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Einleitung zur Offenlegung von Klimainformationen

Ein ungeminderter Ausstoss von Treibhausgasen führt zu gravierenden Schäden für Mensch und Umwelt, insbesondere über die Klimaerwärmung. Die Raiffeisen Gruppe verursacht über ihre betrieblichen Tätigkeiten direkt Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) und kommt über ihre Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten ebenfalls mit THG-Emissionen in Berührung. Als verantwortungsvolle Genossenschaftsbank ist es für Raiffeisen wichtig, einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels zu leisten. Der vorliegende Bericht zeigt auf, wie Raiffeisen mit dem Klimawandel umgeht, und fokussiert dabei auf die Themen 1) Governance, 2) Strategie, 3) Risikomanagement sowie 4) Kennzahlen und Ziele. Darüber hinaus wird in Abschnitt 5) ein Transitionsplan ausgewiesen. Damit adressiert der Bericht auch die Transparenzvorschriften zu Klimabelangen im Obligationenrecht (Art. 964a ff. OR), die Verordnung über die Berichterstattung über Klimabelange sowie die Offenlegung zu klimabezogenen Finanzrisiken gemäss Anhang 5 der Verordnung der FINMA über die Offenlegungspflichten der Banken und Wertpapierhäuser (OffV-FINMA). Die Offenlegung von Klimainformationen ist Bestandteil des Nichtfinanziellen Berichts des Geschäftsberichts der Raiffeisen Gruppe.

Die Relevanz des Themas für Raiffeisen wurde durch eine doppelte Materialitätsanalyse gemäss den Anforderungen und Kriterien der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) sowie einer Wirkungsanalyse nach den UNEP FI «Principles for Responsible Banking» (PRB) bestätigt. Aufgrund der strategischen Bedeutung des Themas unterstützt Raiffeisen ausgewählte Klimainitiativen und -organisationen (siehe Tabelle).

Von Raiffeisen unterstützte Klimainitiativen
Initiative Mitglied seit
International
Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) 2020
Net-Zero Banking Alliance (NZBA) ¹ 2023
National
Klimastiftung Schweiz 2008
1 Per Anfang Oktober wurde die NZBA 2025 formell als Allianz aufgelöst und in ein Rahmenwerk übergeführt.

1 Governance

Raiffeisen Schweiz ist auf Gruppenebene zuständig für die Strategie und das Risikomanagement. Teil dieser Zuständigkeit sind strategische Überlegungen zur Nachhaltigkeit. Dies schliesst den Klimawandel sowie damit verbundene Chancen und Risiken mit ein (siehe auch Kapitel «Nichtfinanzieller Bericht» im Geschäftsbericht der Raiffeisen Gruppe, Seiten 158–159).

Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz setzt und überwacht strategische Vorgaben zum Klimawandel und zu anderen Nachhaltigkeitsthemen, einschliesslich der damit verbundenen Risiken und Chancen. Umgesetzt wird dies über die bestehenden Verwaltungsratsausschüsse, wobei primär der Risikoausschuss und der Strategie- und Innovationsausschuss für das Thema Klimawandel verantwortlich sind. Die Vorgaben des Verwaltungsrats werden von der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz mit Unterstützung der verschiedenen Departemente umgesetzt.

Verwaltungsrat Raiffeisen Schweiz

setzt und überwacht strategische Vorgaben zu Nachhaltigkeitsthemen (inkl. Klimawandel), trägt die Gesamtverantwortung

für das Risikomanagement und die Risikokontrolle und genehmigt die Grundzüge des institutsweiten Risikomanagements

(inkl. klimabezogener Finanzrisiken)


Risikoausschuss Strategie- und Innovationsausschuss
Geschäftsleitung Raiffeisen Schweiz

ist für die Formulierung und Umsetzung der gruppenweiten Nachhaltigkeitsstrategie (inkl. Klimawandel) verantwortlich
Departement Risiko & Compliance

Verantwortung für die Risikoberichterstattung (inkl. Klima) an Geschäftsleitung/Verwaltungsrat
Führungsstab Vorsitz
Abteilung Corporate Risk Control

Integration von klimabedingten Finanzrisiken in den Risikomanagementprozess und das interne Kontrollsystem
Abteilung Nachhaltigkeit, Politik & Genossenschaft

Gesamtverantwortung für die Klimathematik, inkl. Berichte an Geschäftsleitung/Verwaltungsrat und Offenlegung
Fachausschuss ESG-Risiken

Klimabelange sind integraler Bestandteil der Gruppengovernance.

Die beim Vorsitz der Geschäftsleitung (Führungsstab Vorsitz) angesiedelte Abteilung Nachhaltigkeit, Politik & Genossenschaft übernimmt innerhalb der Raiffeisen Gruppe eine koordinierende Gesamtverantwortung für die Klimathematik. Sie ist für strategische Fragen (insbesondere Klimastrategie) zuständig, setzt mittels spezifischer Projekte Impulse für mehr Klimaverträglichkeit auf Ebene der Raiffeisen Gruppe und agiert als Anlaufstelle. Zweimal jährlich erhalten die Mitglieder der Geschäftsleitung und die Mitglieder des Strategie- und Innovationsausschusses des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz einen Bericht über die Umsetzung der Nachhaltigkeit auf Gruppenebene. Darin werden unter anderem Klimabelange im Zusammenhang mit dem Fokusthema «Eindämmung des Klimawandels» behandelt. Einmal jährlich wird dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz Bericht erstattet. Die Offenlegung von Klimainformationen wird als Bestandteil des Geschäftsberichts jährlich von der Geschäftsleitung freigegeben sowie vom Verwaltungsrat genehmigt und als Teil des Nichtfinanziellen Berichts der Generalversammlung von Raiffeisen Schweiz zur Abstimmung unterbreitet.

Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz gibt mit der gruppenweiten Risikopolitik und den Grundzügen des gruppenweiten Risikomanagements den konzeptionellen und reglementarischen Rahmen für das Management der klimabezogenen Finanzrisiken vor.

Der beim Chief Risk Officer angesiedelte Bereich Risk Control überwacht das Risikoprofil der Raiffeisen Gruppe und ist dafür verantwortlich, dass wesentliche klimabedingte Finanzrisiken periodisch identifiziert und in den weiteren Risikomanagementprozess sowie in das interne Kontrollsystem integriert werden. Die Geschäftsleitung und der Risikoausschuss des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz werden mindestens einmal jährlich im Rahmen der ordentlichen Risikoberichterstattung über die ESG-Risiken informiert ¹ (siehe Kapitel 3 «Risikomanagement», Seiten 24–28).

Der Fachausschuss «ESG-Risiken» ist ein Expertengremium und unterstützt den Risikomanagementprozess, insbesondere die Risikoidentifikation, -bewertung und -bewirtschaftung. Mitglieder dieses Fachausschusses sind Vertreterinnen und Vertreter der Risiko- & Compliance-Einheiten bei Raiffeisen Schweiz sowie der Abteilung Nachhaltigkeit, Politik & Genossenschaft. Der Fachausschuss wird durch die Leitung der Abteilung Corporate Risk Control geführt.

Bei allfälligen akuten Entwicklungen und Erkenntnissen rund um die Klimathematik einschliesslich klimabezogener Finanzrisiken würden die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz auch ausserplanmässig informiert und gegebenenfalls konsultiert (siehe auch Kapitel «Nichtfinanzieller Bericht» im Geschäftsbericht der Raiffeisen Gruppe, Seiten 158–159).

Orientierung von Verwaltungsrat, Ausschüssen und Geschäftsleitung über

Klimathemen im Rahmen der Nachhaltigkeits- sowie Risikoberichterstattung
Art der Berichterstattung Periodizität Empfänger
Bericht über die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie inkl. Klimathema auf Gruppenebene 1 × jährlich Verwaltungsrat
2 × jährlich Strategie- und Innovationsausschuss

des Verwaltungsrats
2 × jährlich Geschäftsleitung
Beilage «ESG-Risiken» inkl.

klimabezogener Finanzrisiken zum Risk Report
1 × jährlich Risikoausschuss des Verwaltungsrats
1 × jährlich Geschäftsleitung
Anlassbezogene Information

zu signifikanten Entwicklungen und Erkenntnissen rund um klimabezogene Finanzrisiken
Ad hoc Verwaltungsrat
Ad hoc Risikoausschuss des Verwaltungsrats
Ad hoc Geschäftsleitung

1 ESG-Risiken sind Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) oder Unternehmensführung (Governance), deren Eintreten negative Auswirkungen auf Raiffeisen haben kann. Die Klimarisiken sind im Bereich Umwelt enthalten. Weitere Informationen zu den ESG-Risiken finden sich im Kapitel «Nichtfinanzieller Bericht» im Geschäftsbericht der Raiffeisen Gruppe, Seiten 170–171.

2 Klimastrategie

Fünf strategische Themenbereiche

Die Eindämmung des Klimawandels ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Raiffeisen. Die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz hat zur Erreichung dieser Zielsetzung im Jahr 2020 erstmals eine Klimastrategie erlassen. Die Klimastrategie wurde seither kontinuierlich weiterentwickelt und verfolgt das übergeordnete Ziel Netto-Null bis 2050. ¹ Zur Erreichung dieses Ziels werden Massnahmen in fünf Themenbereichen getroffen:

Klimastrategie
Strategisches Ziel: Netto-Null ¹ bis 2050 (Scope 1 bis 3)
1 | Messen 2 | Offenlegen 3 | Reduzieren 4 | Kompensieren 5 | Engagieren
THG-Emissionen und mit dem Klimawandel verbundene Chancen und

Risiken werden nach Best Practices er-

fasst und gemessen (inkl. Finanzierungen und Investitionen).
Klimainformationen werden nach Best Practices offengelegt. THG-Emissionen sind konsequent zu reduzieren, wobei wissenschaftsbasierte Klimaziele entsprechende Absenkungspfade aufzeigen sollen. Raiffeisen erwirbt CO-Zertifikate aus Klimaschutzprojekten nach international anerkannten Standards. Raiffeisen engagiert sich für eine klimaverträgliche Schweiz.
GHG Protocol, PCAF Relevante Regulierungen

(z.B. OR 964a f.), GRI‑Standards
Absenkung nach

wissenschaftsbasierten Zielen
Einkauf CO-Zertifikate nach international anerkannten Standards Klimastiftung Schweiz, politisches Engagement

1. Messen: Emissionen werden entsprechend der Methodologie des Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) sowie der Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) gemessen und bilanziert. Bei der Identifikation von Chancen und Risiken sowie bei der Offenlegung von Klimainformationen richtet sich Raiffeisen nach den Empfehlungen der ehemaligen Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).

2. Offenlegen: Die Offenlegung erfüllt zudem die Anforderungen der Global Reporting Initiative (GRI) zum Thema Emissionen (GRI 305). Raiffeisen verfolgt die Entwicklung von Methoden und Daten rund um die Messung und die Offenlegung von THG-Emissionen sowie die Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel laufend und bezieht diese bei der Berichterstattung gegebenenfalls ein.

3. Reduzieren: Neben einer soliden Messung will Raiffeisen ihre THG-Emissionen auch konsequent reduzieren. In diesem Kontext ist auch das übergeordnete Netto-Null-Ziel zu verstehen. Die entsprechenden wissenschaftsbasierten Reduktionsziele orientieren sich an der Methode der Science Based Targets initiative (SBTi). Die damit verbundenen Absenkungspfade hat Raiffeisen berechnet (siehe Grafik «Einschätzung Absenkpfad der von Raiffeisen finanzierten Gebäude», Seite 37). Realisiert werden soll die CO₂-Reduktion mittels konkreter Massnahmen und der Erreichung dazugehöriger «operationeller Ziele». Detailliertere Informationen dazu finden sich im Kapitel 4 «Kennzahlen und Ziele», Seiten 29–40, sowie im Kapitel 5 «Transitionsplan», Seiten 41–42.

4. Kompensieren: Die durch den Betrieb aller Geschäftsstellen der Raiffeisen Gruppe verursachten direkten Emissionen im Scope 1 und 2, die trotz Reduktionsanstrengungen verbleiben, werden durch Raiffeisen kompensiert. Diese Kompensation erfolgt über sogenannte Emissionsgutschriften (CO₂-Zertifikate) aus Klimaschutzprojekten. Raiffeisen unterstützt durch den Einkauf der entsprechenden CO₂-Zertifikate Projekte zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre und dessen Speicherung mit natürlichen oder technischen Lösungen (Removal).

5. Engagieren: Raiffeisen ist Gründungspartnerin der Klimastiftung Schweiz und unterstützt mit diesem Engagement den Klimaschutz im Inland sowie den Wirtschaftsstandort Schweiz. Die Stiftung fördert KMU in der Schweiz und Liechtenstein, die klimafreundliche Produkte entwickeln, und finanziert sich über die Rückvergütung der CO₂-Abgabe sowie Spenden. Seit 2008 hat Raiffeisen rund 4,88 Millionen Franken beigetragen. ¹ Zusätzlich unterstützte Raiffeisen 2023 den Verein Go for Impact zur Sensibilisierung von KMU für Klimabilanzierung und Zielsetzung. Politisch engagiert sich Raiffeisen für eine ambitionierte Klimapolitik.

Ende Oktober 2023 ist Raiffeisen der Net-Zero Banking Alliance (NZBA) beigetreten und hat damit ihr Bekenntnis zu den Klimazielen unterstrichen. Der Beitritt erfolgte aufgrund der breiten internationalen Abstützung der Allianz und der Anerkennung, dass der Übergang zu Netto-Null nur gemeinsam mit Kundinnen, Kunden und weiteren Anspruchsgruppen gelingt. Die Umwandlung der NZBA in ein Rahmenwerk per Oktober 2025 wurde nicht von Raiffeisen angeregt und ändert nichts an den Ambitionen von Raiffeisen: Die Bank hält an ihrer Klimastrategie und am Netto-Null-Ziel fest und entwickelt diese kontinuierlich weiter, um einen wirksamen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels zu leisten.

Basierend auf der bisherigen Geschäftspraxis hat der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz im Jahr 2020 beschlossen, keine Unternehmen zu finanzieren, die die besonders emissionsintensiven Energieträger Kohle, Erdöl oder Erdgas abbauen oder selbst Kohlekraftwerke betreiben. Dieser Beschluss wurde in der Klimastrategie verankert. Ein Sorgfaltsprüfungsprozess mit der Möglichkeit einer Eskalation an die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, der direkt in die Bankenapplikation integriert ist, stellt die Einhaltung dieses Grundsatzes sicher. Der Sorgfaltsprüfungsprozess gilt seit Herbst 2023 für die gesamte Raiffeisen Gruppe.

Wie im Folgenden gezeigt wird, trägt die Klimastrategie wesentlich dazu bei, die sich durch den Klimawandel bietenden Chancen zu nutzen und die mit ihm verbundenen Risiken zu mindern. Sollte sich an der Chancen- und Risiken-Einschätzung etwas ändern, wird die Klimastrategie entsprechend angepasst.

Chancen und Risiken

Mit dem Klimawandel verbundene Chancen und Risiken werden in diesem Abschnitt qualitativ und quantitativ durch Szenarioanalysen hergeleitet. Im nächsten Schritt werden mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf den Ertrag, den Aufwand und die Vermögenswerte von Raiffeisen gesamthaft dargelegt, wobei auch Klimaszenarien des NGFS berücksichtigt werden. Anschliessend werden Schlussfolgerungen hinsichtlich eines allfälligen Anpassungsbedarfs der Raiffeisen-Geschäftsstrategie und des -Geschäftsmodells gezogen. Diese Erkenntnisse sind im Abschnitt «Auswirkungen klimarelevanter Risiken und Chancen auf das Geschäft, die Strategie und die Finanzplanung», Seiten 21–22, beschrieben. Die entsprechenden Aussagen sind als aktuelle Einschätzung basierend auf dem heutigen Erkenntnisstand zu verstehen. Im Berichtsjahr wurden die Risiken und die zugrunde liegenden Analysen vertieft betrachtet und wo nötig angepasst. Dieser Prozess der Überprüfung und allfälligen Anpassung wird fortlaufend weitergeführt.

