Von der Wohnung für Ökofreaks zum Baustandard

Als das Minergie-Konzept vor rund 20 Jahren aufkam, galten die Bewohner dieser Wohnform als Ökofreaks. Seitdem hat ein klares Umdenken stattgefunden. Nicht zuletzt haben die Energie- und CO2-Ziele auf Bundesebene sowie die in diesem Zusammenhang stehenden Förderprogramme der Kantone u.a. für Minergie-Bauten den Anteil an Niedrigenergiehäusern am Neubauvolumen ansteigen lassen.

Doch wofür steht Minergie überhaupt?

 Erdhaus

Hauptmerkmale dieses Baustandards bilden die systematische Lufterneuerung sowie eine hochwertige Gebäudehülle, welche im Winter sowie im Sommer eine angenehme Innentemperatur gewährleistet und gleichzeitig die Energiekosten und CO2-Emissionen reduzieren soll. Die Funktionsweise der luftdichten Hülle lässt sich relativ einfach erklären. Wer hat nicht schon einmal seine Füsse oder gar seinen ganzen Körper am Strand im Sand eingebuddelt? Dabei stellt man schnell fest, dass es bereits in geringer Tiefe wesentlich kühler ist als an der Oberfläche. Diese wärmedämmende Eigenschaft zeichnet ein Minergie-Haus aus. 

Kreatives Leben in der Erde

Wie eben in Erinnerung gerufen, scheint die Erde gegen die Einflüsse der Witterung gut gewappnet zu sein. Weshalb also nicht gleich diesen natürlichen Rohstoff beim Bau von Immobilien einsetzen? Bereits die nordamerikanischen Indianer haben die dämmende Wirkung der Erde erkannt und ihre Behausung in der Erde versenkt. In der Schweiz wurde eines der ersten Erdhäuser vom Architekten Peter Vetsch Ende der 70er Jahre für seine Familie erbaut. Wer nun glaubt, die Bewohner von Erdhäuser leben in Höhlen, der irrt. Erdhäuser müssen nicht zwangsläufig unter der Erde gebaut werden, sondern können auch ebenerdig sein. Es sind die Wände und das Dach, welche mehrheitlich aus Erde gebaut werden. Lichtquellen bieten dabei die meist breite Fensterfront und Dachluken. Dennoch werden oft die die vermehrt dunklen Stellen in diesen Häusern bemängelt. Durch die spezielle Bauform, weisen die meisten Erdhäuser gewölbte Formen auf; senkrechte Wände sind eher selten anzutreffen. Dies stellt einerseits eine Herausforderung bei der Inneneinrichtung dar, bietet andererseits aber auch gleichzeitig Raum für Kreativität. Doch weshalb hat sich diese energieeffiziente sowie nachhaltige Bauform nicht flächendeckend durchgesetzt? Neben den erwähnten Besonderheiten, dürfte der Trend hin zu verdichtetem Wohnen eine Ausdehnung verhindern zumal ein Erdhaus in den Zentren kaum umsetzbar ist. So wird das Erdhaus eine Wohnform für Liebhaber und Individualisten bleiben.

 

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   Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.