Träumen Sie, wenn Sie ans Wohnen denken?

Ich bin mir fast sicher, dass Sie das zumindest manchmal tun, wenn Sie ans Wohnen denken. Falls nicht, lade ich Sie kurz ein dazu. Schliessen Sie die Augen und führen Sie sich ihre Antworten vor Augen. Wo würden Sie gerne wohnen? Auf dem Land, im Dorf, am Stadtrand, im Zentrum oder in der Agglomeration? Wohin würden sie am Liebsten aus ihrer Wohnung schauen? Auf einen See, einen Fluss, auf Berge, Hügel oder Wälder? Wie würden Sie gerne wohnen? In einem Haus oder in einer Wohnung?

Herr und Frau Schweizer träumen vom eigenen Einfamilienhaus

Ich träumte früher mal von einer riesigen Loft im obersten Stock eines neuen, topmodernen, urbanen Wohnturms mitten im Stadtzentrum, manchmal aber auch von einer grosszügigen Villa auf dem Land mit reichlich Umschwung, einem privaten Wellnessbereich, einem Aussenpool und drei Garagen, natürlich bestückt mit einem ansehnlichen Fuhrpark. Doch beide Wohntypen sprengten bei weitem mein Budget. Nein sagen würden wahrscheinlich wenige unter uns, könnten sie sich eine der beiden luxuriösen Varianten oder ihren spezifischen Wohntraum leisten, am liebsten natürlich noch mit Seesicht. Nur ist das mit der Seesicht halt auch so ein Ding. Fast die Hälfte der Einwohner unseres Landes hätte sie gern, doch so viele Seen hat selbst die Schweiz nicht, um allen diesen Wunsch zu erfüllen. Seinen Wohntraum muss wahrscheinlich fast jeder zwangsläufig den Begebenheiten anpassen und zu Kompromissen bereit sein. Dann halt „nur“ ein bescheidenes Einfamilienhäuschen. 

 

Wohnimmobilientyp "Einfamilienhaus"

Wenn man die Leute nach ihren Wohnpräferenzen fragt, ist das Einfamilienhaus (EFH) immer noch der mit Abstand meistgenannte Wohnimmobilientyp. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache. Mehr als die Hälfte der Gebäude, welche zu Wohnzwecken genutzt werden, sind hierzulande zwar Einfamilienhäuser. Aber nur ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer wohnen in einem EFH. Der Gipfel des Einfamilienhausbooms ist längst überschritten. Der Anteil von EFH am jährlichen Wohnungsbau ist von etwa 30% im Jahre 1999 auf heute noch etwa 15% geschrumpft. Eine Halbierung in knapp 20 Jahren. Der Grund liegt auf der Hand. Der Boden wir immer knapper und daher teurer. Auf eine Wohneinheit umgerechnet ist der Landverbrauch eines Einfamilienhauses aber um ein Mehrfaches höher als der einer Eigentums- oder Mietwohnung. Diese Differenz kann auch die produktivste Bauweise nicht kompensieren. Ökonomisch und ökologisch betrachtet ist ein Einfamilienhaus insofern eine ineffiziente Wohnform, ein Traum ist aber dennoch für viele auch heute noch. Schön, dass Träume zeitlos sind. 

 

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Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.