Raiffeisen unterscheidet fünf Hauptkategorien von Chancen (Ressourceneffizienz, Energiequellen, Produkte und Dienstleistungen, Märkte, Resilienz) und zwei Hauptkategorien von Risiken (physische Risiken und Transitionsrisiken). Klimabezogene Risiken und Chancen der Raiffeisen Gruppe wurden im Rahmen der Weiterentwicklung der Klimastrategie sowie der Stärkung der Offenlegung von Klimainformationen in den Jahren 2021 und 2022 erstmals umfassend hergeleitet und bewertet. Die Einschätzung klimabezogener finanzieller Risiken wird seither mindestens jährlich vom Fachausschuss ESG-Risiken thematisiert (Details siehe Kapitel 1 «Governance», Seite 8, und Kapitel 3 «Risikomanagement», Seiten 24–28). Die Einschätzung klimabezogener finanzieller Chancen sowie die Einschätzung der Auswirkungen der Raiffeisen Gruppe auf den Klimawandel werden im Rahmen der periodisch von der Fachgruppe Corporate Responsibility & Nachhaltigkeit durchgeführten Aktualisierung der Klimastrategie überprüft. Je nach Resultat der Einschätzung beziehungsweise des daraus resultierenden Anpassungsbedarfs wird in der Folge auch die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz involviert.

Weil es sich beim Klimawandel um ein längerfristiges Phänomen handelt, ist bei der Analyse seiner Chancen und Risiken für Raiffeisen eine Unterteilung in verschiedene Zeithorizonte besonders wichtig. Im Klimakontext sind aufgrund der langfristigen Perspektiven (unter anderem Jahr 2050) die Fristen generell lang. Ein kurzfristiger Zeithorizont bezieht sich im Zusammenhang mit dem Klimawandel deshalb auf eine Zeitspanne von bis zu vier Jahren, ein mittelfristiger Zeithorizont auf fünf bis neun Jahre und ein langfristiger Zeithorizont auf zehn bis dreissig Jahre (siehe Tabelle «Ausgewählte Finanzierungen», Seite 11).

Ausgewählte Finanzierungen 1
Raiffeisen Gruppe per 31.12.2025 Jahre Firmenkunden-finanzierungen (nicht Hypotheken) Hypotheken 2
Fristigkeiten
Kurzfristig 0–4 80% 65%
Mittelfristig 5–9 15% 32%
Langfristig 10–30 5% 3%
1 Aufteilung nach Zeithorizonten für klimabezogene Beurteilungen.
2 Berücksichtigt sind Festhypotheken für Privat- und Firmenkunden. Variable Hypotheken und Saron-Hypotheken sind nicht berücksichtigt.

Inwieweit bei einem Unternehmen durch den Klimawandel verursachte Chancen und Risiken vorliegen, hängt wesentlich vom Geschäftsmodell ab. Wie in der Tabelle «Wichtigste Ertrags- und Aufwandsquellen sowie Vermögenswerte», Seite 12, ersichtlich, ist Raiffeisen heute fast ausschliesslich in der Schweiz tätig und erwirtschaftet gegenwärtig den grössten Teil ihres Ertrags mit dem Hypothekargeschäft (2025: davon Zinserträge aus dem Hypothekarbestand 3,13 Milliarden Franken). Die zweitwichtigste Ertragskategorie ist das Wertschriften- und Anlagegeschäft beziehungsweise das entsprechende Kommissionsgeschäft (2025: 0,53 Milliarden Franken). Dementsprechend sind die Hypothekarforderungen (2025: 230,91 Milliarden Franken) die bei Weitem grösste Position in der Bilanz von Raiffeisen. Auf der Aufwandseite ist der Personalaufwand (2025: 1,66 Milliarden Franken) die grösste Position, die jedoch nicht wesentlich vom Klimawandel tangiert ist.

Gemäss der aktuellen Gruppenstrategie «Raiffeisen 2025» bleibt der Fokus von Raiffeisen das Schweizer Retailgeschäft. Neben dem Hypothekargeschäft soll vor allem das Wertschriften- und Anlagegeschäft weiter ausgebaut werden. Die Bedeutung der genannten Ertrags- und Aufwandsquellen dürfte sich damit künftig nicht wesentlich und auf jeden Fall nur langsam ändern. Wichtige weitere Elemente der Gruppenstrategie «Raiffeisen 2025» sind die Digitalisierung und die Nutzung neuer Technologien. Die Klimaintensität des Raiffeisen-Betriebs dürfte durch damit verbundene Effekte, wie reduzierten Gebäudebetrieb oder abnehmende Mobilität, sinken. Insgesamt kommt Raiffeisen zur Einschätzung, dass die Digitalisierung und die neuen Technologien bezüglich des Klimawandels für die Raiffeisen Gruppe weder wesentliche Chancen noch Risiken bergen.

Bei der Analyse der mit dem Klimawandel zusammenhängenden Chancen und Risiken fokussiert Raiffeisen aufgrund ihres Geschäftsmodells und ihrer Strategie primär auf das Hypothekargeschäft und das Wertschriften- und Anlagegeschäft (siehe Tabelle «Wichtigste Ertrags- und Aufwandsquellen sowie Vermögenswerte» in der Spalte rechts). Das Firmenkundengeschäft (wobei Firmenkunden über die Hypothekarthematik bereits grösstenteils abgedeckt werden) oder der Raiffeisen-Betrieb (zum Beispiel Bankstellen) weist hinsichtlich Chancen und Risiken eine tiefere Priorität auf. ¹ Aus einer Wirkungsbetrachtung ist insbesondere der eigene Betrieb nicht zu vernachlässigen, da Raiffeisen zumindest gewisse Emissionen selbst direkt beeinflussen kann (siehe Abschnitt «Treibhausgasemissionen», Seiten 29–31). Hervorzuheben ist, dass die Klimastrategie und der dafür ausgearbeitete Transitionsplan (siehe Kapitel 5 «Transitionsplan», Seiten 41–42) die Funktion einer Mitigationsstrategie mit dem primären Ziel der Abschwächung des Klimawandels erfüllen. Aufgrund der aktuell mit dem Klimawandel identifizierten Chancen und Risiken – wie in den nachfolgenden Abschnitten ausgeführt – ergibt sich über die in der Klimastrategie getroffenen Massnahmen hinaus kein weiterer Handlungsbedarf (z.B. Richtlinien, Budgets, Aktionspläne). Auch Anpassungsmassnahmen oder die Erarbeitung einer entsprechenden Strategie erachtet Raiffeisen momentan als nicht notwendig.

Wichtigste Ertrags- und Aufwandsquellen sowie Vermögenswerte
Mrd. CHF 2023 2024 2025
Ertrag (Erfolgsrechnung)
Zinsertrag aus Hypothekarforderungen 3,27 3,55 3,13
Kommissionsertrag Wertschriften- und Anlagegeschäft 0,40 0,44 0,53
Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der Fair-Value-Option 0,26 0,26 0,30
Kommissionsertrag übriges Dienst-

leistungsgeschäft (Kontoführung,

Zahlungsmittel etc.)
0,40 0,42 0,44
Aufwand (Erfolgsrechnung)
Personalaufwand 1,53 1,61 1,66
Steueraufwand 0,27 0,22 0,21
IT-Aufwand 0,12 0,13 0,14
Raumaufwand 0,10 0,10 0,09
31.12.2023 31.12.2024 31.12.2025
Vermögenswerte (Bilanz)
Hypothekarforderungen 211,00 220,76 230,91
Forderungen gegenüber Kunden 11,59 12,27 12,87
Finanzanlagen 10,85 12,26 17,66
Bankgebäude und andere Liegenschaften 2,45 2,50 2,57

Chancen

Produkte, Dienstleistungen und neue Märkte

Mit dem Klimawandel verbunden ist ein Investitionsbedarf für die Finanzierung der Transition zu einer klimaverträglicheren Wirtschaft und Gesellschaft. Gemäss einer Studie der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) und der Boston Consulting Group (BCG) aus dem Jahr 2021 ¹ beträgt der jährliche Finanzierungsbedarf zur Steigerung des Schweizer Gebäudeparks rund 2,1 Milliarden CHF. Gemäss dem aktuellen Marktanteil von 18,1 Prozent am Hypothekargeschäft würden davon rund 380 Millionen Franken auf Raiffeisen entfallen. Für weiterführende Informationen siehe Berichte aus den Vorjahren, zum Beispiel «Offenlegung von Klimainformationen 2024», Seiten XX-YY. Finanzierungen in der Höhe dieses Betrags wertet Raiffeisen nicht als wesentliches zusätzliches Ertragspotenzial im Hypothekargeschäft. Dennoch sensibilisiert Raiffeisen ihre Kundinnen und Kunden bereits seit vielen Jahren für das Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz und der Klimaverträglichkeit von Gebäuden mit dem Ziel, die langfristige Werterhaltung zu garantieren, die Energieeffizienz zu erhöhen und damit auch finanzierte THG-Emissionen zu reduzieren. Sie integriert diese Thematik systematisch in die Wohneigentumsberatungen und unterstützt zudem die Kampagne «erneuerbar heizen» des Bundes. Raiffeisen betreibt dieses Engagement mit dem Ziel, zusammen mit ihren Kundinnen und Kunden umsichtige und optimale Eigenheimfinanzierungslösungen für die nachhaltige Wertsicherung der Immobilien zu entwickeln (siehe Kapitel «Nichtfinanzieller Bericht» im Geschäftsbericht der Raiffeisen Gruppe, Seiten 173–176). Mit der Selbstregulierung «Richtlinien für Anbieter von Hypotheken zur Förderung der Energieeffizienz» verlangt auch die SBVg von Banken, dass sie das Thema Energieeffizienz mit Hypothekarkunden aufnehmen. Die entsprechenden Vorgaben hat Raiffeisen 2024 umgesetzt und im Berichtsjahr weitere Anpassungen bei der Beratung ihrer Kundinnen und Kunden vorgenommen. Darüber hinaus unterstützt der seit 2024 neu angebotene Modernisierungs-Check die Kundinnen und Kunden von Raiffeisen, bei ihren Immobilien durch individuell berechnete Modernisierungsmassnahmen die Energieeffizienz zu verbessern und die CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Anlage- und Vorsorgekundinnen und -kunden in der Schweiz möchten ihr eigenes Anlage- und Vorsorgeverhalten aus Risikoüberlegungen oder aufgrund persönlicher Werte entsprechend nachhaltig ausrichten. Eine von Raiffeisen 2025 durchgeführte Kundenbefragung hat ergeben, dass das Thema Nachhaltigkeit für Anlage- und Vorsorgekundinnen und -kunden wichtig und das Informationsbedürfnis hoch ist. Eine Studie der Hochschule Luzern bei Bankkundinnen und -kunden in der Schweiz aus dem Jahr 2024 zeigt zudem, dass 43 Prozent der Befragten beim Anlegen eine Präferenz für nachhaltige Lösungen haben. 32 Prozent sind neutral eingestellt oder machten keine Angaben. ² Der Anteil der nachhaltigen Futura Fonds, welche die Vorgaben des Futura Regelwerks ³ erfüllen, belief sich per Ende 2025 auf rund 87 Prozent des Gesamtfondsvolumens der Raiffeisen Fonds. Das Futura-Regelwerk bildet die Grundlage dafür, wie Nachhaltigkeit in den Futura-Anlageprodukten und -lösungen durch die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien umgesetzt wird. Der Futura-Ansatz berücksichtigt systematisch ESG-Kriterien, unter anderem auch Kriterien zur Klimaverträglichkeit. Raiffeisen ist davon überzeugt, dass durch die systematische Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in unseren Anlageprodukten und -lösungen für unsere Kundinnen und Kunden langfristig ein Mehrwert geschaffen werden kann. Eine nachhaltige Produkt- und Dienstleistungspalette ist zudem im Sinne der Nachhaltigkeits- und der Klimastrategie.

Im Jahr 2025 hat Raiffeisen erstmals einen Green Bond mit einem Volumen von 250 Millionen Franken emittiert. Bereits 2019 hatte Raiffeisen einen Sustainability Bond platziert, der sich insbesondere an institutionelle Investoren richtete. Der Emissionserlös solcher Bonds wird für die Refinanzierung von Gebäuden in der Schweiz verwendet, die bezüglich Energieeffizienz und Klimaverträglichkeit zu den besten 15 Prozent gehören. Raiffeisen berät gleichzeitig seit einigen Jahren Firmenkunden bei nachhaltigen Finanzierungsmöglichkeiten.

Energieeffizienz und erneuerbare Energiequellen

Durch die Steigerung der Energieeffizienz des eigenen Bankbetriebs kann Raiffeisen kurz- und mittelfristig nicht nur Emissionen, sondern auch Kosten einsparen. Die bisherigen Erfahrungen mit Energieberatungen haben zum Beispiel gezeigt, dass eine Raiffeisenbank mit mindestens 20'000 Franken jährlichen Energiekosten und 12 bis 14 Prozent ihres jährlichen Energieverbrauchs einsparen kann, wenn sie die im Rahmen der Beratung identifizierten Massnahmen umsetzt. Eine Erhöhung der CO₂-Abgabe auf beispielsweise 210 Franken würde in der Raiffeisen Gruppe wiederum rund 600'000 bis 800'000 Franken zusätzliche Kosten verursachen. Bei einer Umstellung der heute circa 320 (von rund 800) noch mit fossilen Energieträgern betriebenen Bankgebäude auf erneuerbare Energieträger würden diese Mehrkosten nicht anfallen.

Raiffeisen verfolgt diverse Programme und Massnahmen, um die CO₂-Intensität ihrer Haupttätigkeiten und in allen relevanten Geschäftsbereichen zu reduzieren. Die Raiffeisenbanken verfügen zudem über einen Katalog mit möglichen Energiesparmassnahmen, der von Raiffeisen Schweiz erarbeitet wurde. Berücksichtigt wurden darin etwa die Optimierung des Lüftungsbetriebs, das Abschalten von Grossbildschirmen ausserhalb der Schalteröffnungszeiten oder der Ersatz von Elektroboilern durch Wärmepumpen. Ferner hat Raiffeisen Schweiz ein Umweltmanagementsystem für Raiffeisenbanken entwickelt, um sukzessive die Geschäftsstellen nach ISO 14001 zertifizieren zu lassen. ISO 14001 ist die weltweit etablierteste Umweltmanagementnorm und steht für ein professionelles Umweltmanagement. Die Raiffeisenbanken werden so zu Massnahmen motiviert, die sowohl Ressourcen und Kosten als auch Emissionen einsparen. Raiffeisen treibt die Nutzung von erneuerbaren Energien für Heizen und Elektrizität aktiv voran und bevorzugt diese, wenn immer möglich. So bezieht die Raiffeisen Gruppe ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie. Seit 2017 unterstützt Raiffeisen Schweiz mit finanziellen Beiträgen, die über einen Klimafonds finanziert werden, die betrieblichen Massnahmen der Raiffeisenbanken zur Reduktion der CO₂-Emissionen und zur Steigerung der Energieeffizienz. Über diesen Klimafonds fördert Raiffeisen Schweiz entsprechend dem relevanten Energieverbrauch (in Scope 1 und 2) in der ganzen Raiffeisen Gruppe den Ersatz fossiler Heizungen und den Zubau von Photovoltaikanlagen neben zielgerichteter Energieberatung sowie der Skalierung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Bei Neu- und Umbauten wird auf Klimaverträglichkeit geachtet und der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) für Neu- und Umbauten empfohlen. Bei der Beschaffung von Fahrzeugen muss die gesetzliche Emissionsvorschrift (bei Personenwagen max. 95 Gramm CO₂/km) eingehalten werden oder es muss sich um vollelektrische Antriebe handeln. Mit diesen Massnahmen will Raiffeisen ihren ökologischen Fussabdruck kontinuierlich verringern.

Weitere Überlegungen zu Chancen

  • Resilienz ¹ Nur wenn Raiffeisen bewusst mit dem Klimawandel umgeht und weiss, wie sich dieser auf das Unternehmen auswirkt, können die mit dem Klimawandel verbundenen Chancen und Risiken erkannt, genutzt und gesteuert werden. Raiffeisen ist sich dieser «Chance» bewusst und ist davon überzeugt, dass es sich trotz der begrenzten Ertragsaussichten lohnt, Massnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zu ergreifen. Als strategisches Nachhaltigkeitsthema mit eigener, von der Geschäftsleitung abgenommener Klimastrategie geniesst das Thema Klimawandel bei Raiffeisen die notwendige Aufmerksamkeit. Die Resilienz wird insbesondere auch dadurch gestärkt, dass die klimabezogenen Finanzrisiken im Risikomanagement integriert sind.
  • Reputation Aus Reputationssicht stellt das Engagement zur Eindämmung des Klimawandels eine Chance dar, da ein aktives Handeln heute von gesellschaftlichen Akteuren erwartet und verlangt wird. Die Anstrengungen zur Eindämmung des Klimawandels stimmen zudem mit dem Ziel von Raiffeisen überein, sich als verantwortungsvolle Genossenschaftsbank auf dem Finanzplatz Schweiz zu positionieren. Durch das Zusammenwirken von diversen Massnahmen, wie etwa der Reduktion der betrieblichen Emissionen oder dem stetigen Ausbau des Angebots von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen, übernimmt Raiffeisen Verantwortung beim Thema Klimawandel.

