Wer braucht in der Welt am meisten Platz zum Wohnen?

Welche Nation macht sich am breitesten?

Singlefrau in einem grossen Raum

Schweizer Singles machen sich breit.

Die Antwort auf die Frage dieses Monates ist einfach, weshalb ich Sie auch gleich gebe: Schweizer/-innen lautet sie. Genauer gesagt in der Schweiz lebende Haushalte mit oder ohne Migrationshintergrund. Nirgends sonst auf der Welt beanspruchen Menschen im Durchschnitt mehr Wohnfläche. Singles benötigen natürlich mit Abstand den meisten Platz. Im Schnitt wohnen sie auf etwa 85m2. Haushalte mit 2 oder mehr Personen beanspruchen gerade noch die Hälfte Wohnfläche pro Kopf (42m2). Dass der Wert so absackt, liegt nicht an den Synergien von Nasszellen, Küchen, Sitzplätzen oder Balkonen, deren Flächen in Mehrpersonenhaushalten ja auch von mehr Personen genutzt werden können. Der Grund ist der noch immer hohe und sogar noch leicht zunehmende Flächenanspruch der hiesigen Wohnbevölkerung. Und natürlich die Tatsache, dass es durch die Demographie bedingt immer mehr Einpersonenhaushalte gibt. 

 

Achtung Durchschnitt

Durchschnittsbetrachtungen haben zweifellos Vorteile. Komplexe Mengen lassen sich auf eine Zahl reduzieren, die Extremwerte werden relativiert und das ermöglicht dann Vergleiche, die gerade meine Zunft immer auch immer gern bemüht. Doch Achtung. Durchschnitte unterschlagen viel, nicht immer relevantes, aber manchmal dafür auch lebenswichtiges, etwa, dass man in einem durchschnittlich 20 cm tiefen Gewässer durchaus ertrinken kann. Dass wir hierzulande im Schnitt am meisten Fläche pro Kopf zum Wohnen beanspruchen, ist ein gutes Mass für unseren Wohlstand, aber Hand aufs Herz, wer möchte schon gern Durchschnitt sein? Man misst sich doch lieber an dem, was einem am Nächsten liegt. Sie sind in Zürich zu Hause? Dann vergessen Sie die 40 oder 80 m2 und machen Sie sich mal Gedanken, wie es wäre, auf 1‘200 m2zu wohnen. Denken Sie dabei aber auch an den Preis. 10 – 15 Millionen dürfte der Spass schon kosten, aber darüber lacht Ira Rennert, Eigentümerin des Anwesens Fair Field, in Sagaponack N.Y. mit sage und schreibe 10‘000 m2 Wohnfläche, 29 Schlaf-, 39 Badezimmern, einem 28 Meter langen Esszimmer, drei Schwimmbädern und Umschwung bis zum Abwinken. Nicht auf den Durchschnitt kommt es folglich an, sondern ob man sich an dem messen mag und ob man sich den überhaupt leisten kann. Vergleiche zu ziehen, macht in jedem Fall Sinn, gerade beim Eigentumserwerb. Wir beraten Sie gern.

 

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   Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen

Martin Neff gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.