswerte aller Schweizer Haushalte in Immobilien investiert. Rund 57% aller Wohnungen – Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Mietwohnungen zusammen – gehören folglich Privatpersonen. Selbst wenn man nur Mietwohnungen betrachtet, liegt noch immer knapp die Hälfte der vermieteten Objekte in der Hand von Privathaushalten. Viele Schweizer nutzen also nach wie vor die durchaus interessanten Renditechancen von Wohnimmobilien. Der durch Anlagenotstand getriebene Wohnungsbauboom der letzten Jahre hat das Verhältnis aber deutlich zu Gunsten professioneller und vor allem institutioneller Investoren verschoben. Hohe Preise, das anhaltend tiefe Zinsumfeld und die weiterhin rege Bautätigkeit dürften die Anteile der Privathaushalte am Gebäudepark weiter schrumpfen lassen.

 

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Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Über den Autor

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.