Risiken

Der Klimawandel kann sich über verschiedene Übertragungswege negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Raiffeisen auswirken. Raiffeisen unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen physischen und transitorischen Klimagefahren (auch «Risikotreiber» genannt), welche sich als klimabezogene Finanzrisiken in den bestehenden Risikokategorien niederschlagen können.

Zu den physischen Gefahren zählen akute Ereignisse (z.B. Hochwasser, Hitzewellen) oder chronische Entwicklungen (z.B. Meeresspiegelanstieg, Permafrostdegeneration). Transitorische Gefahren ergeben sich aus dem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft und umfassen politische, rechtliche, Technologie- oder Marktveränderungen.

Um die klimabezogenen Finanzrisiken zu bewerten, werden die potenziellen negativen finanziellen Auswirkungen der physischen und transitorischen Klimagefahren durch qualitative und quantitative Analysen abgeschätzt und in fünf Risikoklassen unterteilt (sehr tief bis sehr hoch). Ab der mittleren Bewertungsklasse gelten die Risiken als wesentlich. Stand heute bestehen keine wesentlichen klimabezogenen Finanzrisiken für die Raiffeisen Gruppe.

Physische Klimagefahren

Durch den Klimawandel bedingte Finanzrisiken können durch ein spezifisches physisches Ereignis «akut» verursacht werden oder «chronisch» durch langfristige Veränderungen des Klimas entstehen. Sowohl akute Ereignisse, wie beispielsweise extreme Wetterereignisse, als auch die chronische Veränderung der klimatischen Bedingungen können sich sowohl über mikro- wie auch über makroökonomische Übertragungswege auf die klassischen Finanzrisiken von Raiffeisen auswirken.

Mögliche physische Klimagefahren für die Raiffeisengruppe sind in der folgenden Tabelle abgebildet.

Physische Klimagefahren
Kategorie Art Gefahr/Treiber
Akute Gefahren Gravitative Gefahren Hochwasser und Murgänge

Rutschungen

Lawinen

Steinstürze
Meteorologische Gefahren Starkregen (Oberflächenabfluss)

Niedrigwasser und Dürren

Hitzewellen

Schneefall und Glätte

Stürme

Hagelschläge

Sturmfluten

Blitzschläge

Vegetationsbrände

Kältewellen und Frost
Geologische Gefahren Erdfälle
Chronische

Gefahren
Klimatische Gefahren

1 × jährlich
Steigende Schneefallgrenze

Veränderungen Temperatur und

Niederschlagsmuster


Anstieg des Meeresspiegels

Gletscher- und Meereisschmelze

Permafrostdegeneration

Auswirkungen auf Kreditrisiken

Raiffeisen gehört zu den führenden Anbieterinnen von Hypotheken in der Schweiz. Über 90 Prozent der Kundenausleihungen der Raiffeisen Gruppe sind hypothekarisch gedeckt. Physische Klimagefahren können sich negativ auf den Wert der finanzierten Liegenschaften sowie die Tragbarkeit der Finanzierungskosten durch die Kreditnehmenden auswirken. So kann eine Naturgefahr den Marktwert der Immobilien in einer bestimmten Region beeinträchtigen. Ein konkretes Schadensereignis kann den Sicherheitenwert deutlich reduzieren und im Falle des Kreditausfalls zu Wertberichtigungen führen. Zusätzlich können physische Schäden mit erheblichen Kosten für die Instandsetzung verbunden sein. Im Firmenkundengeschäft resultieren darüber hinaus Kreditrisiken durch Betriebsunterbrüche oder Störungen in Lieferketten, die zu Ertragseinbussen oder Mehraufwendungen führen können. Neben diesen mikroökonomischen Effekten sind auch makroökonomische Effekte, verursacht durch höhere physische Risiken, denkbar. Diese können eine wirtschaftliche Abschwächung mit Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt verursachen, das Konsumverhalten beeinflussen und Konflikte ankurbeln.

Für Raiffeisen wirkt im Hypothekargeschäft die in den meisten Kantonen obligatorische Gebäudeversicherung (inkl. Elementarschäden) risikomildernd. Bei Kantonen ohne Versicherungspflicht wird die Versicherung im Rahmen einer Finanzierung abgeklärt und dokumentiert. Versicherte Elementarschäden wie Überschwemmungen , plötzliche Erdrutsche, Hagel oder Sturmwinde, dürften den Wert von Gebäuden (Sicherheit) und die Gewährleistung der Tragbarkeit durch die Kreditnehmenden damit nicht wesentlich beeinflussen, solange die Versicherungsprämien nicht signifikant ansteigen. Die Bau- und Zonenordnungen der Schweiz stellen zudem sicher, dass in besonders gefährdeten Gebieten grundsätzlich nicht gebaut werden darf. Bei Unternehmen würde eine Versicherung gegen Betriebsausfälle entsprechend mildernd wirken.

Zudem treten Extremwetterereignisse häufig lokal auf. Das in der Schweiz geografisch stark diversifizierte Raiffeisen-Kreditportfolio wäre von solchen Ereignissen in entsprechend geringem Umfang tangiert. Bei solchen Ereignissen sind zudem Staatshilfen und sonstige solidarische Unterstützungsleistungen zugunsten der Geschädigten üblich, was das Ausfallrisiko für Raiffeisen weiter verringert. Inwieweit solche Ausgleichsmechanismen bei zunehmender Anzahl der Extremwetterereignisse weiterhin funktionieren, kann heute allerdings nicht beurteilt werden.

Bereits 2021 und 2022 hat Raiffeisen erste Szenarioanalysen zu physischen Risiken durchgeführt – jeweils mit Fokus auf Überschwemmungen als einem der zentralen Risikotreiber gemäss EZB. Im Jahr 2021 wurde ein Hochwasserszenario basierend auf dem ausserordentlichen Hochwasserereignis von 2005 analysiert, mit Fokus auf das Firmenkundenportfolio und die Auswirkungen auf Sicherheiten und Tragbarkeit – mit insgesamt geringem Wertberichtigungsbedarf. Im Jahr 2022 wurde ein landesweites Überschwemmungsszenario simuliert, bei dem unter Anwendung von EZB-Preisschocks potenzielle Überbelehnungen im Hypothekargeschäft identifiziert wurden. Die Ergebnisse entsprachen den Erwartungen und bildeten eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung unserer Klimarisikoanalyse. Für weiterführende Informationen siehe Berichte aus den Vorjahren, zum Beispiel «Offenlegung von Klimainformationen 2024», Seiten XX–YY.

Im Berichtsjahr führte Raiffeisen eine Klimarisikoinventur durch. Diese umfasste im Wesentlichen die Identifikation und Bewertung klimabezogener Finanzrisiken. Dabei wurde unter anderem Hochwasser als eine der akut physischen Klimagefahren eingestuft, die für die Geschäftstätigkeit von Raiffeisen relevant sind. Zudem wurden die potenziellen finanziellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Raiffeisen Gruppe mittels quantitativer Szenarioanalysen abgeschätzt.

Hierzu wurde auf Basis der verfügbaren kantonalen Gefahrenkarten für die meisten finanzierten Liegenschaften bestimmt, in welchem Ausmass sie der Naturgefahr Hochwasser und Murgang ausgesetzt sind. Basierend auf einem gefahrenabhängigen Preisschock wurden die Auswirkungen auf die Belehnung und den potenziellen Wertberichtigungsbedarf im Hypothekarkreditportfolio ermittelt. Die Preisschocks folgen einer konservativen Auslegung der von der EZB in ihrem Hochwasserszenario vorgegebenen Schocks (siehe Tabelle «Preisschocks»). Die finanziellen Auswirkungen werden selbst unter Vernachlässigung jeglicher Versicherungsdeckung als unwesentlich eingeschätzt. Das Ergebnis der Analyse im Berichtsjahr deckt sich damit weitestgehend mit den Hochwasserszenarien aus den Vorjahren für das Hypothekarkreditportfolio.

Hochwasserszenarien – Auswirkungen auf Belehnung und Wertberichtigungen
Portfolio: Hypotheken
Datengrundlage Übertragungsweg Schadensfunktion Ergebnis
Die Gefahrenbewertung beruht auf den verfügbaren kantonalen Intensitäts- und Gefahrenkarten für den Gefahrenprozess «Hochwasser

und Murgänge»
Beschädigung beziehungsweise Wertanpassun-

gen von Immobilien in Gefahrengebieten reduzieren die Sicherheitenwerte und können zu Kreditausfällen mit Wertberichtigungsbedarf führen
Je grösser die Intensität beziehungsweise Gefahr eines Hochwassers oder Murgangs, desto grösser ist der simulierte Wertverlust der Liegenschaft. Unwesentliche finanzielle Auswirkungen.
Preisschocks1
Gefahrenkarten Wasser Preisschock
Geringe Gefährdung –10%
Mittlere Gefährdung –20%
Erhebliche Gefährdung –40%
Intensitätskarten Wasser
Geringe Intensität –10%
Mittlere Intensität –20%
Starke Intensität –40%
1 Die Preisschocks orientieren sich an denen der EZB in ihrem Klimastresstest 2022, sind allerdings u.a. aufgrund des Verzichts auf eine Unterscheidung nach Wohn- und Gewerbeimmobilien konservativer.

Ergänzend zu diesen Modellrechnungen hat Raiffeisen Schweiz bei extremen physischen Unwetterereignissen (zum Beispiel Bergrutsch Blatten im Berichtsjahr) in der Schweiz situative ad-hoc Risikoanalysen durchgeführt. Auch gestützt darauf geht Raiffeisen aktuell nicht von wesentlichen zusätzlichen Kreditrisiken aus.

Aufgrund der Ergebnisse der zuvor dargelegten Szenarioanalysen schätzt Raiffeisen ihre diesbezüglichen Kreditrisiken als unwesentlich ein.

Auswirkungen auf Marktrisiken

Für Raiffeisen sind hinsichtlich der Marktrisiken insbesondere die Zinsrisiken im Bankenbuch von grosser Relevanz. Ein direkter Zusammenhang zwischen Gefahrenereignissen und Marktzinsen wurde bisher jedoch nicht beobachtet; auch wissenschaftliche Szenarien prognostizieren keine Zinsbewegungen. ¹ Physische Klimagefahren können zudem über Aktien-, Devisen- oder Rohstoffpreise negativ auf die Marktrisikopositionen von Raiffeisen wirken. Aufgrund des Fokus auf Schweizer Pfandbriefe und öffentliche Obligationen ist das Raiffeisen Bankenbuch annahmegemäss kaum von entsprechenden Effekten betroffen. Auch im Handelsbuch werden die finanziellen Auswirkungen physischer Klimagefahren aufgrund der kurzfristigen Ausrichtung sowie Diversifikation auf Branchen, Regionen und Emittenten als sehr begrenzt eingeschätzt.

Auswirkungen auf Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken könnten durch physische Extremereignisse zunehmen, etwa durch höhere Liquiditätsbedürfnisse von Kundinnen und Kunden in betroffenen Gebieten. Aufgrund des zentralen Liquiditätsausgleichs bei Raiffeisen wird dieses Risiko als wenig erheblich bewertet.

Auswirkungen auf operationelle Risiken

Physische Klimagefahren können Gebäude und Infrastrukturen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Lieferanten von Raiffeisen beeinträchtigen. Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur sind über die üblichen Sachversicherungen abgedeckt. Einzelne Naturereignisse wie extreme Hochwasser oder Starkregen können lokal zu einem Betriebsunterbruch führen, wobei aufgrund der geografischen Verteilung der Raiffeisenbanken die Möglichkeit besteht, auf andere Raiffeisenbanken auszuweichen. Die IT-Infrastruktur von Raiffeisen, insbesondere das Rechenzentrum, wird durch Raiffeisen Schweiz gruppenweit zur Verfügung gestellt und verfügt über einen professionellen Schutz gegenüber physischen Gefahren sowie ein Back-up-Rechenzentrum an einem Zweitstandort.

Weitere relevante physische Klimagefahren sind Hitzewellen, welche die Infrastruktur sowie die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beeinträchtigen können. Auch bei länger andauernden Hitzewellen ist die Kühlung der IT-Infrastruktur von Raiffeisen, insbesondere der Rechenzentren, sichergestellt. Zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten bei Bedarf die Raiffeisen-Gebäude mit zusätzlichen Klimaanlagen ausgerüstet werden.

Andere physische Klimagefahren wie Trockenheit dürften kaum einen Effekt auf die operationellen Risiken haben. Allgemein stellen das operationelle Risikomanagement, das Business Continuity Management und das Lieferantenmanagement sicher, dass Raiffeisen geschäftskritische Prozesse auch in ausserordentlichen Situationen aufrechterhalten kann.

Auswirkungen auf Reputationsrisiken

Ein nicht verantwortungsvoller Umgang mit den sich aus dem Klimawandel ergebenden physischen Klimagefahren könnte bei Raiffeisen einen Reputationsschaden verursachen. Einerseits können sich Kredit-, Markt-, Liquiditäts- oder operationelle Risiken materialisieren und zu einer negativen Wahrnehmung führen. Andererseits könnte der Ruf von Raiffeisen als Genossenschaftsbank leiden, wenn aufgrund eines lokalen Naturereignisses bei betroffenen Kundinnen und Kunden zum Beispiel fällige Kredite eingefordert würden. Da die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken für Raiffeisen insgesamt als unwesentlich einzustufen sind, ist auch dieses Reputationsrisiko als unwesentlich einzuschätzen.

Transitorische Klimagefahren

Der Klimawandel beeinflusst bereits heute Gesetze, Regulierungen und sonstige politische Massnahmen. Beispiele sind Verbote gewisser Technologien und sonstige Vorgaben zur Energienutzung und -effizienz oder eine Abgabe auf CO₂. Im Weiteren fördert der Klimawandel aber auch Innovationen und den für den Umstieg auf saubere und energieeffiziente Technologien notwendigen technologischen Wandel. Genannt werden können beispielhaft erneuerbare Energiequellen, Energiespeicherung durch Batterietechnologie, energieeffiziente Gebäude, emissionsarme Verkehrsmittel oder Technologien zur Entnahme von Treibhausgasemissionen aus der Atmosphäre. Auf den Markt kann sich der Klimawandel insofern auswirken, als dass sowohl Verbraucherinnen und Verbraucher als auch Anlegerinnen und Anleger ihre Verhaltensweisen ändern und beispielsweise vermehrt klimaverträgliche Produkte und Marken nachfragen. Für den Finanzmarkt bedeutet das, dass Anlegerinnen und Anleger beziehungsweise Investorinnen und Investoren zunehmend Klimarisikoüberlegungen in ihre Entscheide einbeziehen.

Die Definition der transitorischen Klimagefahren umfasst die folgenden Aspekte:

Transitorische Klimagefahren
Kategorie Gefahr/Treiber
Politik und Recht CO-Gesetz oder andere regulatorische Massnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen sowie Zeitpunkt und Geschwindigkeit der regulatorischen Änderungen
Technologie Technologischer Wandel und dessen Geschwindigkeit
Markt Veränderte Kunden-, Verbraucher- und Investorenpräferenzen

Auswirkungen auf Kreditrisiken

Transitorische Klimagefahren könnten die Bonität und Rentabilität von Kreditnehmenden beeinträchtigen, sofern sie sich wert- und einkommensmindernd auf Privat- und Firmenkunden auswirken. Bei Immobilienbesitzern wären, insbesondere bei fossil beheizten Objekten, Wertverluste der Immobilien und höhere Betriebskosten, etwa durch steigende CO₂-Abgaben beziehungsweise Energiepreise oder gesetzliche Vorgaben, denkbar. Für Firmenkunden können zudem Marktveränderungen und regulatorische oder gesetzliche Anforderungen Anpassungen oder Investitionen in neue Technologien und Prozesse bedingen. Würden notwendige Veränderungen nicht umgesetzt, könnten Vermögenswerte ihren Wert gänzlich einbüssen (Stranded Assets). In der Folge könnten diese Effekte das Kreditrisiko der von Raiffeisen eingegangenen Finanzierungen erhöhen.

