E-Mobilität – Nimmt zusehends Fahrt auf

E-Mobilität – Nimmt zusehends Fahrt auf

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Obwohl die E-Mobilität stetig an Fahrt gewinnt, ist das Umfeld durch verschiedene Herausforderungen geprägt, welche das Thema belasten. Trotz dieser Schwierigkeiten sind am Horizont auch einige zuversichtlich stimmende Aufhellungen auszumachen.

 

Ein herausforderndes Umfeld …

Die Abkehr vom Verbrennungsmotor in der Automobilbranche im vollen Gange. Qualität, Attraktivität und Vielfalt von E-Fahrzeugen nimmt stetig zu. Entsprechend breit ist mittlerweile das Angebot an Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor. Kaum ein Autobauer, dessen Produktpalette heute nicht mindestens ein E-Fahrzeug umfasst.

Obwohl die Entwicklung somit ganz im Sinne des Anlagethemas verläuft, ist die Performance eines entsprechenden Investments bislang enttäuschend. Neben der auf breiter Front überschätzten Dynamik hinsichtlich Aufkommen und Verbreitung der E-Mobilität stechen hierfür drei Hauptursachen hervor. So sieht sich die Autoindustrie generell mit rauerem Gegenwind konfrontiert. Nach der Vertrauenskrise im Zuge um manipulierte Abgaswerte bekommt die Branche zusätzlich die eingetrübte Konjunkturlage zu spüren.

Ebenso sind die Titel von Förderern und Verarbeitern von Lithium anhaltendem Druck ausgesetzt. Denn obwohl Einigkeit darüber herrscht, dass die Nachfrage steigen wird, hat der Preis des für die Akkus von E-Autos elementaren Rohstoffs seit Mitte 2018 zu einer Talfahrt angesetzt. Der Grund ist insbesondere in den massiv aufgebauten Förderkapazitäten zu suchen und die Sorge vor einer Angebotsschwemme nährte.

Dass die Batteriehersteller nicht vom gesunkenen Preis zu profitieren vermochten, liegt vor allem am Absatz von E-Fahrzeugen selbst. Auch wenn bei diesen Zahlen ein kontinuierliches Wachstum zu beobachten ist, liegen sie deutlich hinter den hohen Erwartungen zurück, was sowohl angebots- wie auch nachfrageseitig begründet ist: Einerseits sind die Produktionskapazitäten für E-Fahrzeuge noch äusserst limitiert, andererseits zeigt sich die Nachfrage nach E-Fahrzeugen noch nicht im erhofften Ausmass. Insofern überrascht es nicht, dass bei den Investoren in Batterieproduzenten bislang auch eine Zurückhaltung herrscht, was entsprechenden Kursdruck ausübt.

 

... das dennoch Lichtblicke am Horizont bereit hält

Diesen Herausforderungen zum Trotz sind für die Elektromobilität auch Aufhellungen am Horizont auszumachen. So gewinnt die Elektromobilität nicht zuletzt an Attraktivität und an Akzeptanz, weil sowohl die E-Fahrzeuge selbst als auch die dafür benötigte Infrastruktur immer besser und ausgebauter wird. Die Reichweite elektrisch betriebener Autos wird sukzessive grösser und die Anzahl der Ladestationen nimmt ständig zu. Gleichzeitig ist das Herauffahren der Produktion von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb für die traditionellen Autobauer zwar mit immensen Kosten verbunden, dennoch steigen die diesbezüglichen Investitionen laufend an. Alleine 2018 haben die weltweit führenden Fahrzeughersteller ihre Investitionen in die E-Mobilität fast verdoppelt.

Zwar hinken die tatsächlichen Entwicklungen bei der Verschiebung vom Verbrennungs- zum Elektromotor den (zu) hohen Erwartungen spürbar hinterher, der Trend scheint aber dennoch eindeutig zu sein: Der Bestand an E-Fahrzeugen nimmt weltweit stetig zu – im letzten Jahr zum dritten Mal in Folge mit zugenommener Wachstumsdynamik. Massgebliche Treiber dürften hierfür die Vorgaben aus der Politik sein, denn eine drastische Reduktion der durch den Individualverkehr verursachten Emission umweltschädlicher Schadstoffe steht rund um den Globus auf den politischen Agenden.

Nimmt der Verkauf von E-Fahrzeugen weiter zu, dürfte ein niedriger Lithiumpreis den Batteriehersteller zum Vorteil gereichen. Setzt sich erst einmal die Erkenntnis durch, dass die angenommene Dynamik bei E-Mobilität zwar auf übersteigerten Erwartungen fusste, der langfristige Trend aber dennoch nach oben zeigt, sollte auch das Investorenvertrauen in die Komponentenhersteller zunehmen. Das Argument, dass ein schwächelnder

Lithiumpreis wettbewerbsfähigere Verkaufspreise und/oder höhere Margen grundsätzlich ermöglicht, könnte dereinst folglich auf fruchtbareren Boden fallen.

Nicht zuletzt scheint am Markt auch hinsichtlich des Lithiums und dessen Förderer trotz der Preisbaisse eine Grundzuversicht zu herrschen. Zwar dürften die Notierungen des Rohstoffes wohl nicht so schnell auf das Niveau von Sommer 2018 zurückkehren. Dass Lithium dennoch als zukunftsträchtiger Rohstoff beurteilt wird, in den sich bedeutsame Investitionen lohnen, zeigt sich aber beispielsweise an der Übernahme ($ 534 Millionen) des australischen Lithiumförderers Kidman Resources durch Wesfarmers.

 

E-Autos werden immer leistungsfähiger

Durchschnittliche Reichweite von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen, in Kilometern

Quellen: Horvath & Partner, Raiffeisen Schweiz Investment Advisory

 

Umsetzung: Tracker-Zertifikat auf «Solactive Electric Mobility NTR Index»

Die Frage, ob sich die E-Mobilität als Anlagethema immer noch eignet scheidet die Geister der Anleger. Die dargelegten Herausforderungen sind nicht unerheblich und wir sind uns bewusst, dass diese nicht von heute auf morgen beseitigt werden. Dennoch gibt es Hinweise für eine Aufhellung in der mittel- bis langfristigen Sicht. Vertraut man diesen Anzeichen, empfehlen wir eine Anlage mittels eines Trackers auf einen Aktienkorb, welcher auf die ganze Wertschöpfungskette bei der E-Mobilität fokussiert. Das heisst, dass dabei sowohl traditionelle Autobauer, welche immer mehr in Richtung E-Mobilität umschwenken, berücksichtigt und gleichzeitig auch die Lithiumförderung und die Batterie- und Antriebherstellung eingeschlossen werden.

+  Chancen                                                  

–  Risiken

  • Die Anlage erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette der E-Mobilität und ist entsprechend sektoral diversifiziert.                        
  • Die Politik forciert und fördert die Abkehr vom Verbrennungsmotor.  
  • E-Mobilität entspricht weitgehend dem Zeitgeist einer klimaneutralen Lebens- und Konsumweise.                                                          
  • Die bereits zurückgegangenen Erwartungen an die Entwicklung der E-Mobilität könnten sich immer noch als überzogen erweisen und zu Enttäuschungsreaktionen führen.
  • Bahnbrechende technische Innovationen in den Alternativen zum Elektroantrieb – z.B. im Bereich bei Wasserstoffzellen – könnte die E-Mobilität faktisch zum Erliegen bringen.
Produktinformationen

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