In welcher Grossstadt gibt's die meisten Einfamilienhäuser?

 

 

Grafik Einfamilienhäuser in Grossstädten

Hüslipest macht vor Grossstäden halt!

Einfamilienhäuser (EFH) und Grossstädte passen zusammen wie die Faust aufs Auge. Denn wo sich die Bevölkerung ballt, wird der Raum knapp. Und knapp bedeutet nun mal teuer.

Da ein Einfamilienhaus in der Regel eine grössere Wohnfläche pro Person bedeutet und meist noch über einen eigenen Garten verfügt, braucht es auch mehr Land pro Person als eine Eigentums- oder Mietwohnung. Drum ist das Einfamilienhaus in den acht Schweizer Grossstädten schlicht und einfach für viele zu teuer. Die Hüslipest, wie sie der berühmt berüchtigte und ebenso wortgewaltige Architekturkritiker Benedikt Loderer einmal bezeichnete, macht vor den Grossstädten halt.

No place for my castle?

Doch gibt es bemerkenswerte Unterschiede. Die urbane Einfamilienhaushochburg der Schweiz ist Lugano, mit einem Anteil von fast 15% EFH am gesamten Wohnungsbestand. In Genf hat es dagegen überhaupt keinen Platz für die sonst so begehrte Wohnform. Der Anteil EFH dort: 0,7% (!).Genf war bekanntlich schon immer ein teures Pflaster und der Wohnungsmarkt ist dort hoch reguliert. Wie in allen Grossstädten schmiegen sich die EFH an die Stadtgrenze in der Agglomeration. Auch da ist aber Lugano Spitzenreiter, gefolgt von Basel. My home is my castle, beliebt der Engländer zu sagen. In der dichtbesiedelten Schweiz würde der wohl sagen: no place for my castle.

 

 

Einfamilienhäuser Anteile 2016

Anteile am Total der Wohneinheiten in Prozent

Monatlich beantwortet...

Martin Neff, der Chefökonom von Raiffeisen, gehört zu den führenden Immobilienexperten in der Schweiz. Auf RaiffeisenCasa beantwortet er monatlich eine Frage rund um den allgemeinen Wohnsinn, die ihm während seinen Marktanalysen begegnen. Er ist seit Anfang 2013 bei Raiffeisen Schweiz. Neff studierte Volkswirtschaft an der Universität Konstanz. Von 1988 bis 1992 arbeitete er beim Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Zürich, bevor er in die CS eintrat, dort das «Schweiz Research» aufbaute und seit 2008 Chefökonom war.

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