Transitorische Klimagefahren können also die Kreditfähigkeit der Gegenpartei beeinflussen. Bei Hypotheken ist zudem der Wert der als Sicherheit dienenden Immobilien tangiert. Bereits in den Jahren 2019 und 2021 hat Raiffeisen erste Studien zur Klimaverträglichkeit des Hypothekargeschäfts durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass Raiffeisen-Hypothekarkundinnen und -kunden im Schweizer Kontext nicht überdurchschnittlich von klimabedingten Regulierungen oder Marktveränderungen betroffen sind. Zudem waren zu diesem Zeitpunkt die von Raiffeisen finanzierten Gebäude im Vergleich zum Schweizer Gebäudepark leicht unterdurchschnittlich emissionsintensiv – unter anderem aufgrund neuerer Baujahre und geringerer Nutzung fossiler Energieträger. Auch der Anteil Minergie-zertifizierter Gebäude lag damals im Rahmen des Marktanteils von Raiffeisen. Die Studien haben die erste Einschätzung erlaubt, dass Raiffeisen im Vergleich zu anderen Banken nicht stärker transitorischen Risiken beziehungsweise damit verbundenen Kreditrisiken ausgesetzt ist. Für weiterführende Informationen, siehe Berichte aus den Vorjahren, zum Beispiel «Offenlegung von Klimainformationen 2024», Seiten XX–YY.

Von Raiffeisen finanzierte Unternehmen sind darüber hinaus nicht übermässig von einem regulatorisch oder aus anderen Gründen notwendigen technologischen Wandel mit entsprechendem Investitionsbedarf betroffen. Raiffeisen ist traditionell eine wichtige Kreditgeberin in der Schweizer Landwirtschaft. Die Exposition der Raiffeisen-Firmenkunden in anderen, gemäss dem Paris Agreement Capital Transition Assessment (PACTA) besonders klimaintensiven Branchen (Kohle, Erdöl, Erdgas, Elektrizität, Automobilindustrie, Zement, Stahl, Luftfahrt, ohne Landwirtschaft) ist mit 2,6 Prozent des gesamten Firmenkundengeschäfts gegenwärtig gering. Raiffeisen finanziert zudem keine Unternehmen, die fossile Energieträger abbauen oder selbst Kohlekraftwerke betreiben. Der Anteil im Sektor Landwirtschaft beträgt gegenwärtig 9,0 Prozent.

Zudem ist die Innovationskraft in der Schweiz hoch, und Raiffeisen finanziert beinahe ausschliesslich in der Schweiz domizilierte Firmen- und Hypothekarkundinnen und -kunden. Von Raiffeisen finanzierte Unternehmen und private Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer dürften sich dementsprechend notwendigen technologischen Änderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel stellen können. Dies kann auch für die Landwirtschaft angenommen werden, die sich beispielsweise bei zukünftigen Niederschlagsmustern und Dürreperioden entsprechend anpassen muss.

Firmenkundengeschäft in klimaintensiven Sektoren
Branche (gemäss NOGA-Code-Klassifizierung) 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2025
Anteil der Branche am

Firmenkundengeschäft 
1
Betrieb Kohlekraftwerke 0,0% 0,0% 0,0%
Gewinnung Erdöl, Erdgas, Kohle 0,0% 0,0% 0,0%
Landwirtschaft 10,1% 9,3% 9,0%
Elektrizität 1,8% 1,8% 1,5%
Sonstige emissionsintensive Sektoren (gemäss PACTA 2) 1,3% 1,1% 1,1%
1 Die Berechnung basiert auf den Kreditlimiten.
2 PACTA = Paris Agreement Capital Transition Assessment.

Im Weiteren sind einschneidende klimabedingte Gesetze, Regulierungen und sonstige politische Massnahmen, welche die Werthaltigkeit von Immobilien, die Tragbarkeit im Hypothekargeschäft oder die Kreditvergabe an Unternehmen allgemein abrupt erheblich beeinflussen, im direktdemokratischen politischen System der Schweiz eher unwahrscheinlich. Die Schweiz ist ein funktionierender Rechtsstaat, in dem politische Entscheide in enger Abstimmung mit den Anspruchsgruppen gefällt werden. Gerade der Landwirtschaftssektor, der im Raiffeisen-Firmenkundengeschäft eine wichtige Rolle spielt, ist in der Schweiz besonders eng mit der Politik verzahnt und wird mit öffentlichen Mitteln unterstützt. Zahlungsausfälle aufgrund abrupter, einschneidender neuer Regulierungen sind dementsprechend bei Firmenkunden und Hypothekarkunden unwahrscheinlich. Raiffeisen geht von längerfristigen politischen und regulatorischen Prozessen in der Schweiz aus, auf die sich die Wirtschaft und die Gesellschaft einstellen können.

Insgesamt beeinflussen die durch den Klimawandel bedingten transitorischen Klimagefahren kurz- bis mittelfristig die Kreditrisiken von Raiffeisen in geringem Mass. Gleichzeitig ist der Schweizer Gebäudepark für rund 25 Prozent der Emissionen der Schweiz verantwortlich und Raiffeisen eine bedeutende Hypothekarkreditgeberin. Auch wenn aktuell keine Anzeichen für plötzliche tiefgreifende politische oder regulatorische Massnahmen erkennbar sind, können in Abhängigkeit von den Entwicklungen (Erderwärmung, CO₂-Ziele, Energiepreissteigerung) mittel- bis längerfristig tiefgreifendere Massnahmen nicht ausgeschlossen werden. ¹  

Der gegenwärtig eher geringe Einfluss von Transitionsgefahren auf die Kreditrisiken wurde 2025 in quantitativen Szenarioanalysen bestätigt. Untersucht wurden die mikro- und die makroökonomischen Auswirkungen von transitorischen Gefahren, wie politische Veränderungen (insbes. Anstieg der CO₂-Preise) und technologischer Wandel, auf den Wert der Hypothekarsicherheiten und die Ausfallwahrscheinlichkeit der Kreditnehmenden im Hypothekarportfolio von Raiffeisen. Dabei wurden CO₂-Preisverläufe sowie makroökonomische Entwicklungen aus zwei NGFS-Szenarien («Net Zero 2050» und «Delayed Transition») zugrunde gelegt. Wertabschläge für Immobilien werden aus deren CO₂-Ausstoss in Verbindung mit den szenariospezifischen CO₂-Preisen abgeleitet: Höhere Emissionen und CO₂-Preise führen somit zu stärkeren Wertabschlägen. Die Berechnungen aus diesen adversen, hypothetischen Szenarien haben ergeben, dass Immobilienwertminderungen vor allem in der kurzen Frist auftreten und der resultierende Wertberichtigungsbedarf unwesentlich ausfallen würde.

Diese Einschätzung bestätigt eine erste Analyse zur CO₂-Abgabe, die Raiffeisen bereits 2021 durchgeführt hatte. Dabei wurde untersucht, wie sich eine realistische Erhöhung der CO₂-Abgabe – basierend auf dem damals diskutierten CO₂-Gesetz – auf die Kreditrisiken im Hypothekargeschäft auswirken würde. Die Ergebnisse zeigten, dass die Auswirkungen auf Sicherheiten und Tragbarkeit gering wären und kein relevanter Wertberichtigungsbedarf zu erwarten wäre. Für weiterführende Informationen, siehe Berichte aus den Vorjahren, zum Beispiel «Offenlegung von Klimainformationen 2024», Seiten XX–YY.

Transitionsszenarien NGFS: direkte und indirekte Effekte von Politik und Recht (Anstieg der CO-Abgaben),

technologischem Wandel und veränderten Verbraucherpräferenzen auf Raiffeisen
Portfolio: Kreditportfolio
Datengrundlage Übertragungsweg Schadensfunktionen Ergebnis
Die NGFS-Daten zu den Szenarien «Net Zero 2050» und «Delayed Transition» für die Schweiz liefern jährliche Verläufe zu Makrovariablen (z.B. Arbeitslosenquote) sowie CO-Preisverläufe bis zum Jahr 2050. ¹

Der BAFU CO-Rechner liefert objektspezifische Daten zum CO-Ausstoss von Gebäuden in

der Schweiz.
Die politischen und die technologischen Veränderungen führen in der Übergangsphase in beiden Szenarien grundsätzlich zu Stagflation.

Steigende CO-Preise erhöhen unter anderem die Energiekosten bei Immobilien deutlich und führen im Szenario zu einem Einpreisen der Energie-effizienz im Immobilienwert (mikroökonomische Effekte).

Die volkswirtschaftliche Entwicklung beeinflusst die Bonität der Kreditnehmenden (makroökonomische Effekte): je negativer die Entwicklungen der NGFS-Makrofaktoren,

desto adverser der Bonitätseffekt.
Die Werte der Hypothekarsicherheiten

werden um die szenariospezifischen CO
-Kosten reduziert. ²

Das Kreditrisiko wird in je einer Wertberichtigungssimulation pro Szenario und Zeithorizont (kurz-, mittel- und langfristig) berechnet.

Unwesentliche finanzielle Auswirkungen.
1 Die vom NGFS modellierten CO-Preise (CHF/t CO) für die Schweiz steigen weit über einen für die Schweiz realistischen Betrag an.

2 Den Good Practices der EZB (2022) folgend, wird der Effekt transitorischer Klimagefahren beziehungsweise steigender CO₂-Abgaben auf die Loss Given Default (LGD) über den Gebäudewert modelliert.

Auswirkungen auf Marktrisiken

Die Transition zu einer klimaneutralen Wirtschaft ist in der Übergangsfrist mit Kosten für Unternehmen und Haushalte verbunden. Auf den volkswirtschaftlichen Inflationsdruck könnten Zentralbanken mit Zinsanpassungen reagieren. Marktzinsveränderungen wirken sich direkt auf die Barwerte aller Zinspositionen sowie den Zinserfolg der Raiffeisen Gruppe aus. Auf Basis der wissenschaftlichen NGFS-Szenarien wurden daher zwei quantitative Zinsschockszenarien berechnet. Der Effekt auf die Zinspositionen im Bankenbuch ist im Szenario «Net Zero 2050» in der kurzen Frist am stärksten, bleibt jedoch unwesentlich. Transitionsrisiken können ferner über Wertschriften-, Devisen- oder Rohstoffpreise beziehungsweise deren Neubewertung auf das Marktrisiko von Raiffeisen entstehen. Da sich Raiffeisen bei den Finanzanlagen auf Schweizer Pfandbriefe und Obligationen des öffentlichen Sektors fokussiert, ist der Einfluss transitorischer Klimagefahren geringer als bei Unternehmen aus emissionsintensiven Sektoren. Insgesamt wird der Einfluss von klimabedingten Transitionsrisiken auf für Raiffeisen relevante Marktrisiken als unwesentlich eingeschätzt.

Die Resultate der Klimaverträglichkeitstests PACTA von 2020, 2022 und 2024 haben die Einschätzung bestätigt, dass im Fall von Raiffeisen die Marktrisiken nur beschränkt tangiert werden. Im Rahmen dieser Tests wurde die Exposition von Investitionen in Sektoren geprüft, die als besonders klimaintensiv gelten. Es wurde ebenfalls analysiert, inwieweit entsprechende Investitionen in Unternehmen getätigt werden, die in naher Zukunft planen, in klimafreundliche Technologien zu investieren. Raiffeisen hat Investitionen in Aktien und Unternehmensanleihen untersuchen lassen, bei denen Raiffeisen Schweiz für den Investitionsentscheid verantwortlich ist. Neben den für das Marktrisiko relevanten Investitionen im Rahmen des Liquiditätsmanagements und des Eigenhandels sind dies auch Investitionen in Vermögensverwaltungsmandate, in Vorsorge- und Anlagefonds sowie im Kontext des strategischen Portfolios. Die Tests von 2020 und 2022 sowie der Test von 2024 haben gezeigt, dass Raiffeisen insgesamt mit den von ihr kontrollierten Aktien- und Obligationeninvestments in geringem Mass in klimaintensiven Sektoren (Kohle, Öl, Gas, Elektrizität, Automobilindustrie, Zement, Stahl, Luftfahrt) exponiert ist. Gleichzeitig besteht ein Potenzial, die entsprechenden Investitionen in klimarelevanten Branchen noch stärker auf Unternehmen zu fokussieren, die emissionsintensive Technologien ab- und emissionsarme Technologien aufbauen und sich zu Netto-Null-Zielen bekennen. Die detaillierten Ergebnisse des Klimaverträglichkeitstests von 2024 sind auf der Raiffeisen-Website raiffeisen.ch/nachhaltigkeit-offenlegung veröffentlicht.

Das Ergebnis eines im Test 2020 auch enthaltenen Stresstests zeigt zudem, dass bei abrupt eingeführten weitreichenden klimapolitischen Massnahmen die von Raiffeisen dem Test unterzogenen kohlenstoffintensiven Aktien- und Anleiheninvestments 22,0 Prozent beziehungsweise 3,0 Prozent an Wert verlieren würden. Gesamthaft würden die Aktien- und Unternehmensinvestitionen 0,7 respektive 0,02 Prozent einbüssen.

Klimaverträglichkeitstest PACTA 1
2020 2022 2024
Exposition in kohlenstoffintensiven Sektoren 2
Obligationen in kohlenstoffintensiven Sektoren 6,0 5,0 9,0
Obligationen Förderung von Kohle, Öl und Gas 0,3 3,5
Aktien in kohlenstoffintensiven Sektoren 2,0 3,0 4,0
Aktien Förderung von Kohle, Öl und Gas 0,3 0,3
1 PACTA = Paris Agreement Capital Transition Assessment. Die Analyse wird alle zwei Jahre durchgeführt. Die Zahlen wurden von externen Dienstleistern im Rahmen des PACTA-Klimatests berechnet. Allfällige Diskrepanzen gegenüber Vorjahren sind mehrheitlich methodisch bedingt. Raiffeisen hat weder Einblick in noch Einfluss auf die gewählte Methodologie.
2 Angaben in Prozent der Investitionen.

Auswirkungen auf operationelle Risiken

Transitorische Klimagefahren können sich über Veränderungen von Vorgaben oder Kundeninteressen auf das operationelle Risiko auswirken, wenn Anpassungen an Prozessen und/oder Produkten notwendig werden, welche zum Beispiel Rechts- oder Compliance-Risiken bergen. Aktuell werden allfällige Auswirkungen auf das operationelle Risiko als gering eingestuft, wobei insbesondere das Monitoring der Rechtsentwicklung sowie der Produkteinführungsprozess risikomitigierend wirken.

Auswirkungen auf Liquiditätsrisiken

Klimabezogene Liquiditätsrisiken werden für Raiffeisen als unwesentlich eingeschätzt.

Auswirkungen auf Reputationsrisiken

Mit der Sensibilisierung der Öffentlichkeit, von Kundinnen und Kunden sowie anderer Anspruchsgruppen in Bezug auf den Klimawandel entwickeln sich die Erwartungen an eine nachhaltige, klimaverträgliche Geschäftspraxis weiter. Die Erfüllung dieser Erwartungen ist mit potenziellen Reputationsrisiken verbunden. Ein Reputationsschaden könnte zum Beispiel entstehen, wenn sich von der Bank empfohlene Anlage- und Vorsorgeprodukte negativ auf den Klimawandel auswirken. Dieses Risiko ist bei Raiffeisen gering. Im Berichtsjahr entfielen nahezu 87 Prozent des Gesamtfondsvolumens der Raiffeisen Fonds auf nachhaltige Futura Fonds, während der Anteil der nachhaltigen Futura Vermögensverwaltungsmandate bei 93,6 Prozent lag. Ein Reputationsschaden könnte auch entstehen, wenn sich Raiffeisen oder ein wichtiger Partner von Raiffeisen offensichtlich klimaschädigend verhalten würde. Dass es dazu kommt, ist vor dem Hintergrund der vorhandenen Klimastrategie unwahrscheinlich. Insbesondere die oben erwähnte Sorgfaltsprüfung reduziert das entsprechende Risiko massgeblich. Zu den durch den Klimawandel verursachten Reputationsrisiken zählen schliesslich auch potenzielle Greenwashing-Vorwürfe im Zusammenhang mit Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen von Raiffeisen. Seit dem 1. Januar 2025 ist Greenwashing zudem ausdrücklich im Schweizer UWG (Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) geregelt, wodurch unzutreffende oder unbelegte Nachhaltigkeitsaussagen nicht nur reputationsbezogene, sondern auch rechtliche Risiken darstellen können. Die damit zusammenhängenden Risiken werden durch verschiedene Massnahmen vermindert, insbesondere durch die Umsetzung der Selbstregulierung «Richtlinien für die Finanzdienstleister zum Einbezug von ESG-Präferenzen und ESG-Risiken und zur Prävention von Greenwashing bei der Anlageberatung und Vermögensverwaltung» der SBVg. Risikomindernd wirkt die transparente und sachliche Kommunikation von Raiffeisen zum Klimawandel und über Nachhaltigkeit allgemein. Unter Berücksichtigung der oben genannten Mitigationsmassnahmen wird das Restrisiko hinsichtlich der Reputation als unwesentlich eingeschätzt.

