Devisenstrategien

Risikoabsicherung mit einer kombinierten Devisenstrategie

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STIA Schweiz importiert Holzprodukte aus Österreich und vertreibt sie in der Schweiz. Schwankende Wechselkurse wirken sich auf die Marge des Unternehmens aus. Um das Risiko abzufedern, setzt das Unternehmen auf eine kombinierte Strategie, die sowohl Kassa- als auch Termingeschäfte umfasst.

Der Eurokurs wirkt sich unmittelbar auf die Marge aus

Import, Verkauf und Vertrieb von Parkettböden, Wandbelägen und Deckenpanels – das ist das Geschäftsfeld der STIA Schweiz AG. Büros und Showroom liegen nur einen Steinwurf vom Zollhaus in Diepoldsau im St. Galler Rheintal entfernt. Auf der anderen Seite der Grenze, in Österreich, hat das Mutterhaus des Unternehmens seinen Sitz: die Admonter Holzindustrie AG. Dort werden europäische Hölzer zu den hochwertigen Produkten verarbeitet, die STIA Schweiz importiert und hierzulande verkauft.

Für Nadja Manser und Markus Lüchinger, die beiden Geschäftsführer, bringt das internationale Geschäftsumfeld spezifische Herausforderungen mit sich: Die mit Abstand grösste Aufwandposition stellt der Einkauf der Holzprodukte dar; diese Kosten fallen allesamt in Euro an. Bezahlt wird STIA von den eigenen Kunden hingegen mehrheitlich in Schweizer Franken. Veränderungen beim Eurokurs wirken sich so unmittelbar auf die Margen aus.

 

Budgetierung von Kursschwankungen ist für die Preisgestaltung zentral

Bereits bei der Preisgestaltung muss STIA deshalb Kursschwankungen einkalkulieren. Nadja Manser erklärt: «Wir können unsere Preise nicht von Woche zu Woche ändern. Schliesslich wollen wir das Währungsrisiko nicht einfach auf unsere Kunden abwälzen.» Darum arbeiten die STIA-Geschäftsführer bei der Budgetierung mit ihrem Raiffeisen-Kundenberater zusammen und diskutieren die Euro-Kursprognosen. So können die Unternehmer ihr Erfahrungswissen mit der Expertise der Bank abgleichen. Die sorgfältige Analyse und die Einberechnung einer Sicherheitsmarge federn die ersten Risiken ab.

Die Planung hat aber auch Grenzen: Wann genau welche Eurobeträge benötigt werden, ist nicht für das ganze Geschäftsjahr absehbar. Denn Kundenaufträge treffen in unregelmässigen Abständen bei STIA Schweiz ein. Und beim Mutterhaus in Österreich wird fast ausschliesslich auf Bestellung produziert. «In der Regel kaufen wir Devisen darum einfach dann, wenn entsprechende Zahlungen anfallen», sagt Nadja Manser.

Für Guido Saxer, Leiter Firmenkunden bei der Raiffeisenbank Oberes Rheintal, ist das Devisenkassageschäft in dieser Situation deshalb die richtige Devisenstrategie: «Indem man den Euro-Bedarf nicht mit grossen Währungseinkäufen, sondern übers Jahr verteilt mit kleinen Tranchen deckt, reduziert man das Klumpenrisiko», sagt er.

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  • Nadja Manser und Markus Lüchinger
    Ein Herz für Holz: Nadja Manser und Markus Lüchinger sind die Geschäftsführer der STIA Schweiz AG.
  • Showroom in Diepoldsau
    Im Showroom in Diepoldsau (SG) beraten sie Kundinnen und Kunden bei der Auswahl geeigneter Holzprodukte. STIA ist spezialisiert auf Bodenbeläge, Wandverkleidungen und Deckenpanels.
  • Holzprodukte von STIA
    Die Holzprodukte importiert STIA Schweiz aus Österreich, der Vertrieb erfolgt in der Schweiz. Ausgaben in Euro und Einnahmen in Schweizer Franken – das bedeutet ein hohes Währungsrisiko für das Unternehmen.
  • STIA Lager im Mutterhaus in Österreich
    Bei vorteilhaften Wechselkursen einfach das Lager zu füllen, ist keine Option für das Unternehmen. Denn beim Mutterhaus in Österreich wird fast ausschliesslich auf Bestellung produziert.
  • STIA Geschäftsführer
    Um das Wechselkursrisiko aus dem grenzüberschreitenden Holzhandel zu minimieren, setzen die STIA Geschäftsführer auf eine Kombination aus Kassa- und Termingeschäft.
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    Planungssicherheit bei grossen Aufträgen

    Eine separate Strategie fährt STIA Schweiz bei sehr grossen Aufträgen. Markus Lüchinger erklärt: «Grössere Aufträge haben einen längeren Planungshorizont. Damit wir besser kalkulieren und so unseren Kunden die vereinbarten Preise auch wirklich gewähren können, sichern wir uns in diesem Fall mit Devisentermingeschäften ab.»

    So kann das Unternehmen zwar nicht profitieren, wenn sich der Kurs zu seinen Gunsten entwickelt. Für Verluste, die sich aus einer negativen Entwicklung ergeben würden, ist STIA Schweiz aber abgesichert. Das passt zum Unternehmen, wie Markus Lüchinger sagt: «Spekulation ist nicht Teil unserer Firmenkultur.»

     

    Transaktionen selbstständig vornehmen

    Als Unternehmen mit einem Volumen von über 5 Millionen Franken steht STIA Schweiz für alle Euro-Franken-Transaktionen der Direct Access Service (DAC) von Raiffeisen zur Verfügung. Dieser ermöglicht den direkten Zugang zum Devisenhandel: In Echtzeit können Nadja Manser und Markus Lüchinger die Wechselkurse beobachten und rund um die Uhr selbstständig Devisengeschäfte tätigen. 

    Die Flexibilität und Autonomie, die sie dadurch erhalten, schätzen die beiden Geschäftsführer. Darin sieht Firmenkundenberater Guido Saxer schliesslich auch den grossen Vorteil des DAC: «Unternehmen wie STIA Schweiz können ihre Devisentransaktionen schnell, ihren Bedürfnissen und ihrer Strategie entsprechend vornehmen.»

    Nadja Manser und Markus Lüchinger, Geschäftsführer der STIA Schweiz AG
    Nadja Manser und Markus Lüchinger, Geschäftsführer der STIA Schweiz AG

    Als Tochterunternehmen der österreichischen Admonter Holzindustrie AG vertreibt die STIA Schweiz AG hierzulande Böden, Wandbeläge und Deckenpanels aus Holz, das aus nachhaltig bewirtschafteten europäischen Wäldern stammt. Sie beliefert primär Händler und Handwerker, berät in ihrem Showroom aber auch Architekten und Bauherren.