Portrait

Geschichtliches

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1944 gründeten 15 Gewerbler die Darlehenskasse Cham nach dem System Raiffeisen.

Der 1818 im deutschen Hamm geborene Friedrich Wilhelm Raiffeisen entwickelte die Idee einer Spar- und Leihkasse mit dem bekannten Genossenschaftscharakter. Mit der Solidarhaftung von mehreren Einlegern konnte der Zinssatz für Kredite auch für kleinbäuerliche Verhältnisse in erträglichem Rahmen angesetzt werden.

Um 1900 erkannte auch Johann E. Traber, ein Dorfpfarrer im thurgauischen Bichelsee, dass mit der Förderung von wirtschaftlich-sozialen Belangen das sittlich-religiöse Leben an Qualität gewinnt. Er gründete die erste Darlehenskasse nach Raiffeisen in der Schweiz.

Schon 1938 erfolgte in Hünenberg eine Kassengründung. Der Initiant, Baptist Etter-Gretener, gehörte auch in Cham, nebst Baumeister Max Schnurrenberger und Josef Huwiler, dem nachmaligen Kassier, zu den Wegbereitern der Darlehenskasse Cham.

Am 16. Dezember 1944 erfolgte die Gründung. Als erster Präsident des Verwaltungsrates wurde der Landwirt Jakob Zimmermann gewählt und den Aufsichtsrat präsidierte Jakob Gärtner vom Teppichhaus. Mit Josef Huwiler, damals noch Schuhmacher, fand die Gruppe einen geeigneten Kassier, der diese Tätigkeit im Nebenamt ausführte.

Bald wurde der Aufwand für die Kassentätigkeiten so umfangreich, dass daneben die Schuhmacherei nicht mehr betrieben werden konnte. Die Darlehenskasse Cham liess die Räume an der Sinserstrasse zur Schalteranlage mit Tresor und Büro umfunktionieren.

An der Generalversammlung zum 25-Jahr-Jubiläum konnte die Raiffeisenbank Cham folgende Zahlenvergleiche präsentieren: Der Mitgliederbestand wuchs von 15 auf nahezu 600, die Bilanzsumme von 87'200 auf 15,5 Mio. Franken, der Umsatz von 661'000 auf 42,4 Mio. Franken und der Reingewinn von den symbolischen anmutenden 29,76 auf 357'000 Franken.

1977 konnte die Bank ihre neuen Räumlichkeiten im heutigen Bankgebäude an der Schulhausstrasse beziehen. Mit der Bilanzsumme von über 190 Mio. Franken schwang sich die Raiffeisenbank Cham 1987 an die Spitze aller damals 1'250 Raiffeisenkassen der Schweiz. 1994 wurde das Bankgebäude umgebaut und die Raumkapazität an das zunehmende Auftragsvolumen angepasst. Seit Ende Oktober 2000 ist die Neugestaltung der Schalterhalle abgeschlossen. Dem Kunden steht ein neuer, offener und moderner Schalter zur Verfügung.

Trotz modernem Management und neustem technischem Material bleibt unser oberstes Prinzip die aufmerksame Betreuung der individuellen Anliegen unserer Kunden.

An der Generalversammlung vom 24. März 2006 stimmten die Genossenschafter der beantragten Geschäftskreiserweiterung um die sechs weiteren Gemeinden Hausen am Albis, Kappel am Albis, Knonau, Mettmenstetten, Maschwanden und Rifferswil im südlichen Knonaueramt zu. Bereits am 1. September 2007 konnte die Geschäftsstelle Mettmenstetten eröffnet werden.

Im Jahr 2012 konnte nach einer nur gerade 9-monatiger Umbauzeit die Geschäftsstelle Mettmenstetten ins Zentrum vorrücken und ihre neuen und grösseren Bankräumlichkeiten an der Bahnhofstrasse 19 eröffnen. Dadurch können die Bewohner im südlichen Knonaueramt noch besser bedient werden.

Ende 2015 wurde in Hausen am Albis eine weitere Geschäftsstelle eröffnet, um die Marktposition im südlichen Knonaueramt, insbesondere auch im «Oberamt», weiter zu festigen und auszubauen.

An den Generalversammlungen vom 18. März 2016 haben die Mitglieder der Raiffeisenbank Cham und der Raiffeisenbank Steinhausen der Fusion der beiden Banken zugestimmt. Der Geschäftskreis wurde durch den Zusammenschluss um die Gemeinde Steinhausen erweitert. Die ehemalige Raiffeisenbank Steinhausen wird als Geschäftsstelle weitergeführt.

Die Bank firmiert neu unter dem Namen Raiffeisenbank Cham-Steinhausen und hat ihren rechtlichen Sitz in Cham. Sie ist mit einer Bilanzsumme von 1.8 Milliarden Franken die grösste Raiffeisenbank im Kanton Zug. Der Mitgliederbestand zählt heute über 13'500 Genossenschafterinnen und Genossenschafter (Stand Ende Juni 2019).