Auswirkungen klimarelevanter Risiken und Chancen auf das Geschäft, die Strategie und die Finanzplanung

Gemäss dem gegenwärtigen Erkenntnisstand der qualitativen und der quantitativen Analysen haben die mit dem Klimawandel verbundenen Chancen und Risiken derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die finanzielle Lage von Raiffeisen.

Finanzielle Einschätzung klimabedingter Chancen und Risiken
Kurzfristig Mittelfristig Langfristig Art der Auswirkung Einschätzung

der Auswirkung
Chancen
Produkte/Märkte × × × Mehr Ertrag Unwesentlich
Kosten × × Weniger Kosten Unwesentlich
Physisch bedingte Risiken
Kreditrisiken × × × Wertberichtigungen Unwesentlich
Marktrisiken × × × Wertverluste, Brutto-

Zinserfolg
Unwesentlich
Operationelle Risiken × × Mehr Kosten, Wertverlust Unwesentlich
Transitorisch bedingte Risiken
Kreditrisiken × × Wertberichtigungen Unwesentlich
Marktrisiken × × Wertverluste, Brutto-

Zinserfolg
Unwesentlich
Operationelle Risiken × × Mehr Kosten, Wertverlust Unwesentlich

Die Ertragschancen für Raiffeisen im Zusammenhang mit dem Finanzierungs- und Investitionsbedarf aufgrund der Transition zu einer klimaverträglicheren Wirtschaft und Gesellschaft werden heute wie auch mittel- und langfristig als unwesentlich eingestuft. Mittel- und langfristige Ertragseinbussen aufgrund erhöhter Kreditrisiken im Zusammenhang mit physischen Klimarisiken dürften gemäss heutigem Erkenntnisstand ebenfalls unwesentlich ausfallen und werden in der Kapitalplanung berücksichtigt. Auch im Kontext verschiedener möglicher Klimaszenarien leitet Raiffeisen nach heutigem Erkenntnisstand ab, dass die Raiffeisen Gruppe gegenüber dem Klimawandel insgesamt «stressresistent» ist (siehe auch Infobox NGFS, Seiten XX–YY). Der Hauptgrund für die insgesamt geringen Auswirkungen ist das Geschäftsmodell von Raiffeisen (genossenschaftlich organisierte Gruppe von Retailbanken mit Fokus auf den ganzen Schweizer Markt). Die aktuelle Gruppenstrategie ändert nichts Grundsätzliches an dieser Ausrichtung und bedarf dementsprechend vor dem Hintergrund der durch den Klimawandel verursachten Risiken und Chancen keiner Anpassung. Im Weiteren sind keine wesentlichen finanziellen Zusatzaufwände nötig. Die Stärkung der Klimaverträglichkeit der eigenen Infrastruktur kann beispielsweise im Rahmen der üblichen Investitionen sichergestellt werden. Von Bedeutung bleibt weiterhin die Raiffeisen-Klimastrategie, die risikomindernd und chancenfördernd wirkt. Raiffeisen überprüft und vertieft die hier getroffenen Annahmen zu den Auswirkungen klimabedingter Chancen und Risiken laufend qualitativ und auch quantitativ.

Langfristige Klimaszenarien gemäss Network of Central Banks and Supervisors for Greening the Financial System (NGFS)

Die vom NGFS definierten langfristigen Klimaszenarien wurden im Rahmen der Phase 5 vom NGFS aktualisiert und im November 2024 publiziert. Die Ergebnisse zeigen weiterhin, dass negative volkswirtschaftliche Auswirkungen infolge von physischen Klimagefahren weitaus höher wären als diejenigen, die nötige Transitionsmassnahmen mit sich bringen würden. Gleichzeitig weisen die Szenarien darauf hin, dass Transmissionskosten überproportional steigen könnten, je später notwendige Massnahmen zur Eindämmung des Klimawandels initiiert werden. Zudem wären zur Erreichung einer globalen CO-Neutralität bis 2050 ambitioniertere Massnahmen, wie stärker steigende CO-Preise, notwendig, als frühere Modellierungen des NGFS ergaben. Dies sei nicht zuletzt auf die bis dato ungenügenden Fortschritte bei der Umsetzung der Klimapolitik weltweit und die damit einhergehenden höheren CO-Emissionen und Höchsttemperaturen zurückzuführen. Unter gewissen Umständen, insbesondere bei verspäteter und unkoordinierter globaler Klimapolitik und unzureichenden technologischen Veränderungen, könnten physische und transitorische Risiken gleichzeitig ansteigen.





NGFS modelliert sieben Klimaszenarien, welche in die folgenden vier Ansätze eingeordnet werden:



Drei geordnete Szenarien (Orderly) gehen davon aus, dass die Klimapolitik frühzeitig und weltweit relativ koordiniert eingeführt und anschliessend schrittweise verschärft wird. Technologischer Fortschritt findet meist zügig statt und/oder die Nachfrage nach CO-intensiver Energie geht zurück.

Ein ungeordnetes Szenario (Disorderly) geht von höheren transitorischen Klimagefahren aus, da die Klimapolitik verspätet und abrupt eingeführt wird. Gleichzeitig divergieren Klimapolitik und technologischer Fortschritt zwischen Ländern beziehungsweise Weltregionen und Sektoren stark.

Zwei Hot-House-Szenarien gehen davon aus, dass einige klimapolitische Massnahmen in einigen Ländern beziehungsweise Weltregionen umgesetzt werden, die globalen Anstrengungen aber nicht ausreichen, um eine signifikante globale Erwärmung zu verhindern.

Ein weiteres Szenario (too little, too late) kombiniert die Annahmen aus dem ungeordneten mit denen eines Hot-House-Szenarios: Während in einigen Weltregionen verzögerte und abrupte klimapolitische Massnahmen stattfinden, wird in anderen die aktuelle Klimapolitik nicht verändert. Ebenso regional fragmentiert findet technologischer Fortschritt statt. Im Resultat kann eine signifikante globale Erwärmung – trotz hoher Transitionsrisiken in einigen Ländern – nicht verhindert werden.
Hoch Weltweit uneinheitliches VorgehenZu wenig, zu spät (too little, too late)
Transitionsrisiken
Aktuelle

Politik NDCsTreibhaus Erde (Hot House)
Physische Risiken Hoch
Quelle: NGFS Scenarios for Central Banks and Supervisors, 2022, Seite 7

Da die Modellierung des NGFS im Bereich der physischen Klimagefahren sich primär auf wirtschaftliche Effekte von chronisch physischen Klimagefahren beziehungsweise Gefahren in Verbindung mit Temperaturveränderungen fokussiert, zieht Raiffeisen im Risikomanagement die NGFS-Szenarien aktuell für die Analyse transitorischer Klimagefahren heran. Dies resultierte im Berichtsjahr in der Auswahl des Szenarios «Net Zero 2050», welches kurzfristig eine ambitionierte Klimapolitik zugrunde legt und die Ziele eines maximalen Temperaturanstiegs gemäss dem Pariser Klimaabkommen mit der höchsten Wahrscheinlichkeit unter allen anderen Szenarien erreicht werden. Des Weiteren wurde das Szenario «Delayed Transition» ausgewählt, worin verzögerte und abrupte Massnahmen ergriffen werden, das 1,5 Grad Celsius(°C)–Ziel aber dennoch nicht mehr erreicht wird.

Abschliessende Bewertung der klimabedingten Risiken und Chancen für Raiffeisen

Basierend auf bisherigen Analysen und den oben hergeleiteten Erkenntnissen geht Raiffeisen davon aus, dass die Raiffeisen Gruppe gegenüber dem Klimawandel insgesamt robust aufgestellt ist. Auch bei einem verstärkten Eintreten von physischen und/oder Transitionsrisiken wären die Auswirkungen auf das Kreditrisiko nach aktuellem Erkenntnisstand höchstens moderat.

Obwohl der Klimawandel für Raiffeisen derzeit keine wesentlichen finanziellen Chancen oder Risiken mit sich bringt, gilt aus Sicht der Bank ein Szenario mit wirksamer Eindämmung und umsichtiger Anpassung als am wünschenswertesten. In diesem Fall wären sowohl physische als auch Transitionsrisiken vergleichsweise gering.

1 Netto-Null bedeutet, (A) Reduktion sämtlicher vermeidbarer Emissionen und (B) verbleibende Emissionen durch «Removals» zu kompensieren. Verbleibende Emissionen müssen technologisch (z.B. Carbon Capture) der Atmosphäre entzogen werden («remove»).

1 Raiffeisen verwendet das ursprünglich formulierte Netto-Null-Ziel bis 2030 im Betrieb (Scope 1 und 2) nicht weiter. Im Rahmen der Erreichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 (Scope 1, 2 und 3) liegt der Fokus von Raiffeisen auf der Reduktion sämtlicher vermeidbarer Emissionen.

1 Der Beitrag von Raiffeisen an die Klimastiftung wird durch die CO₂-Rückverteilung des BAFU finanziert. Aufgrund von Verzögerungen bei der Revision der CO₂-Verordnung musste das BAFU die Rückverteilung 2025 auf September 2026 verschieben. Raiffeisen wird daher erst im kommenden Jahr der Klimastiftung sowohl den Beitrag 2025 als auch den Beitrag 2026 zukommen lassen.

1 Aus Risikosicht sind im Kreditportfolio primär das Hypothekar- und das Firmenkundengeschäft im Fokus.

1 SBVg/BCG (2021): Sustainable Finance – Investitions- und Finanzierungsbedarf für eine klimaneutrale Schweiz bis 2050, siehe Publikation «Sustainable Finance», Swissbanking

2 Eine leichte Abneigung gegen Nachhaltigkeit haben 13 Prozent und eine starke Abneigung gegen Nachhaltigkeit 12 Prozent der befragten Bankkundinnen und -kunden.

3 Mehr Informationen zum Futura-Regelwerk unter www.raiffeisen.ch/futura-regelwerk

1 Resilienz meint in diesem Kontext die Fähigkeit, sich an den Klimawandel anzupassen und mit dessen Folgen umzugehen.

1 Die Gebäudeversicherung deckt Schäden an Gebäuden durch Überschwemmungen ab, jedoch nur unter bestimmten Bedingungen und je nach Kanton unterschiedlich. Schäden durch Grundwasser oder Kanalisation sind beispielsweise meist nicht abgedeckt.

1 Dieser Bewertung wurden die Verläufe der kurz- und langfristigen Zinssätze aus den physischen Szenarien «Current Policies» und «Nationally Determined Contributions (NDC)» des NGFS für die Schweiz bis zum Jahr 2050 zugrunde gelegt.

1 In den aktuell laufenden politischen Prozessen zum CO₂-Gesetz und zum Klima- und Innovationsgesetz sind weder Verbote noch Abgaben diskutiert worden, welche sich auf die Kreditrisiken auswirken würden. Diese Prozesse sind allerdings Stand Ende 2025 noch nicht abgeschlossen.

3 Risikomanagement

Integration klimabezogener Finanzrisiken in das Risikomanagement

Raiffeisen betreibt ein umfassendes Risikomanagement, das sich an den hohen aufsichtsrechtlichen Anforderungen an ein Institut der Grösse und Komplexität von Raiffeisen sowie an gängigen Marktstandards ausrichtet. Die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken werden nicht als eigenständige Risikokategorie, sondern im Rahmen des ESG-Risikomanagements als Risikotreiber der bestehenden Risikokategorien aufgefasst und sind in das bestehende Rahmenwerk für das Risikomanagement integriert (siehe auch Kapitel «Nichtfinanzieller Bericht» im Geschäftsbericht der Raiffeisen Gruppe, Seiten 170–171).

Die FINMA hat am 17. Dezember 2024 das Rundschreiben 26/1 «Naturbezogene Finanzrisiken» publiziert, welches in Bezug auf klimabezogene Finanzrisiken für Raiffeisen als Institut der Kategorie 2 am 1. Januar 2026 in Kraft tritt. Neben einer robusten Governance sind die Risikoidentifikation und die Wesentlichkeitsbeurteilung für das Management der klima- und der weiteren naturbezogenen Finanzrisiken von zentraler Bedeutung. Im Zuge der Umsetzung des Rundschreibens wurde der bestehende ESG-Risikoinventurprozess an erforderlichen Stellen überarbeitet und Bewertungsmethoden werden laufend weiterentwickelt. Im Berichtsjahr lag der Fokus daher auf dem Management klimabezogener Finanzrisiken.

Um alle potenziell wesentlichen klimabezogenen Finanzrisiken zu identifizieren und zu bewerten, werden Klimagefahren entlang der gesamten Ursachen-Wirkungs-Kette periodisch analysiert. Zunächst werden Klimagefahren wie Extremereignisse oder Politikänderungen in einer umfassenden Longlist gesammelt und systematisiert. Anschliessend werden die Gefahren bezüglich ihrer Relevanz für die Geschäftstätigkeit von Raiffeisen bewertet und in einer Shortlist priorisiert. Durch die Analyse von Übertragungswegen werden die betroffenen Finanzrisikoarten bestimmt. Die Bewertung der Wesentlichkeit der klimabezogenen Finanzrisiken erfolgt anschliessend unter Berücksichtigung der Risikoexpositionen, insbesondere entlang der Ertrags- und Aufwandsquellen sowie der gefährdeten Vermögenswerte. Ein klimabezogenes Finanzrisiko gilt dann als wesentlich, wenn es definierte Schwellenwerte überschreitet, welche sich an der finanziellen Tragfähigkeit der Raiffeisen Gruppe ausrichten. Diese Schwellenwerte gelten auch für die «klassischen» Finanzrisiken wie Kredit- oder Marktrisiken, womit eine vergleichbare Risikobewertung sichergestellt ist.

Systematische Abbildung in ESG-Risikomatrix

Das Management der klimabezogenen Finanzrisiken als Teil der ESG-bezogenen Finanzrisiken erfolgt entlang des regulären Risikomanagementprozesses und deckt die Schritte Identifikation, Messung und Bewertung, Bewirtschaftung, Überwachung und Berichterstattung ab.

Risikomanagement-

prozessIdentifikation von ESG-Risikotreibern und Überprüfung der Relevanz für die Geschäftstätigkeit der Raiffeisen Gruppe: Der Fokus liegt aktuell auf der Identifikation von klimabezogenen physischen Risiken und Transitionsrisiken Einschätzung der finanziellen

Auswirkungen: Darlegen von Übertragungswegen sowie Bewertung des finanziellen Ausmasses des jeweiligen ESG-Risikotreibers auf die bestehenden RisikosubkategorienWesentlichkeitsbeurteilung des

ESG- bezogenen FinanzrisikosSzenarioanalysen: qualitative und quantitative Szenarien zur Stärkung der RisikoanalysenDefinition von Massnahmen für die

als wesentlich beurteilten ESG-bezogenen FinanzrisikenKey Risk Indicators (KRI) abgeleitet aus der ESG-Risikomatrix (falls erforderlich mit definierten Schwellenwerten)Ad-hoc-AuswertungenJährliche Offenlegung der klimabezogenen Finanzrisiken im Rahmen

einer Beilage zum GeschäftsberichtJährliche interne Berichterstattung der ESG-bezogenen Finanzrisiken als Beilage zum Risk Report an den Risikoausschuss des VerwaltungsratsRisiko-

überwachungRisiko-

berichterstattungRisikomessung

und -bewertungRisiko-

bewirtschaftung Risiko-

identifikation

Die Methoden und Prozesse zum Management klimabezogener Finanzrisiken werden unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse, Anforderungen oder Standards laufend weiterentwickelt.

Die Risikoidentifikation wird zusammen mit der Risikobewertung in einer umfassenden Klimarisikomatrix dokumentiert, mindestens jährlich auf signifikante Änderungen geprüft und durch die internen Expertinnen und Experten im Fachausschuss ESG-Risiken diskutiert.

Identifikation klimabezogener Finanzrisiken

Das Ziel der Identifikation sind das Erkennen, Systematisieren und Priorisieren aller potenziell relevanten Klimagefahren, welchen Raiffeisen ausgesetzt sein könnte. Hierzu wird ein umfassendes Inventar (Longlist) geführt, welches regelmässig überprüft wird. Zur Identifikation und Kategorisierung der Gefahren werden diverse Daten- und Literaturquellen (z.B. BAFU, IPCC, NGFS, EBA) verwendet und in der ESG-Risikomatrix festgehalten.

Für jede erkannte Klimagefahr erfolgt eine qualitative Einschätzung, wie relevant diese für die Geschäftstätigkeit der Raiffeisen Gruppe ist. Gefahren mit erhöhter Relevanz tangieren die Geschäftstätigkeit der Raiffeisen Gruppe derart, dass wesentliche finanzielle Auswirkungen resultieren könnten (Shortlist). Für Gefahren mit erhöhter Relevanz erfolgen daher mindestens qualitative Bewertungen resultierender Finanzrisiken (siehe Tabelle «Identifikation und Bewertung klimabezogener Finanzrisiken»).

