Vorsorgeprodukte und Versicherungsprodukte

Freizügigkeit: «Parkieren» Sie Ihr Altersguthaben sicher und optimal

Drucken

Mit einem Freizügigkeitskonto oder –depot sichern Sie Ihr angespartes Vorsorgekapital, wenn Sie aus der Pensionskasse Ihres Arbeitgebers austreten und nicht sofort einer neuen Einrichtung beitreten. Wo und wie Sie Ihr Altersguthaben zwischenzeitlich «parkieren», entscheiden Sie selbst. Erfahren Sie, wann welche Lösung Sinn macht.  

 

Freizügigkeit wird immer dann zum Thema, wenn Sie nicht mehr über Ihren Arbeitgeber in die Pensionskasse einzahlen. Das kann unterschiedliche Gründe haben, beispielsweise:

  • Sie unterbrechen Ihre Erwerbstätigkeit auf eigenen Wunsch, beispielsweise zwecks Weiterbildung, Auszeit oder Familie.
  • Sie werden arbeitslos und dadurch entsteht ein Arbeitsunterbruch.
  • Sie machen sich beruflich selbständig.
  • Sie haben einen Lohnrückgang unter die versicherungspflichtige Mindesthöhe von CHF 21’330.00 (Stand 2020).

Zwar können Sie nur in ganz speziellen Fällen ((Link zu Kapitel «Wann kann ich Freizügigkeitsgelder beziehen»)) über das angesparte Pensionskassenguthaben verfügen. Beim Entscheid, wo und vor allem wie Sie dieses zwischenzeitlich deponieren, sind Sie hingegen frei. Wir empfehlen Ihnen die Lösungen in Form eines Freizügigkeitskontos oder –depots, da Sie Ihr Vermögen damit sowohl sicher verwahren als auch vermehren können. Falls Sie eine Policen-Lösung wünschen, können wir Ihnen dies mit unserer Kooperationspartnerin Helvetia anbieten.

 

Konto oder Depot – in welchen Fällen macht was Sinn?

Generell gilt: Je kürzer der Arbeitsunterbruch dauert, desto eher empfiehlt sich die Überweisung Ihres Vorsorgeguthabens auf ein Freizügigkeitskonto. Dauert der Unterbruch länger als fünf Jahre, so empfehlen wir Ihnen das Freizügigkeitsdepot. Damit profitieren Sie von den Chancen der Finanzmärkte und Ihr Altersguthaben kann sich vermehren.

Bei der Ausgestaltung des Freizügigkeitsdepots können Sie aus einer breiten Palette an unterschiedlichen Vorsorgefonds und Anlagestrategien aus unserer Fonds-Familie mit dem Namen «Pension Invest Futura» wählen. Entscheidend ist auch hier Ihr zeitlicher Horizont: Je länger die Freizügigkeitsgelder angelegt werden können, desto höher kann der Aktienanteil sein und Ihre Renditechancen steigen. Allerdings stehen den erhöhten Renditechancen grosse Wertschwankungen und damit ein erhöhtes Risiko gegenüber. Und übrigens: Alle Raiffeisen Vorsorgefonds sind nachhaltig! Das heisst, Sie investieren Ihr Vorsorgevermögen ausschliesslich in Unternehmen, welche bei Ihrer Geschäftstätigkeit ökologische, soziale und ethische Aspekte berücksichtigen.

 

Beispiele zu Konto oder Depot gefällig?

Diese drei Beispiele zeigen Ihnen, wann was Sinn macht:

 

Luisa (35) wird Mutter

Schwangerschaft

Gemeinsam mit ihrem Partner gründet Luisa eine Familie. Sie möchte sich in den kommenden Jahren voll und ganz der Familie widmen. Deshalb kündigt sie ihren Job bis auf weiteres.

Empfehlung des Vorsorge-Experten

Da Luisa mittelfristig nicht mehr berufstätig sein wird, lohnt sich für sie die Eröffnung eines Freizügigkeitsdepots. Gehen wir von einer Freizügigkeitsleistung von CHF 150‘000 aus, so kann sich Luisa nach sieben Jahren und bei einem ausgewogenen Freizügigkeitsdepot (Aktienanteil 40%) und bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 3.5% über einen Wertzuwachs von CHF 35‘000 respektive ein Endvermögen von CHF 185‘000 erfreuen (Berechnung exkl. Ausgabe- und/oder Verwaltungsgebühr) – notabene ohne dass sie irgendwas dafür tun musste.

 

Alex (42) gönnt sich eine berufliche Auszeit

 Reisender

Alex erfüllt sich einen Lebenstraum und geht auf Weltreise – und dies für mindestens ein Jahr, je nach Budgetverbrauch auch länger. Damit er den Anschluss nicht verpasst, möchte er aber spätestens nach zwei Jahren wieder in seinen Beruf als Informatiker zurück.

Empfehlung des Vorsorge-Experten

Da Alex spätestens nach zwei Jahren wieder in ein Angestelltenverhältnis zurückkehrt, ist das Freizügigkeitskonto für ihn die ideale Lösung.

 

Sebastian (28) macht sich selbständig

 Schreinerei

Gemeinsam mit seinem Freund wagt Sebastian den Schritt in die Selbständigkeit und gründet eine Schreinerei. Sebastian hat schon immer von einer Selbständigkeit geträumt und deshalb einen schönen Batzen für die Gründung angespart.

Empfehlung des Vorsorge-Experten

Grundsätzlich könnte sich Alex die Freizügigkeitsleistung auszahlen lassen, da er sich selbständig macht. Da er finanziell darauf aber nicht angewiesen ist, empfehlen wir ihm eine Policenlösung. Zwar kann er damit nicht von der Vermehrung seines Vorsorgegeldes profitieren, dafür sichert er sich selbst vor Invalidität und seine Liebsten im Fall eines Todesfalls ab.

