Gelebte Nachhaltigkeit in Schweizer KMU

Mehr geben, mehr bekommen

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«Wir geben Flexibilität und erhalten Flexibilität zurück» – So lautet die Strategie der OekoSolve AG. Katrin Vetsch, Geschäftsleitungsmitglied, erklärt, wie sie dank sozial nachhaltigem Wirtschaften von viel Know-How und Flexibilität unter den Mitarbeitenden profitieren.
 

Engpässe mit flexiblen Mitarbeitenden vermeiden

Flexible Mitarbeitende – darauf ist die Oekosolve AG angewiesen. Das KMU in Plons bei Sargans entwickelt und vertreibt Feinstaubfilter für Holzfeuerungen. Eine sehr saisonale Tätigkeit. «Im Winter baut niemand eine neue Heizung ein», sagt Geschäftsleitungsmitglied Katrin Vetsch. «60 bis 70 Prozent unseres Umsatzes machen wir im Sommer.»

Oekosolve braucht also Leute, die bereit sind, in den warmen Monaten mehr zu arbeiten als in den kalten. Die Strategie des Unternehmens: «Wir geben Flexibilität und erhalten Flexibilität zurück», so Vetsch. Oekosolve fördert dazu etwa aktiv Teilzeitarbeit. «So können wir bei Engpässen verschiedene Mitarbeitende fragen, ob sie vorübergehend aufstocken würden.»

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  • Eigene Entwickler tüfteln laufend an den Feinstaubfiltern von Oekosolve.
  • Auch die Fertigung der elektrostatischen Holzfeuerungsfilter erfolgt in Plons bei Sargans.
  • Ein Elektroniker baut Kleinstteile zusammen
  • … sowie die Kraft des Produktionsmitarbeitenden.
  • Dem Erfolg des KMU liegt aber vor allem eines zugrunde: ein motiviertes Team.
  • Vorbildliche Arbeitsbedingungen fördern die Zufriedenheit und Leistung der Mitarbeitenden.
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    Bessere Leistung dank Teilzeitarbeit

    Und Teilzeitarbeit bringt noch weitere bedeutende Vorteile fürs Geschäft. Vetsch: «Zum Beispiel verteilt sich das Know-how auf mehrere Leute.» Natürlich erfordere Teilzeitarbeit auch mehr Koordination. Gleichzeitig steigt die Mitarbeiterzufriedenheit – dies verbessert die Leistung und die Aussicht auf langfristige Betriebstreue. Denn: Teilzeitarbeit ist ein Bedürfnis. «Auf eine Teilzeitstelle mit flexiblen Arbeitszeiten bekomme ich um die 70 Bewerbungen», erklärt die Geschäftsleiterin. Die Auswahl sei weitaus grösser als bei einer Vollzeitstelle. 

     

    Über 30 Prozent der Männer arbeiten Teilzeit 

    Die Förderung von Teilzeitarbeit ist bei Oekosolve jedoch nicht nur Strategie, sondern auch Herzensangelegenheit. «Wir möchten, dass sich unsere Mitarbeitenden wohlfühlen. Ein familiäres Klima ist uns wichtig», betont Vetsch. So arbeitet zirka die Hälfte des rund 30-köpfigen Teams weniger als 100 Prozent, die meisten dieser Mitarbeitenden haben Familie. Was auffällt: Über 30 Prozent der Männer bei Oekosolve arbeiten Teilzeit – schweizweit sind es nur zirka halb so viel. Hier wirkt die Geschäftsleitung als Vorbild. «Meine beiden Kollegen in der Führung arbeiten als Väter 80 Prozent. Würden sie das nicht tun, hätten wir ziemlich sicher mehr Vollzeitmitarbeiter.» 

     

    Mit Studierenden zu neuem Wissen kommen

    Doch nicht nur Väter und Mütter haben bei Oekosolve Teilzeitpensen; zwei Mitarbeitende studieren nebenher. Auch das bringt dem Ostschweizer KMU Vorteile: «Indem wir Studierende beschäftigen, erhalten wir neues Wissen für die Produkteentwicklung », sagt Vetsch. «Und die Entwicklung am Standort Plons ist unser wichtigster Wettbewerbsvorteil.»

     

    Weitere Nachhaltigkeitsbestrebungen

    Ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen hat sich für die OekoSolve AG ausgezahlt. Im Jahr 2019 gewann Sie den zweiten Raiffeisen Unternehmerpreis  Ostschweiz. Doch das Unternehmen wirtschaftet nicht nur sozial nachhaltig, sondern ist auch in ökologischer und ökonomischer Hinsicht wegweisend. Folgende Nachhaltigkeitsbestrebungen macht das Unternehmen:

    Oekosolve AG
    Oekosolve AG

    Die Oekosolve AG produziert elektrostatische Feinstaubfilter für Holzfeuerungen. Zu jeder Holzfeuerung soll ein Oekosolve-Filter wie ein Katalysator zum Auto gehören, so die Vision des KMU, das von der Entwicklung bis zum Versand alles selber am Standort Plons bei Sargans umsetzt. Oekosolve wurde 2007 gegründet und beschäftigt 30 Mitarbeitende. Die Geschäftsführung liegt bei Katrin Vetsch, Daniel Jud und Beat Müller.