Messung und Bewertung klimabezogener Finanzrisiken

Das Ziel der Messung und Bewertung ist die Einschätzung der Auswirkungen der Klimagefahren auf das Risikoprofil von Raiffeisen inklusive einer Wesentlichkeitsbeurteilung der resultierenden klimabezogenen Finanzrisiken. Die Bewertung erfolgt grundsätzlich auf Ebene Finanzrisikoart (z.B. Sicherheitenrisiko). Zudem erfolgt die Bewertung sowohl ohne als auch mit Berücksichtigung von möglichen Risikominderungen (Brutto- und Nettobewertung) und über verschiedene Zeithorizonte. Die Ergebnisse werden nachvollziehbar in der ESG-Risikomatrix festgehalten.

Die Risikobewertung folgt dem Proportionalitätsprinzip. Je höher die Relevanz eines Risikotreibers und je höher die generelle Materialität eines Finanzrisikos für die finanzielle Tragfähigkeit der Raiffeisen Gruppe, desto ambitionierter die Analyse. ¹

Im Zuge der Bewertung werden relevante Key Risk Indicators (KRI) betrachtet (siehe Kapitel 4 «Kennzahlen und Ziele», Seiten 38–39) und Exponierungsanalysen verwendet, wie beispielsweise die Betrachtung der Exponierung gegenüber gewissen Wirtschaftssektoren oder Regionen mit Hochwassergefahr. Zur Unterstützung der Wesentlichkeitsanalyse werden für ausgewählte Klimagefahren und Risikoarten quantitative Szenariorechnungen durchgeführt (siehe Abschnitt «Chancen und Risiken», Seiten 11–21), welche auch die Klimaszenarien des NGFS berücksichtigen (siehe Informationsbox «NGFS-Klimaszenarien», Seite 23).

Der Prozess kann am Beispiel der Klimagefahr «Hochwasser» folgendermassen skizziert werden:

In der Schweiz werden laut BAFU mit Abstand die meisten Schäden infolge Naturgefahren durch die Prozesse Hochwasser, Oberflächenabfluss und Murgang verursacht und können zu Beschädigung oder Zerstörung von Gebäuden führen (BAFU, 2023: Faktenblatt Gefahrenprozesse Hochwasser und Murgang). Durch den hohen Anteil an Hypotheken im Kreditportfolio weist diese Naturgefahr eine erhöhte Relevanz für Raiffeisen auf. Da Hochwasserereignisse sich primär in Kreditrisiken niederschlagen und für Raiffeisen aufgrund ihres Geschäftsmodells Sicherheiten- und Bonitätsrisiken generell von hoher Materialität sind, wird die Auswirkung von Hochwasser und Murgang auf diese Risikoarten möglichst granular anhand von quantitativen Szenarien bewertet.

Bewirtschaftung klimabezogener Finanzrisiken

Das Ziel der Risikobewirtschaftung ist, die klimabezogenen Finanzrisiken gruppenweit wirksam, effizient und unter Berücksichtigung der Risikobereitschaft zu steuern. Zur Risikovermeidung tragen bestehende Massnahmen in der Kreditvergabe, wie die branchenbasierte ESG-Erstprüfung bei, wodurch die Kreditvergabe in bestimmten Branchen limitiert ist. Zum Risikotransfer gehören unter anderem die Elementarversicherungen für Gebäude.

Da die klimabezogenen Finanzrisiken gegenwärtig als unwesentlich eingestuft werden, wurde bisher über die bestehenden Massnahmen hinaus kein Bedarf für zusätzliche Massnahmen erkannt. Bei einer Neubeurteilung würden Massnahmen definiert, welche durch die Risikoverantwortlichen umzusetzen wären.

Überwachung und Berichterstattung klimabezogener Finanzrisiken

Als Überwachung dient primär die mindestens jährliche Prüfung der ESG-Risikomatrix unter Beizug des Fachausschusses ESG-Risiken, wobei unter anderem auch die KRIs (siehe Kapitel 4 «Kennzahlen und Ziele», Seiten 38–39) einbezogen werden.

Die Berichterstattung der Risiken gegenüber der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz erfolgt gemäss der Risikopolitik der Raiffeisen Gruppe umfassend, transparent und objektiv. Dies gilt auch für klimabezogene Finanzrisiken (mehr dazu im Kapitel 1 «Governance», Seiten 6–8).

1 Die Auswahl quantitativer Szenarioanalysen richtet sich ferner nach der internen und der externen Datenverfügbarkeit.

4 Kennzahlen und Ziele

Raiffeisen erhebt ihre betrieblichen THG-Emissionen seit vielen Jahren nach der Methodologie des GHG Protocol und legt entsprechende Werte im Geschäftsbericht offen. Seit 2021 erhebt Raiffeisen zusätzlich die THG-Emissionen im Zusammenhang mit Finanzierungen nach der Methodologie von PCAF. Reduktionsziele formuliert Raiffeisen wissenschaftsbasiert angelehnt an die Methode der SBTi.

Verschiedene Kennzahlen dienen der Einschätzung und der Steuerung der durch den Klimawandel verursachten Risiken und Chancen. Die Kennzahlen werden mindestens jährlich erhoben und offengelegt und stützen sich teilweise auf die von Raiffeisen definierten Reduktionsziele.

Die berichteten Klimakennzahlen haben gegenwärtig weder auf die Vergütung an die Mitglieder des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung noch auf diejenige aller sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen direkten Einfluss. Bei der Bestimmung der freiwilligen kollektiven Erfolgsbeteiligung der Raiffeisen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden jedoch neben dem finanziellen Erfolg auch Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Die Kriterien zur Festlegung der Erfolgsbeteiligung werden primär von Raiffeisen Schweiz angewendet, können aber freiwillig auch von den Raiffeisenbanken übernommen werden.

Treibhausgasemissionen

Die nachfolgend dargestellte Offenlegung der Emissionen Scope 1 bis 3 für den Betrieb von Infrastrukturen und damit zusammenhängenden Aktivitäten (siehe Tabelle «Betriebliche Treibhausgasemissionen», Seite 31) orientiert sich am GHG Protocol. Die Offenlegung wurde zudem seit 2021 jährlich von externen Beratungsunternehmen geprüft und gestützt darauf weiter gestärkt. Im Jahr 2023 wurde eine neue Methode zur Verbesserung der Erfassung und der Berechnung betrieblicher Emissionen eingeführt. ¹

Informationen dazu, wie sich der Verbrauch von Gebäudeenergie, Geschäftsverkehr, sowie Papier und Wasser von Raiffeisen über die den letzten Jahre entwickelt hat, finden sich im Abschnitt «Umwelt- und Klimabelange» im Nichtfinanziellen Bericht der Raiffeisen Gruppe, Seiten XX bis YY.

Betriebliche Treibhausgasemissionen1

Kategorie

Einheit

2023

2024

20252

Abweichung zum Vorjahr in %

pro Personaleinheit3

Treibhausgasemissionen aus Energie, Verkehr, Papier und Wasser4

t CO2 eq

10 700

10 100

10 000

–1,0

0,911

Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1)

t CO2 eq

4 600

4 200

3 800

–9,5

0,346

Indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 2)

t CO2 eq

1 100

1 100

1 400

27,3

0,128

Andere indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3)5

t CO2 eq

5 000

4 800

4 800

0,0

0,437

1Sämtliche Werte in dieser Umwelttabelle sind auf Hundert gerundet. Es ergeben sich dadurch allfällige Rundungsdiskrepanzen.

2Die betrieblichen Treibhausgasemissionen der Scopes 1 und 2 (5200 Tonnen CO2-Äquivalent) werden durch den Zukauf von CO2-Zertifikaten beziehungsweise Emissionsgutschriften aus Klimaschutzprojekten kompensiert, die international anerkannte Standards erfüllen. Die Veränderungen in Scope 1 und 2 im 2025 sind durch einen Umstieg von Heizöl auf Fernwärme bedingt (Grössenordnung: 300 Tonnen CO2-Äquivalent).

3Pro Personaleinheit bedeutet in diesem Zusammenhang pro Vollzeitäquivalent (2025: 10'972.2). Datengrundlage: Tabelle Personalstruktur im Geschäftsbericht 2025.

4Erfasst sind die wesentlichen Emissionsquellen, basierend wo möglich auf Verbrauchsdaten und wo nötig auf Schätzwerten. Die drei Systemgrenzen sind: Scope 1 (77% Schätzwerte, 23% erfasste Werte): Direkte Treibhausgasemissionen aus stationären Quellen im Unternehmen selbst, dies sind Öl- und Gasheizungen, eigene Fahrzeuge und Kältemittel-Leckagen; Scope 2 (69% Schätzwerte, 31% erfasste Werte): Indirekte Treibhausgasemissionen durch Energieerzeugung ausserhalb des Unternehmens, dies sind Strom und Fernwärme; Scope 3: Andere indirekte Treibhausgasemissionen ausserhalb des Unternehmens aus vor- und nachgelagerten Prozessen, wie zum Beispiel Geschäftsreisen mit der Bahn oder Vorstufen der Energiebereitstellung. Die organisatorischen Systemgrenzen werden nach dem Prinzip der Kontrolle festgelegt, d.h. erfasst werden relevante Emissionen von Aktivitäten, über die Raiffeisen operative Kontrolle ausüben kann, d.h. die Gebäude der vollkonsolidierten Gruppengesellschaften der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft. Die Kennzahlen werden monatlich für alle Raiffeisengeschäftsobjekte und externe Bancomaten erfasst. Datenlücken werden mit hinterlegten Stammdaten (z.B. Geschossfläche, Heizsystem, etc.) und Vorgabewerten (Verbräuche pro Quadratmeter Geschossfläche) gefüllt. Die für die Berechnung der Treibhausgasemissionen verwendeten Emissionsfaktoren wurden mit auf Ökobilanzierung spezialisierten Partnern festgelegt und extern geprüft.

5Die an dieser Stelle offengelegten Emissionen Scope 3 beinhalten die Kategorien gemäss GHG-Protocol «Brennstoff- und energiebezogene Emissionen», «Transporte und Verteilung», «Abfall» und «Geschäftsreisen» sowie «Papier- und Wasserverbrauch». Finanzierte Emissionen sind hier nicht eingeschlossen. Siehe für finanzierte Emissionen Tabelle «Finanzierte CO2-Emissionen nach dem Standard der PCAF», Seiten 32-34.

1 Sämtliche Werte in dieser Umwelttabelle sind auf Hundert gerundet. Es ergeben sich dadurch allfällige Rundungsdiskrepanzen.

2 Die betrieblichen Treibhausgasemissionen der Scopes 1 und 2 (5200 Tonnen CO2-Äquivalent) werden durch den Zukauf von CO2-Zertifikaten beziehungsweise Emissionsgutschriften aus Klimaschutzprojekten kompensiert, die international anerkannte Standards erfüllen. Die Veränderungen in Scope 1 und 2 im 2025 sind durch einen Umstieg von Heizöl auf Fernwärme bedingt (Grössenordnung: 300 MWh).

3 Pro Personaleinheit bedeutet in diesem Zusammenhang pro Vollzeitäquivalent (2025: 10'972.2). Datengrundlage: Tabelle Personalstruktur im Geschäftsbericht 2025.

4 Erfasst sind die wesentlichen Emissionsquellen, basierend wo möglich auf Verbrauchsdaten und wo nötig auf Schätzwerten. Die drei Systemgrenzen sind: Scope 1 (77% Schätzwerte, 23% erfasste Werte): Direkte Treibhausgasemissionen aus stationären Quellen im Unternehmen selbst, dies sind Öl- und Gasheizungen, eigene Fahrzeuge und Kältemittel-Leckagen; Scope 2 (69% Schätzwerte, 31% erfasste Werte): Indirekte Treibhausgasemissionen durch Energieerzeugung ausserhalb des Unternehmens, dies sind Strom und Fernwärme; Scope 3: Andere indirekte Treibhausgasemissionen ausserhalb des Unternehmens aus vor- und nachgelagerten Prozessen, wie zum Beispiel Geschäftsreisen mit der Bahn oder Vorstufen der Energiebereitstellung. Die organisatorischen Systemgrenzen werden nach dem Prinzip der Kontrolle festgelegt, d.h. erfasst werden relevante Emissionen von Aktivitäten, über die Raiffeisen operative Kontrolle ausüben kann, d.h. die Gebäude der vollkonsolidierten Gruppengesellschaften Raiffeisen Schweiz Genossenschaft. Die Kennzahlen werden monatlich für alle Raiffeisengeschäftsobjekte und externe Bancomaten erfasst. Datenlücken werden mit hinterlegten Stammdaten (z.B. Geschossfläche, Heizsystem, etc.) und Vorgabewerten (Verbräuche pro Quadratmeter Geschossfläche) gefüllt. Die für die Berechnung der Treibhausgasemissionen verwendeten Emissionsfaktoren wurden mit auf Ökobilanzierung spezialisierten Partnern festgelegt und extern geprüft.

5 Die an dieser Stelle offengelegten Emissionen Scope 3 beinhalten die Kategorien gemäss GHG-Protocol «Brennstoff- und energiebezogene Emissionen», «Transporte und Verteilung», «Abfall» und «Geschäftsreisen» sowie «Papier- und Wasserverbrauch». Finanzierte Emissionen sind hier nicht eingeschlossen. Siehe für finanzierte Emissionen Tabelle «Finanzierte CO2-Emissionen nach dem Standard der PCAF», Seiten 33-35.

Bei der Berechnung und der Offenlegung von THG-Emissionen im Zusammenhang mit Finanzierungen und Investitionen nutzt Raiffeisen den globalen Standard für die Treibhausgasbilanzierung und -berichterstattung für die Finanzindustrie, entwickelt von PCAF.

Raiffeisen legt die finanzierten Emissionen der für sie wesentlichen Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten offen. Für die Raiffeisen Gruppe relevant sind die Emissionen im Zusammenhang mit dem Hypothekargeschäft (Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien), Firmenkrediten und mit nicht börsenkotierten Beteiligungen. Diese Kategorien werden in der nachfolgenden Tabelle offengelegt. Weitere PCAF-Kategorien werden nicht berücksichtigt, da sie von der Gruppe entweder nicht angeboten werden oder ihr Anteil am Geschäftsvolumen unbedeutend ist. Die ausgewiesenen Werte sind im Kontext einer noch ungenauen Datenlage und der Neuartigkeit des Standards zu interpretieren.

Die Berechnung der CO₂-Emissionen basiert auf den Assetklassen-spezifischen Methoden, welche im PCAF-Standard definiert sind. Dazu werden in einem ersten Schritt die Raiffeisen-Finanzierungen den PCAF-Assetklassen zugeteilt. THG-Emissionen der Assetklassen Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien werden mittels CO₂-Emissionsfaktoren, welche auf das Raiffeisen-Gebäudeportfolio zugeschnitten sind, berechnet. Diese CO₂-Emissionsfaktoren wurden von einem spezialisierten Beratungsunternehmen basierend auf Eigenschaften von Liegenschaften wie dem Baujahr und dem Gebäudetyp, beispielsweise Einfamilienhaus oder Stockwerkeigentum, sowie standortspezifischen Kennzahlen wie dem Energieträgermix ermittelt. Wo notwendig werden die intern verfügbaren Daten mit öffentlichen Daten aus dem Gebäude- und Wohnungsregister vervollständigt. Die CO₂-Emissionen pro Gebäude entsprechen dem Produkt aus der Energiebezugsfläche und dem jeweiligen Emissionsfaktor. Die mit der Belehnung gewichtete Summe der CO₂-Emissionen aller Gebäude in einer Assetklasse entspricht den finanzierten Emissionen. Für die Assetklassen Firmenkredite und nicht börsenkotierte Beteiligungen werden die CO₂-Emissionen als Produkt der ausstehenden Beträge und der NOGA-Code-spezifischen Emissionsfaktoren berechnet. Diese Emissionsfaktoren in der PCAF-Emissionsdatenbank basieren auf sektoralen Durchschnittswerten.

