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18.11.2025

UnternehmerPLUS-Experte Stefan Frischknecht im «Finanz ABC» über den aktuellen Immobilienmarkt: 5 Antworten, die Sie kennen müssen

Der Schweizer Immobilienmarkt steht vor grossen Herausforderungen: Wohnraum bleibt knapp, die Preise steigen weiter, und die Abschaffung des Eigenmietwertes sorgt für neue Dynamik. Gleichzeitig sind Immobilien-Transaktionssteuern eine wichtige Einnahmequelle für den Staat. UnternehmerPLUS-Experte Stefan Frischknecht erklärt die zentral wichtigen Entwicklungen im aktuellen Immobilienmarkt.

  1. Wie entwickelt sich der Schweizer Immobilienmarkt aktuell?
    Die durchschnittliche Leerstandsquote liegt bei nur 1% und somit dem tiefsten Wert seit über einem Jahrzehnt. Trotz günstiger Finanzierungsbedingungen und hoher Nachfrage bleibt die Bautätigkeit zu niedrig. Gründe sind komplexe Bewilligungsverfahren, raumplanerische Restriktionen und hohe Baukosten. Ohne eine koordinierte Bauoffensive wird die Knappheit weiter zunehmen, was steigende Mieten und Preise zur Folge hat. Politische Eingriffe allein lösen das Problem nicht. Es braucht mehr bauliche Impulse.
  2. Was bedeutet die Abschaffung des Eigenmietwertes für Eigentümer?
    Die Abschaffung des Eigenmietwertes bringt für Eigentümer eine spürbare steuerliche Entlastung und macht Wohneigentum attraktiver. Dennoch wird die Nachfrage nicht sprunghaft steigen, weil die grössten Hürden, wie hohe Eigenkapitalanforderungen und strenge Tragbarkeit, bestehen bleiben. Viele Haushalte können trotz steuerlicher Vorteile den Schritt ins Eigentum nicht finanzieren. Die Preisdynamik bleibt hoch, aber sie wird nicht durch die Reform zusätzlich beschleunigt.
  3. Warum sind Immobilien-Transaktionssteuern so wichtig?
    Die Grundstückgewinnsteuer und Handänderungsabgaben haben sich zu einer wichtigen Säule der kantonalen und kommunalen Finanzierung entwickelt. Mit den stark gestiegenen Immobilienpreisen sind auch die Steuerbeträge explodiert. Bei Verkäufen von langjährig gehaltenen Objekten sind sechsstellige Steuerforderungen keine Ausnahme mehr.  
  4. Warum verpuffen die hohen Kapitalzuflüsse in den Immobilienmarkt oft in steigenden Preisen statt in neuen Bauprojekten?
    Kapital fliesst in den Immobilienmarkt wie selten zuvor.
    Die tiefen Zinsen machen Immobilien für Anleger sehr attraktiv. Milliarden fliessen in den Markt, aber statt neue Wohnungen zu bauen, steigen vor allem die Preise bestehender Objekte. Das führt dazu, dass Renditen sinken, während Bewertungen steigen. Das ist meines Erachtens ein klassischer Preiseffekt ohne echten Mehrwert für die Wohnraumversorgung. Für Investoren heisst das: Genau hinschauen und langfristig planen.
  5. Welche Auswirkungen könnten KI und Automatisierung auf die Nachfrage nach Büroflächen haben?
    Nach dem Homeoffice-Boom fordern Unternehmen vermehrt Präsenz im Büro, was kurzfristig für Entspannung auf dem Büroflächenmarkt sorgt. Doch die rasanten Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz stellen die Beschäftigungsstruktur in klassischen Bürobranchen infrage. Automatisierungspotenziale sind enorm besonders in IT und administrativen Tätigkeiten. Das könnte die Nachfrage nach Büroflächen mittelfristig dämpfen. Für Eigentümer und Investoren heisst das: Flexibilität und Anpassungsfähigkeit werden entscheidend.
Stefan Frischknecht, Leiter Firmenkundenberatung

Stefan Frischknecht, Leiter Firmenkundenberatung