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Abschaffung Eigenmietwert

23.08.2019

Eine Einschätzung unserer Kundinnen und Kunden

 

Im Rahmen der Vernehmlassung des aktuellen Vorentwurfs zur Abschaffung des Eigenmietwerts konnten Parteien und Verbände zur Vorlage Stellung nehmen. Im Zusammenhang mit seiner Bachelorarbeit hat unser Mitarbeiter David Biedermann auch 152 unserer Kundinnen und Kunden befragt, welche ihr Eigentum bei uns finanziert haben.

Falls Sie an der Umfrage teilgenommen haben, nochmals besten Dank für Ihre Unterstützung!

Die Auswertung der Umfrage hat ergeben, dass die zu erwartenden Auswirkungen der Eigenmietwert-abschaffung tendenziell überschätzt werden und stark abhängig vom Zinsniveau sind. Das Zinsniveau entscheidet deshalb auch, wer zu den Gewinnern und Verlierern zählt. 

 

Grösste Gewinner 

Pensionierte mit selbstbewohntem Wohneigentum würden laut den Hochrechnungen am stärksten von der Abschaffung des Eigenmietwertes profitieren. Aus der Umfrage ergibt sich bei dieser Gruppe folgendes Bild:

Der durchschnittliche Rentner ist nach den Resultaten der Umfrage 70 Jahre alt. Er ist seit durchschnittlich 22 Jahren im Besitz seiner Liegenschaft. Die Hypothek beträgt im Schnitt 40 % vom Belehnungswert der Bank.

Ein Drittel der befragten Rentner neigt trotz bereits tiefer Belehnung dazu, auch noch Amortisationen zu tätigen oder hat in den letzten 5 Jahren welche getätigt. 

Warum Rentner klar zu den Gewinnern zählen, hat damit zu tun, dass die Abzüge der Schuldzinsen bereits heute nicht mehr so stark ins Gewicht fallen.

 

Grösste Verlierer 

Eigentümer mit hoher Hypothek ohne Anspruch auf einen Ersterwerberabzug würden laut den Hochrechnungen zu den grössten Verlierern einer Abschaffung des Eigenmietwertes zählen. Aus der Umfrage ergibt sich bei dieser Gruppe folgendes Bild:

Die Eigentümer haben eine Fremdfinanzierung von mindestens 75 % vom Belehnungswert der Bank und halten ihre Liegenschaft seit mindestens 8 Jahren.

Die Haltedauer von 8 Jahren zielt darauf, dass bei frühster Umsetzung der Eigenmietwertabschaffung, ab 2021, der Ersterwerberabzug in Kraft treten würde, welcher für die ersten 10 Jahre der Haltedauer einen Abzug zulässt. 

 

Trotz wesentlich höherer Hypothek neigt diese Gruppe nicht stärker dazu, Amortisationen zu tätigen.

Die ausgewertete Gruppe würde die eher hohen Schuldzinsen nicht mehr im heutigen Umfang abziehen können, ohne noch vom Ersterwerberabzug zu profitieren. Zu den Verlierern gehören sie allerdings erst dann, wenn die Zinsen stark ansteigen und der fehlende Abzug mehr ins Gewicht fällt.

Zudem hat sich herausgestellt, dass die Abschaffung des Abzuges für Unterhalt und Renovationen nicht zu einer Veränderung des Verhaltens der Hauseigentümer in der Bewirtschaftung ihres Eigenheimes führt.

In der durchgeführten Umfrage gaben nur zehn Prozent der Hauseigentümer an, bei Abschaffung der Abzugsfähigkeit von Unterhalt und Renovationen ihr Verhalten zu ändern.

 

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Abzügen für energetischen Massnahmen. Die fehlende Abzugsfähigkeit von Unterhalt und Renovationen führt nicht zu einer Verlagerung in mehr energetische Massnahmen.

 

In der Konsequenz wird die Abschaffung des Eigenmietwertes und deren Abzugsmöglichkeiten tendenziell nur einen sehr geringen Einfluss auf die Immobilienpreise von selbstgenutztem Wohneigentum haben.

Auf der Website von RaiffeisenCasa finden Sie alle Informationen rund um das Thema Eigenmietwert. Mit dem Eigenmietwert-Newsletter erhalten Sie zudem aktuelle Informationen direkt in Ihr Postfach.