Finanzierte Emissionen nach dem PCAF-Standard
Anlageklasse Ausstehender Betrag 1

(in Mio. CHF)
Scope 1 und 2

Emissionen

(t CO
2 eq)
Scope 3

Emissionen 
2

(t CO
2 eq)
Emissions-

intensität 
3

(t CO
2eq /Mio. CHF)
Abdeckung (%) Daten-

qualitätsscore

(1 hoch, 5 tief)
2023
Hypotheken (Wohnimmobilien) 125’796 522’900 n / a 4,2 100 4
Hypotheken (Gewerbeimmobilien) 83’979 550’400 n / a 6,6 95 4
Kredite an Firmenkunden 4 10’256 251’200 848’900 107 100 5
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 3 400 400 266
Kokerei und Mineralölverarbeitung 0 0 0 0
Herstellung von chemischen Erzeugnissen 69 300 8’200 123
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, Getränken und Tabakverarbeitung 144 3’800 44’000 332
Herstellung von Textilien, Bekleidung, Leder, Lederwaren und Schuhen 3 100 400 174
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren, Papier, Pappe und Waren daraus, Druckerzeugnissen, Vervielfältigung von bespielten Ton-, Bild- und Datenträgern 75 6’300 12’900 258
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 38 200 4’500 122
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren, Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 62 10’200 20’200 487
Metallerzeugung und -bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen 92 8’700 21’600 329
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 44 500 19’000 446
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 47 500 20’000 439
Maschinenbau 49 1’200 6’700 160
Herstellung von Automobilen und Automobilteilen und sonstiger Fahrzeugbau 8 100 1’800 238
Herstellung von Möbeln, sonstigen Waren, Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 97 2’100 36’100 395
Hochbau, Tiefbau, vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe 432 7’400 70’800 181
Verkehr und Lagerei 165 1’300 3’000 27
Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau 32 400 2’000 73
Nicht börsenkotierte Beteiligungen 5 253 61 410 2 100 5
1 Die Auswahl und Aggregation der ausstehenden Beträge basieren auf dem PCAF-Standard. Dementsprechend werden die Hypothekarforderungen in die Anlageklassen Hypotheken (Wohnimmobilien) und Hypotheken (Gewerbeimmobilien) unterteilt. Diese Unterteilung weicht von den üblicherweise von Raiffeisen verwendeten Definitionen ab. Die Zunahme der absoluten Emissionen bei Hypotheken und Krediten an Firmenkunden ist auf das Volumenwachstum über die letzten Jahre zurückzuführen.
2 PCAF verlangt die Scope-3-Offenlegung nur für die Kategorien Kredite an Firmenkunden und nicht börsenkotierte Beteiligungen.
3 Die Emissionsintensität bei Hypotheken (Wohn- und Gewerbeimmobilien) bezieht sich auf Scope 1 und 2. Bei Krediten an Firmenkunden und nicht börsenkotierte Beteiligungen bezieht sie sich auf Scope 1, 2 und 3.
4 Gemäss der allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige des Bundesamts für Statistik (NOGA-Klassifizierung 2008). Im Jahr 2023 wurden die Emissionsfaktoren durch PCAF aktualisiert. Für den NOGA-Code 3530 liegt zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung kein plausibler Emissionsfaktor vor. Es kann davon ausgegangen werden, dass die so berechneten Emissionen zu tief sind. Wir behalten uns vor, die Berechnung zu aktualisieren, sofern ein akkuraterer Emissionsfaktor vorliegt. Die hier dargestellten Sektoren entsprechen den Offenlegungsanforderungen von PCAF und sind somit nicht abschliessend.
5 Deckt nicht konsolidierte Beteiligungen ab.
Finanzierte Emissionen nach dem PCAF-Standard
Anlageklasse Ausstehender Betrag 1

(in Mio. CHF)
Scope 1 und 2

Emissionen

(t CO
2 eq)
Scope 3

Emissionen 
2

(t CO
2 eq)
Emissions-

intensität 
3

(t CO
2eq /Mio. CHF)
Abdeckung (%) Daten-

qualitätsscore

(1 hoch, 5 tief)
2024
Hypotheken (Wohnimmobilien) 129’400 529’500 n / a 4,1 100 4
Hypotheken (Gewerbeimmobilien) 90’733 576’600 n / a 6,4 95 4
Kredite an Firmenkunden 4 10’714 267’200 862’000 105 100 5
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 3 500 300 309
Kokerei und Mineralölverarbeitung 0 0 0 0
Herstellung von chemischen Erzeugnissen 84 400 9’900 123
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, Getränken und Tabakverarbeitung 126 3’500 40’300 348
Herstellung von Textilien, Bekleidung, Leder, Lederwaren und Schuhen 2 100 300 174
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren, Papier, Pappe und Waren daraus, Druckerzeugnissen, Vervielfältigung von bespielten Ton-, Bild- und Datenträgern 135 7’500 28’800 270
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 42 200 5’000 122
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren, Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 33 3’000 16’100 583
Metallerzeugung und -bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen 89 9’000 21’000 336
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 69 700 30’300 447
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 36 400 15’700 442
Maschinenbau 45 1’100 6’100 160
Herstellung von Automobilen und Automobilteilen und sonstiger Fahrzeugbau 8 100 1’800 235
Herstellung von Möbeln, sonstigen Waren, Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 89 2’000 33’300 397
Hochbau, Tiefbau, vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe 366 6’300 60’100 181
Verkehr und Lagerei 181 1’300 3’800 28
Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau 28 300 1’700 73
Nicht börsenkotierte Beteiligungen 5 282 85 552 2 100 5
1 Die Auswahl und Aggregation der ausstehenden Beträge basieren auf dem PCAF-Standard. Dementsprechend werden die Hypothekarforderungen in die Anlageklassen Hypotheken (Wohnimmobilien) und Hypotheken (Gewerbeimmobilien) unterteilt. Diese Unterteilung weicht von den üblicherweise von Raiffeisen verwendeten Definitionen ab. Die Zunahme der absoluten Emissionen bei Hypotheken und Krediten an Firmenkunden ist auf das Volumenwachstum über die letzten Jahre zurückzuführen.
2 PCAF verlangt die Scope-3-Offenlegung nur für die Kategorien Kredite an Firmenkunden und nicht börsenkotierte Beteiligungen.
3 Die Emissionsintensität bei Hypotheken (Wohn- und Gewerbeimmobilien) bezieht sich auf Scope 1 und 2. Bei Krediten an Firmenkunden und nicht börsenkotierte Beteiligungen bezieht sie sich auf Scope 1, 2 und 3.
4 Gemäss der allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige des Bundesamts für Statistik (NOGA-Klassifizierung 2008). Im Jahr 2023 wurden die Emissionsfaktoren durch PCAF aktualisiert. Für den NOGA-Code 3530 liegt zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung kein plausibler Emissionsfaktor vor. Es kann davon ausgegangen werden, dass die so berechneten Emissionen zu tief sind. Wir behalten uns vor, die Berechnung zu aktualisieren, sofern ein akkuraterer Emissionsfaktor vorliegt. Die hier dargestellten Sektoren entsprechen den Offenlegungsanforderungen von PCAF und sind somit nicht abschliessend.
5 Deckt nicht konsolidierte Beteiligungen ab.
Finanzierte Emissionen nach dem PCAF-Standard
Anlageklasse Ausstehender Betrag 1

(in Mio. CHF)
Scope 1 und 2

Emissionen

(t CO
2 eq)
Scope 3

Emissionen 
2

(t CO
2 eq)
Emissions-

intensität 
3

(t CO
2eq /Mio. CHF)
Abdeckung (%) Daten-

qualitätsscore

(1 hoch, 5 tief)
2025
Hypotheken (Wohnimmobilien) 133’148 534’200 n / a 4,0 100 4
Hypotheken (Gewerbeimmobilien) 97’522 605’000 n / a 6,2 95 4
Kredite an Firmenkunden 4 10’647 271’700 826’300 103 100 5
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 3 500 300 308
Kokerei und Mineralölverarbeitung 0 0 0 0
Herstellung von chemischen Erzeugnissen 27 200 3’300 124
Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln, Getränken und Tabakverarbeitung 114 3’000 36’900 350
Herstellung von Textilien, Bekleidung, Leder, Lederwaren und Schuhen 17 400 1’400 107
Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren, Papier, Pappe und Waren daraus, Druckerzeugnissen, Vervielfältigung von bespielten Ton-, Bild- und Datenträgern 111 6’000 24’500 274
Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen 21 100 2’500 122
Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren, Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden 33 3’000 16’700 592
Metallerzeugung und -bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen 80 7’300 18’700 326
Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen 69 700 30’600 452
Herstellung von elektrischen Ausrüstungen 45 500 19’500 444
Maschinenbau 92 2’300 12’900 165
Herstellung von Automobilen und Automobilteilen und sonstiger Fahrzeugbau 7 100 1’500 236
Herstellung von Möbeln, sonstigen Waren, Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen 86 2’000 29’700 367
Hochbau, Tiefbau, vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe 363 6’300 59’600 181
Verkehr und Lagerei 205 1’500 4’600 30
Gebäudebetreuung; Garten- und Landschaftsbau 28 300 1’700 73
Nicht börsenkotierte Beteiligungen 5 280 85 551 2 100 5
1 Die Auswahl und Aggregation der ausstehenden Beträge basieren auf dem PCAF-Standard. Dementsprechend werden die Hypothekarforderungen in die Anlageklassen Hypotheken (Wohnimmobilien) und Hypotheken (Gewerbeimmobilien) unterteilt. Diese Unterteilung weicht von den üblicherweise von Raiffeisen verwendeten Definitionen ab. Die Zunahme der absoluten Emissionen bei Hypotheken und Krediten an Firmenkunden ist auf das Volumenwachstum über die letzten Jahre zurückzuführen.
2 PCAF verlangt die Scope-3-Offenlegung nur für die Kategorien Kredite an Firmenkunden und nicht börsenkotierte Beteiligungen.
3 Die Emissionsintensität bei Hypotheken (Wohn- und Gewerbeimmobilien) bezieht sich auf Scope 1 und 2. Bei Krediten an Firmenkunden und nicht börsenkotierte Beteiligungen bezieht sie sich auf Scope 1, 2 und 3.
4 Gemäss der allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige des Bundesamts für Statistik (NOGA-Klassifizierung 2008). Im Jahr 2023 wurden die Emissionsfaktoren durch PCAF aktualisiert. Für den NOGA-Code 3530 liegt zum Zeitpunkt dieser Berichterstattung kein plausibler Emissionsfaktor vor. Es kann davon ausgegangen werden, dass die so berechneten Emissionen zu tief sind. Wir behalten uns vor, die Berechnung zu aktualisieren, sofern ein akkuraterer Emissionsfaktor vorliegt. Die hier dargestellten Sektoren entsprechen den Offenlegungsanforderungen von PCAF und sind somit nicht abschliessend.
5 Deckt nicht konsolidierte Beteiligungen ab.

Ziele

Wie vorgängig erwähnt (siehe Kapitel 2 «Klimastrategie», Seite 9), verfolgt Raiffeisen auf strategischer Ebene – wie die Schweiz – das Klimaziel Netto-Null bis 2050. Diese Ziele wurden im Kontext der aktuellen Gruppenstrategie «Raiffeisen 2025» und der Nachhaltigkeits- sowie der Klimastrategie gesetzt. Im Jahr 2022 hat Raiffeisen basierend auf den Netto-Null-Zielen erstmals wissenschaftsbasierte Reduktionsziele berechnet. Diese werden periodisch überprüft und bei Bedarf angepasst. So hat Raiffeisen 2023 die CO₂-Reduktionsziele mit einem aktuelleren Basisjahr und einem angepassten Zielhorizont bis 2030 neu berechnet. Komplementiert werden diese Ziele durch Key-Performance-Indikatoren (KPIs), operationelle Ziele und Massnahmen, die in einem «Transitionsplan» zusammengefasst werden (siehe Kapitel 5 «Transitionsplan», Seiten 41–42). Die Reduktionsziele erfassen die betrieblichen Emissionen Scope 1 und Scope 2 und die Emissionen der Raiffeisen-Hypothekarkreditaktivitäten. Dieser Geschäftszweig deckt mehr als 70 Prozent ab, gemessen an der Bilanzsumme. Auf weitere Reduktionsziele im Zusammenhang mit Krediten an Firmenkunden oder Investitionen in Unternehmensobligationen verzichtet Raiffeisen vorerst, denn Emissionen können hier mangels präziserer Daten lediglich mittels sektorbasierter Annahmen berechnet werden. Gleichzeitig verfolgt Raiffeisen die Entwicklung auch in diesem Geschäftsfeld basierend auf verschiedenen KPIs, definiert operationelle Ziele und setzt Massnahmen um. Im Rahmen der Aktualisierung der Klimastrategie werden die Reduktionsziele und der Transitionsplan zurzeit überprüft.

Reduktionsziele
Themen Ziele Werte im Basisjahr 2022 Methode
Finanzierte Gebäude Reduktion THG-Emissionen (kg CO₂ eq)

bis 2030
Sectoral Decarbonization Approach2
 Hypotheken (Gewerbeimmobilien)

um 61% pro m
2
 Hypotheken (Gewerbeimmobilien);1 19,8 kg CO₂ eq pro m2
 Hypotheken (Wohnimmobilien)

um 45% pro m
2
 Hypotheken (Wohnimmobilien):1 17,1 kg CO₂ eq pro m2
Betrieb 3 Reduktion THG-Emissionen (t CO eq) Scope 1 und Scope 2 bis 2030 um 42% 7'878 t CO₂ eq Absolute Contraction4
1 Bei der Anlageklasse Hypotheken (Wohnimmobilien) können 100 Prozent des Hypothekarvolumens und bei Hypotheken (Gewerbeimmobilien) 94 Prozent des Hypothekarvolumens bewertet werden. Zudem wurde die Berechnung rückwirkend angepasst und die Intensitäten werden neu auf Basis der finanzierten Quadratmeter berechnet.

2 Der sektorale Dekarbonisierungsansatz (Sectoral Decarbonization Approach, SDA) ist eine Methode zur Festlegung von physikalischen Intensitätszielen, die die Konvergenz der Emissionsintensität nutzt. Ein Intensitätsziel wird durch eine Emissionsreduzierung im Verhältnis zu einer bestimmten Geschäftsmetrik definiert, wie zum Beispiel der Produktionsleistung des Unternehmens (z.B. metrische Tonne CO₂ eq pro Tonne produziertes Produkt). Der SDA geht von einer globalen Konvergenz der Emissionsintensität der Schlüsselsektoren bis 2050 aus.

3 Um das eigene Energiemanagement voranzutreiben, ist Raiffeisen Schweiz zudem Mitglied bei der freiwilligen Unternehmensinitiative «Energie-Modell Zürich». Diese hat mit dem Bund vereinbart, bis 2030 die Energieeffizienz um 14 Prozent zu steigern und die Emissionen um 20 Prozent zu reduzieren (Basisjahr 2020). Im Rahmen dieser Mitgliedschaft unterliegt Raiffeisen Schweiz der jährlichen externen Prüfung durch das «Energie-Modell Zürich».

4 Der Ansatz erfordert eine jährliche lineare Verringerung der absoluten Emissionen von mindestens 4,2 Prozent für die 1,5-°C-Ziele.

Inwieweit die Erreichung der Ziele bei der Finanzierung von Gebäuden realistisch ist, liess Raiffeisen von einem externen Beratungsunternehmen einschätzen. Dabei wurden die gemäss SBT-Methode verlangten Emissionsabsenkungen der von Raiffeisen finanzierten Gebäude mit einem «Weiter wie bisher»- und einem «Netto-Null»-Szenario basierend auf den Energieperspektiven 2050+ verglichen. Im «Netto-Null»-Szenario wird eine Entwicklung des Energiesystems abgebildet, welches mit Netto-Null-THG-Emissionen bis 2050 kompatibel ist und gleichzeitig eine sichere Energieversorgung gewährleistet (siehe Grafik «Einschätzung Absenkungspfad der von Raiffeisen finanzierten Gebäude», Seite 37).

Die Grafik zeigt, dass die von SBT für die Einschränkung der Erderwärmung auf unter 2°C verlangte Absenkung (Raiffeisen SBT 2 °C) in etwa dem «Netto-Null»-Szenario basierend auf den Energieperspektiven 2050+ entspricht. Demgegenüber kommt der Absenkungspfad für die von Raiffeisen finanzierten Gebäude bereits dann klar unter dem «Netto-Null»-Szenario zu liegen, wenn bloss für einen Teil dieser Gebäude – namentlich die Gewerbeimmobilien – ein 1,5-°C-Absenkungspfad berechnet wird (Raiffeisen SBT teilweise 1,5 °C). Gemäss Einschätzung des externen Beratungsunternehmens ist es für die Schweiz denn auch sehr anspruchsvoll, den Gebäudepark so weiterzuentwickeln, dass ein ambitionierter 1,5-°C-Absenkungspfad umgesetzt werden kann.

