Gelebte Nachhaltigkeit in Schweizer KMU

Direkthilfe aus der Firmenkasse

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Der Kunststoffspezialist Swissplast expandiert mit Erfolg und nimmt gleichzeitig seine soziale Verantwortung wahr. Mit einem Teil seines Gewinns unterstützt das Ostschweizer Unternehmen notleidende Familien in Indien. Um möglichst direkt helfen zu können, hat der Geschäftsführer eine eigene Stiftung gegründet.
 

Erfolgsgeschichte von Swissplast

Swissplast wächst und wächst. Mit einem neuen, energieeffizienten Maschinenpark hat das Unternehmen aus Sargans 2013 seine Ökobilanz verbessert und gleichzeitig seine Marktposition ausgebaut. Mittlerweile ist diese so stark, dass das KMU nach Deutschland expandieren konnte. Durch die Übernahme von zwei bayrischen Firmen und die Gründung eines zusätzlichen Standorts in Thüringen ist der Kunststoffspezialist heute viermal so gross wie noch vor zwei Jahren.

«Wir haben Erfolg und möchten etwas weitergeben», sagt Geschäftsführer Barac Bieri. Nachdem er Swissplast 2011 übernommen hatte, fragte sich Bieri, wie das Unternehmen seine soziale Verantwortung wahrnehmen könnte – und zwar über das Sarganserland hinaus. Wo der Geschäftsführer helfen wollte, war schnell klar: in Indien, dem Heimatland seiner Ehefrau. Wie Bieri aus erster Hand wusste, ist in den ländlichen Regionen des Bundesstaats Rajasthan die Armut gross und Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit.

 

Selber helfen statt nur spenden

Barac Bieri wollte mehr tun, als nur zu spenden. Sein Ziel war es, mit dem Geld aus der Firmenkasse möglichst viel zu bewirken. «Bei grösseren Stiftungen verpuffen Spendengelder oft in Administration und Werbung», sagt Bieri. «Um wirklich etwas bewegen zu können, wollten meine Frau und ich unbedingt selbst etwas auf die Beine stellen.»

Also rief der Geschäftsführer 2012 die Afshan & Barac Bieri Stiftung ins Leben. Doch Bieri musste feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, Gutes zu tun: «Am Anfang schlugen wir uns vor allem mit Papierkram herum», erinnert er sich. Vor Ort war sei es eine Herausforderung gewesen, Projektpartner zu finden. «Zu Geld sagt niemand Nein, doch wenn man sich selbst aktiv einbringen möchte, winken die meisten ab.»

Nach den Startschwierigkeiten kamen die ersten Erfolgserlebnisse. Mittlerweile hat die Stiftung in Dörfern, wo Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit ist, Brunnen renoviert und Wasserspeicher installiert. Gegen 800 Menschen profitieren heute davon. Zudem unterstützt die Stiftung Kinder mit Kleidern und Schulmaterial.

 

Vier Schulen finanziert

Rund zwei Drittel der Stiftungsgelder stammen aus der Firmenkasse, der Rest sind Spenden. Wie viel Bieri in die Stiftung investiert, macht er vom Jahresergebnis abhängig. Da Swissplast in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist, war das Budget vorhanden, um das soziale Engagement auszubauen. Seit kurzem betreibt die Stiftung vier Schulen und noch in diesem Jahr sollen weitere Wassertanks dazukommen.
 

Weitere Nachhaltigkeitsinitiativen von Swissplast

Swissplast wirtschaftet nicht nur sozial nachhaltig, sondern agiert auch ökologisch und ökonomisch nachhaltig:
 

Swissplast
Swissplast

Die Kunststoffkomponenten von Swissplast legen im Laufe ihres Lebens viele Kilometer zurück – sei es in Wohnmobilen oder in den Elektrorollern der Post. Das Unternehmen mit Sitz in Sargans (SG) ist Spezialist für Kunststoff-Tiefziehen und Thermoforming. Durch die Übernahme der deutschen Firmen AL-KO Plast GmbH (heute swissplast Gmbh) und CAP Vakuform GmbH, sowie der Gründung der s-plast GmbH ist die Belegschaft in den letzten zwei Jahren auf 180 Mitarbeitende angewachsen. 2019 wurde das Unternehmen zudem für den Raiffeisen Unternehmerpreis Ostschweiz nominiert.