Wo findet man noch bezahlbares Bauland?

Träumen auch Sie von einem eigenen Einfamilienhaus und haben eine klare Vorstellung von Ihrem Traumhaus wie auch der Umgebung? Die Suche nach freien Baulandparzellen ist eine grosse Herausforderung und oftmals müssen Kompromisse gemacht werden.

Das Einfamilienhaus ist für viele Schweizer Haushalte nach wie vor der grosse Traum. Damit das Haus auch genau den eigenen Wünschen entspricht, möchten viele am liebsten gleich selbst bauen, um möglichst viel mitgestalten zu können. Wer sich nun aber auf die Suche nach freien Baulandparzellen macht, wird rasch feststellen, dass diese heute sehr schwer zu finden sind. Und was selten und gleichzeitig gefragt ist, kostet bekanntlich viel.

 

Freies Bauland wird in der Schweiz immer knapper

Tatsächlich ist bebaubarer Boden in der Schweiz ein sehr knappes Gut. Schweizweit sind insgesamt nur rund 5,6 % der Landesfläche (232'000 Hektaren) als Bauzonen eingeteilt. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2017 waren davon noch rund 17 % unbebaut. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Regionen. Während in den Grosszentren auf weniger als 10 % der Bauzonen noch kein Gebäude steht, steigt der Anteil in touristischen Gemeinden auf fast 25 %. Unbebautes Bauland ist offensichtlich vor allem dort knapp, wo es eigentlich am dringendsten benötigt wird.

 

Freies Bauland wird immer mehr zu einem knappen Gut.

Freies Bauland wird immer mehr zu einem knappen Gut.

Da unüberbautes Bauland nicht automatisch auch verfügbares Bauland ist, sind tatsächlich erwerbbare Flächen noch viel seltener. So wurden innerhalb der letzten 12 Monate schweizweit nur rund 4'400 Parzellen für sämtliche Nutzungsarten auf den einschlägigen Onlineportalen neu ausgeschrieben. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wurden etwa 10’000 Einfamilienhäuser und fast 20'000 Eigentumswohnungen neu inseriert. Rund 40 % der neuen Baulandinserate stammen dabei aus dem Tessin und dem Wallis. In den bevölkerungsreichsten Kantonen Zürich und Bern wurden hingegen nur 237 bzw. 324 Inserate neu geschaltet. Diese Zahlen zeugen nicht nur von der aktuellen Knappheit, sie zeigen auch, dass Bauland schnell immer knapper wird. Zwischen 2016 und heute hat sich die Zahl neu inserierter Wohnbaulandparzellen um ca. 60 % reduziert. Damit einhergehend haben sich die Angebotspreise in vielen Gemeinden stark erhöht: In den letzten fünf Jahren ist in urbanen Gemeinden Bauland um 50 % und in den Zentren sogar um 70 % teurer geworden. An dieser rasanten Entwicklung dürfte sich auch in den kommenden Jahren wenig ändern. Bauland ist im herrschenden Tiefzinsumfeld stark gefragt und das zur Verfügung stehende Angebot kann aus regulatorischen Gründen nicht einfach nach Belieben erhöht werden.

 

Kompromisse helfen beim Suchen von Bauland

Wer sich heute noch den Traum vom selbstgebauten Einfamilienhaus erfüllen möchte, braucht neben einer hohen Zahlungsbereitschaft auch eine grosse Portion Glück. Dass eine Parzelle in der Wunschgemeinde zum passenden Zeitpunkt auf den Markt kommt, ist derzeit eher unwahrscheinlich. Die Alternative ist – wie immer am Immobilienmarkt – auch weniger beliebte Orte in seinen Suchradius aufzunehmen. In vielen ländlichen und touristischen Gemeinden strukturell schwächerer Regionen steht nach wie vor viel und teilweise sehr günstiges Bauland zur Verfügung. Wer wirklich kompromissbereit ist, findet auch im aktuellen Marktumfeld eine passende Parzelle für sein Traumhaus.

 

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Über den Autor

Michel Fleury

Michel Fleury

Michel Fleury ist seit 2019 als Immobilienmarktanalyst im Economic Research von Raiffeisen Schweiz tätig. Dabei analysiert er täglich die Struktur und die Entwicklung des schweizerischen Immobilienmarktes. Michel Fleury hat an der Universität Zürich studiert und war vor seiner Tätigkeit bei Raiffeisen als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Swiss Real Estate Institut der Hochschule für Wirtschaft in Zürich beschäftigt.