Raiffeisen wird die tatsächliche THG-Intensität der von ihr über Hypotheken finanzierten Geschäftsimmobilien dennoch weiterhin mit dem gemäss SBT-Methodologie berechneten 1,5-°C-Absenkungspfad vergleichen. Zudem wird Raiffeisen ihre Massnahmen zur Reduktion der THG-Emissionen im finanzierten Gebäudepark weiterführen. Dies beinhaltet unter anderem das politische Engagement für griffige CO₂-Regulierungen. Angesichts der diversen Abhängigkeiten erachtet Raiffeisen es aber als unrealistisch, dass mit dem von Raiffeisen über Hypotheken finanzierten Gebäudepark der nach SBT-Methode berechnete 1,5-°C-Absenkungspfad erreicht werden kann.

100%
90%
80%
70%
60%
50%
40%
30%
20%
10%
0%
2022 2025 2030 2035
1 Szenario «Weiter wie bisher»

Absenkung der Emissionsintensität der von Raiffeisen finanzierten Gebäude bei Weiterführung der bestehenden energie- und klimapolitischen Massnahmen.




2Szenario Netto-Null

Absenkung der Emissionsintensität der von Raiffeisen finanzierten Gebäude bei Erreichung des Schweizer Ziels von Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 (Abbildung aller heute absehbaren zukünftigen Trends der technologischen Entwicklung sowie einer starken und frühzeitigen Steigerung der Energieeffizienz).




3Raiffeisen SBT 2 °C

Absenkung der Emissionsintensität der von Raiffeisen finanzierten Gebäude um 40 Prozent bis 2030 / um 59 Prozent bis 2035.




4Raiffeisen SBT teilweise 1,5 °C

Absenkung der Emissionsintensität der von Raiffeisen finanzierten Gebäude um 53 Prozent bis 2030 / um 73 Prozent bis 2035.

Kennzahlen zur Überwachung der Klimastrategieumsetzung und Risikosituation

Zur Überwachung der Klimastrategieumsetzung und der Risikosituation werden die in der nachfolgenden Tabelle «Indikatoren zur Überwachung der Klimastrategieumsetzung und Risikosituation» aufgeführten Kennzahlen erhoben und beobachtet. Die Kennzahlen decken die oben genannten Reduktionsziele und weitere Themen im Zusammenhang mit THG-Emissionen und Klimarisiken ab. Die Indikatoren erfüllen somit die Funktion von KPIs und zusätzlich auch von Key Risk Indicators (KRIs).

Als KPIs zeigen die Kennzahlen, inwieweit Raiffeisen ihre konkreten Reduktionsziele erreicht und die Klimaverträglichkeit stärkt. Als KRIs können die Kennzahlen einen Hinweis auf eine veränderte Risikosituation geben. Beispielsweise kann sich bei einer Erhöhung des Anteils an Gebäuden in hohen Gefahrenzonen die Auswirkung eines physischen Klimaereignisses, wie bei einer Überschwemmung, für Raiffeisen erhöhen. Oder wenn die Finanzierungen in CO₂-intensiven Sektoren zunehmen, können sich Transitionsrisiken stärker auf Raiffeisen auswirken, da sich Unternehmen der entsprechenden Sektoren künftig stärker anpassen dürften. Würden sich die KRIs in eine negative Richtung entwickeln, würde ein entsprechender Handlungs- respektive Steuerungsbedarf aus Risikooptik analysiert und diskutiert.

Die Entwicklung der CO₂-Intensität beziehungsweise des CO₂-Fussabdrucks von Raiffeisen-Fonds, bei Finanzanlagen und im Handelsbuch wird berechnet und ausgewiesen, jedoch definiert Raiffeisen aufgrund verschiedener methodologischer Herausforderungen in diesen Themen aktuell keine Zielwerte.

Indikatoren zur Überwachung der Klimastrategieumsetzung und Risikosituation
Thema/Indikator Einheit 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2025 Abweichung zum Vorjahr
Finanzierte Gebäude (Hypotheken)
Emissionsintensität bei Hypotheken
Wohnimmobilien 1 kg CO2 eq /m 2 kg CO2 eq/m 2 17,1 17,1 17,1 0,0%
Gewerbeimmobilien 1 kg CO2 eq /m 2 kg CO2 eq/m 2 19,8 19,7 19,7 0,0%
Abweichung vom Absenkungspfad der CO2-Emissionen bei finanzierten
Wohnimmobilien 2 % % 7,6 14,8 23,0 n/a
Gewerbeimmobilien 2 % % 11,8 23,3 36,9 n/a
Anteil an Gebäuden in der Gefahrenstufe hoch 3 % % 10,7 11,4 11,6 0.2%-Punkte
Firmenkredite
Emissionenintensität der Kredite
Scope 1 und Scope 2 t CO2 eq /Mio. CHF t CO2 eq/min. CHF 24,5 24,9 25,5 2,3%
Scope 3 t CO2 eq /Mio. CHF t CO2 eq/min. CHF 82,8 80,5 77,6 –3,5%
Kredite an Grossunternehmen (GRU) mit wissenschaftsbasierten Klimazielen im Verhältnis zum Gesamtkreditvolumen GRU % 4,3 9,3 12,4 3.1%-Punkte
Anteil an Finanzierungen in CO2-intensiven Sektoren 4 % % 3,2 3,0 2,6 -0.4%-Punkte
Unternehmensobligationen
Emissionsintensität der gehaltenen Unternehmensobligationen
Finanzanlagen, Scope 1 und Scope 2 5 t CO2 eq /Mio. CHF t CO2 eq/min. CHF 0,31 0,04 0,05 25,0%
Finanzanlagen, Scope 3 5 t CO2 eq /Mio. CHF t CO2 eq/min. CHF 0,23 4,61 20,74 350%
Investitionen in Obligationen von Unternehmen mit wissenschaftsbasierten Klimazielen im Verhältnis zu Gesamtinvestitionen (Finanzanlagen) % 0,0 0,0 0,0 0.0%-Punkte
Betrieb
Veränderung der absoluten Emissionen Scope 1 und Scope 2 im Vergleich zum Vorjahr % –26,0 –7,0 –1,9 n/a
Abweichung vom Absenkungspfad der CO2-Emissionen im Betrieb 2 % –22,6 –23,8 –20,6 n/a
Weitere
Durchschnittlicher CO2-Fussabdruck der Raiffeisen-Fonds 6 t CO2 eq /investierte Mio. CHF t CO2 eq/min. di CHF inbestito 278,6 223,0 267,0 19,7%
Durchschnittliche CO2-Intensität der Raiffeisen-Fonds 6 t CO2 eq /Mio. CHF Umsatz t CO2 eq/min. di CHF di fatturato 873,0 946,9 963,0 1,7%
1 Die Emissionsintensitäten bei Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien sind aufgrund der bisherigen Datenqualität und der Verwendung von Emissionsfaktoren als Schätzungen zu verstehen. Für die Berechnungen der Jahre 2022 bis 2025 wurden die angewendeten Emissionsfaktoren konstant gehalten. Grundsätzlich geht Raiffeisen davon aus, dass sich die Emissionsfaktoren über die Jahre reduzieren. Gründe dafür sind der Ersatz von fossilen Heizungen, höherer Stromeigenverbrauch aus erneuerbaren Quellen und zusätzliche energetische Sanierungen. Die Intensitäten werden auf Basis der finanzierten Quadratmeter berechnet.
2 Negative Zahl = Absenkungsziel übertroffen; positive Zahl = Absenkungsziel verfehlt. Eine Abweichung zum Vorjahr wird wegen mangelnder Interpretierbarkeit aufgrund sich verändernder Referenzwerte nicht ausgewiesen. Die steigende Abweichung zum Absenkpfad ist dadurch zu erklären, dass sich die Emissionsintensität über die Jahre nicht verändert hat. Dies kann teilweise auch methodisch bedingt sein.
3 Die Grundlage bilden die Gefahrenkarten der Naturgefahr Wasser von geodienste.ch, sofern vorhanden und lizenziert. Im Jahr 2024 konnten zusätzlich Daten der Kantone Graubünden und Tessin verwendet werden. Der Einschluss dieser Kantone, welche als Bergkantone ein höheres Naturgefahrenrisiko haben, erklärt mehr als die Hälfte der Zunahme von 2023 zu 2024. Im Jahr 2025 sind alle Kantone ausser Basel-Stadt inkludiert. Neu dazugekommen sind die Kantone Appenzell Innerrhoden, Nidwalden, Obwalden und Waadt.
4 Berechnung basiert auf den Kreditlimiten. Gemäss den PACTA-Sektoren: Kohle, Öl, Gas, Elektrizität, Automobilindustrie, Zement, Stahl, Luftfahrt.
5 Die Emissionsintensitäten bei Unternehmensobligationen sind aufgrund der bisherigen Datenqualität als erste Annäherung zu verstehen. Die entsprechende Messung und Offenlegung ist dennoch der erste wichtige Schritt, um die finanzierten THG-Emissionen vertiefter zu analysieren. Die Klassifizierung ist an die Methode der SBTI angelehnt. Die Methode (inkl. Scope) wird laufend weiterentwickelt.
6 Ohne Gold- und Immobilienfonds. Weiterführende Informationen zu Fussabdruck und Intensität finden sich unter: raiffeisen.ch/rch/de/privatkunden/anlegen/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsreporting.html. Zusätzliche Nachhaltigkeitskennzahlen der Futura-Fonds werden in den jeweiligen Fonds-Factsheets ausgewiesen. Weitere Informationen zu den Futura-Fonds finden sich unter www.raiffeisen.ch/futura-regelwerk.

1 Massgeblich verbessert wurde die Erfassungsmethode der betrieblichen Infrastrukturen durch die systematische Erfassung und Referenzierung auf die Geschossflächen anstelle von Personaleinheiten. Daneben werden seit 2022 Firmenfahrzeuge, Heizungstypen und -baujahre sowie Kältemittel-Leckagen pro Gebäudeobjekt erfasst. Diese Verbesserungen steigern die Datenqualität von Scope 1 und 2. Für das Jahr 2022 wurden die Werte rückwirkend und basierend auf der verbesserten Methode neu berechnet und angepasst.

1

2

3

4

1 Betriebliche Treibhausgasemissionen aus Energie, Verkehr, Papier- und Wasserverbrauch1

in Tonnen CO₂-Äquivalent (t CO₂ eq)

10’700

10’100

10’000

–1,0% 5

direkte Treibhausgasemissionen innerhalb des Unternehmens (z.B. Heizungen, eigene Fahrzeuge) (Scope 1) 2

indirekte Treibhausgasemissionen durch Energieerzeugung ausserhalb des Unternehmens (z.B. Strom, Fernwärme) (Scope 2) 3

andere indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3) 4

2023 

2024

2025

1 Sämtliche Werte in dieser Umwelttabelle sind auf Hundert gerundet. Es ergeben sich dadurch allfällige Rundungsdiskrepanzen. Die an dieser Stelle offengelegten betrieblichen Emissionen in Scope 3 beinhalten Geschäftsverkehr von Personen und Fracht sowie Papier- und Wasserverbrauch. Finanzierte Emissionen sind hier nicht eingeschlossen. Siehe für finanzierte Emissionen Tabelle «Finanzierte CO₂-Emissionen nach dem Standard der PCAF», Seiten 33–34.

2 Scope 1: (77% Schätzwerte, 23% erfasste Werte): direkte Treibhausgasemissionen aus stationären Quellen im Unternehmen selbst, dies sind Öl- und Gasheizungen, eigene Fahrzeuge und Kältemittel-Leckagen.

3 Scope 2: (69% Schätzwerte, 31% erfasste Werte): indirekte Treibhausgasemissionen durch Energieerzeugung ausserhalb des Unternehmens, dies sind Strom und Fernwärme.

4 Scope 3: andere indirekte Treibhausgasemissionen ausserhalb des Unternehmens aus vor- und nachgelagerten Prozessen, wie zum Beispiel Geschäftsreisen mit der Bahn oder Vorstufen der Energiebereitstellung.

5 Die Reduktion im 2025 ist im Rahmen der üblichen Fluktuationen zu verstehen.

5 Transitionsplan

Im Klimatransitionsplan wird dargelegt, welche KPIs Raiffeisen verwendet, um ihr strategisches Netto-Null-Ziel und die daraus abgeleiteten Reduktionsziele zu messen und einzuhalten. Im Weiteren werden operationelle Zielwerte festgelegt sowie Massnahmen definiert, die zur Erreichung dieser Ziele umgesetzt werden sollen. Die aktuelle Version des Transitionsplans bildet den derzeitigen Stand der umgesetzten Massnahmen ab.

Aufgrund der zeitlich beschränkten Datenerhebung, der noch zu verbessernden Datenlage sowie der damit zusammenhängenden beschränkten Möglichkeit einer Wirkungs- und Erfolgseinschätzung der definierten Massnahmen ist von Anpassungen am Transitionsplan in den kommenden Jahren auszugehen. Dementsprechend wird der Transitionsplan analog zur Klimastrategie laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Schliesslich gilt es in diesem Kontext zu erwähnen, dass Raiffeisen als Finanzdienstleister das definierte Netto-Null-Ziel nicht isoliert erreichen kann. Ausschlaggebend sind insbesondere ein entsprechender politischer und regulatorischer Rahmen sowie auf der Kundenseite umgesetzte Massnahmen.

Reduktion THG-Emissionen Hypotheken pro m² von 2022 bis 2030

Gewerbeimmobilien: 61%

Wohnimmobilien: 45%
KPI Operationelle Zielwerte Massnahmen
Emissionsintensität (kg CO₂ eq/m2) für Hypotheken (Wohnimmobilien) und Hypotheken (Gewerbeimmobilien) Mehr als 3000 zusätzlich für Klimaverträglichkeit sensibilisierte Wohneigentümerinnen und -eigentümer pro Jahr Initiativen zur Sensibilisierung von Kundinnen und Kunden für das Potenzial zur Steigerung der Klimaverträglichkeit des Eigenheims (z.B. Modernisierungsberatung, Unterstützung der Kampagne «erneuerbar heizen»)

Initiativen zur Sensibilisierung von Firmenkunden für das Potenzial zur Steigerung der Klimaverträglichkeit

Politisches Engagement für den Klimaschutz inklusive eines starken Gebäudeprogramms

Weiterentwicklung Eco-Hypothek
Reduktion THG-Emissionen von den über Kredite finanzierten Unternehmen (kein Reduktionsziel definiert)
KPI Operationelle Zielwerte Massnahmen
Kredite an GRU mit wissenschaftsbasierten Klimazielen im Verhältnis zum Gesamtkreditvolumen GRU (%)

Emissionsintensität (t CO₂ eq/Mio. CHF) der Kredite (Scope 1, Scope 2, Scope 3)

Anteil an Finanzierungen in CO₂-intensiven Sektoren
Keine Investitionen in Unternehmen, die Kohle, Erdöl oder Erdgas abbauen oder Kohlekraftwerke betreiben

Weniger als 6% Finanzierung in klimabelastenden Sektoren ohne Landwirtschaft
Definierte Ausschlüsse klimaintensiver Sektoren

Unterstützung einer ambitionierten Klimapolitik
Reduktion THG-Emissionen von Investitionen in Unternehmensobligationen (kein Reduktionsziel definiert)
KPI Operationelle Zielwerte Massnahmen
Investitionen in Obligationen von Unternehmen mit wissenschaftsbasierten Klimazielen im Verhältnis zu Gesamtinvestitionen

Emissionsintensität (t CO₂ eq/Mio. CHF) der gehaltenen Unternehmensobligationen (Finanzanlagen, Scopes 1 und 2, Scope 3)
Reduktion THG-Emissionen im Betrieb bis 2030 um 42% gegenüber 2022
KPI Operationelle Zielwerte Massnahmen
Absenkung der absoluten Emissionen (t CO₂ eq) Scope 1 und Scope 2 nach definiertem Absenkungspfad im Vergleich zum Vorjahr (%) 7% jährliche Erneuerungsquote bei den circa 380 (von rund 800) fossil beheizten Raiffeisen-Gebäuden

15% jährliche Erneuerung der Fahrzeugflotte (225 Fahrzeuge) mit Fahrzeugen unter dem vom Bund vorgegebenen CO₂-Schwellenwert

100% Strom aus erneuerbaren Energien

2% Energieverbrauchsreduktion pro Jahr
Sensibilisierung und finanzielle Unterstützung bei Heizungsersatz und Installation von Photovoltaikanlagen durch internen Klimafonds

Zukauf Herkunftsnachweise «erneuerbarer Strom»

Förderung emissionsarmer Geschäftsverkehr

Förderung klimagerechtes Bauen durch Einhaltung relevanter Standards (SNBS, Minergie)