 

Und wie sieht es mit Ihrer Situation aus?

Vereinbaren Sie noch heute einen Beratungstermin mit Ihrem Kundenberater und loten Sie die für Sie ideale Lösung aus!

 

Was sind die Vorteile eines Freizügigkeitskontos bei Raiffeisen?

  • Attraktiver Zinssatz
    Ihr Freizügigkeitsguthaben wird bevorzugt verzinst.
  • Kostenlose Kontoführung
    Ihr Konto führen wir spesenfrei. Ende Jahr erhalten Sie kostenlos einen Kontoauszug.
  • Steuern optimieren
    Vermögen & Erträge aus Zinsen sind während der Spardauer steuerbefreit.
  • Bezug ohne Verlust
    Bei einem vorzeitigen Bezug gemäss Reglement ist Ihr Freizügigkeitsguthaben unter Einhaltung einer Kündigungsfrist ohne Verlust verfügbar – im Gegensatz zu einem Versicherungsprodukt.

 

 

Was sind die Vorteile eines Freizügigkeitsdepots bei Raiffeisen?

  • Sie profitieren von Renditechancen der Finanzmärkte
    Mit einem Freizügigkeitsdepot vermehren Ihr Vorsorgevermögen indem Sie es anlegen.
  • Wählen Sie zwischen der passenden Anlagelösung für Ihr Freizügigkeitskonto
    Je nach zeitlichem Horizont und Ihrer Risikobereitschaft finden Sie die passende Anlagelösung.
  • Nachhaltig
    Alle unsere Vorsorgedepots investieren in nachhaltige Unternehmen.

 

FAQ zum Freizügigkeitskonto

Kann ich mehrere Freizügigkeitskonten besitzen?

Grundsätzlich ist es möglich, mehrere Freizügigkeitskonten zu besitzen. Die Aufteilung des Pensionskassenguthabens auf zwei Freizügigkeitskonten muss beim Austritt aus der Pensionskasse verlangt werden.
 

Ist ein Aufschub der Auszahlung des Freizügigkeitskontos bei der Pensionierung möglich?

Der Freizügigkeitsvertrag endet mit dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters der AHV. Es gibt aber die Möglichkeit, die Auszahlung des Freizügigkeitskontos um maximal 5 Jahre aufzuschieben. Dabei sind kantonal unterschiedliche Regelungen zu berücksichtigen. Das Konto darf in diesem Zeitraum jederzeit bezogen werden.
 

Ich habe wieder eine Arbeitsstelle gefunden. Muss ich mein Freizügigkeitskonto in die Pensionskasse meines neuen Arbeitgebers übertragen?

Ja, gemäss Freizügigkeitsgesetz ist jeder Arbeitnehmer verpflichtet, sämtliche Freizügigkeitsleistungen in die Pensionskasse seines Arbeitgebers einzubringen. Dies macht Sinn: bei der Pensionskasse sind Sie besser für allfällige Invaliden- oder Hinterlassenen-Leistungen versichert.
 

Muss ich mein Freizügigkeitskonto in der Steuererklärung angeben?

Nein, das Freizügigkeitskonto ist ein von der Vermögenssteuer befreites Konto. Somit muss dieses in der Steuererklärung nicht deklariert werden.
 

Ich bin selbständig und nicht pensionskassenversichert. Kann ich freiwillige Beiträge auf das Freizügigkeitskonto bei Raiffeisen tätigen?

Nein, das Reglement der Raiffeisen Freizügigkeitsstiftung lässt freiwillige Einlagen auf das Freizügigkeitskonto nicht zu. Auf das Freizügigkeitskonto können nur bereits gebundene Gelder der 2. Säule übertragen werden, entweder von einer Pensionskasse, einem Freizügigkeitskonto oder einer Freizügigkeitspolice.
 

Fallen bei einer Auszahlung des Freizügigkeitskontos Kosten an?

Grundsätzlich wird das Freizügigkeitskonto kostenlos geführt. Eine Ausnahme bildet der Bezug des Freizügigkeitskontos für selbstgenutztes Wohneigentum. Das Gesetz verlangt den Eintrag einer Veräusserungsbeschränkung im Grundbuchamt bei einem Vorbezug von Pensionskassen-Gelder. Eine solche Anmerkung im Grundbuchamt ist gebührenpflichtig, weshalb bei der Auszahlung einmalig CHF 250.– für den administrativen Aufwand verrechnet werden. Diese Gebühr ist ebenfalls ein Teil der Auszahlung und wird deshalb auch versteuert.
 

Wieso gibt es eine Kündigungsfrist von 31 Tagen bei der Auflösung der Freizügigkeitskonten?

Die Schweizer Banken müssen gemäss der Finanzmarktaufsicht (FINMA) erhöhte Liquiditätsanforderungen erfüllen. Für systemrelevante Banken – zu denen auch Raiffeisen gehört – gelten diese Anforderungen bereits seit dem 1.1.2016. Aus diesem Grund wurde bei den Freizügigkeitskonten eine Kündigungsfrist von 31 Tagen eingeführt.
 

Was geschieht mit meinem Freizügigkeitskonto bei einer allfälligen Scheidung?

Gelder der beruflichen obligatorischen Vorsorge, somit auch das Freizügigkeitskonto, müssen bei einer Scheidung hälftig aufgeteilt werden. Dies betrifft aber nur jenen Teil, welcher während der Dauer der Ehe angespart wurde.