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- Unternehmertum
KMU PMI steigt deutlich, Unsicherheit bleibt
- KMU PMI steigt im August von 50,7 auf 54,9 Punkte
- Auftragslage und Produktion verbessern sich deutlich
- Laut Sonderumfrage ist die Nachfragebelebung allerdings noch nicht breit abgestützt
- Viele KMU sehen trotz besserer Auftragslage weiterhin nur begrenzte Planungssicherheit
St.Gallen, 1. September 2026. Der Raiffeisen KMU PMI ist im August von 50,7 auf 54,9 Punkte gestiegen. Der deutliche Anstieg spricht für eine zunehmende Belebung der Industriekonjunktur und deutet darauf hin, dass die Schweizer Industrie langsam aus der langjährigen Stagnationsphase herausfindet. Gleichzeitig zeigt eine Sonderumfrage unter den Unternehmen, dass die Erholung noch nicht breit abgestützt ist.
Binnenorientierte KMU treiben Aufschwung
Im August legten alle fünf Komponenten des Raiffeisen KMU PMI gegenüber dem Vormonat zu. Die Auftragskomponente stieg von 51,9 auf 56,2 Punkte, während die Produktionskomponente sogar von 49,9 auf 56,2 Punkte zulegte. Die höheren Auftragseingänge schlagen sich damit zunehmend auch in einer stärkeren Produktionstätigkeit nieder. Anders als im Vormonat wurde der Anstieg vor allem von den binnenorientierten KMU getragen. Die Geschäftsentwicklung der exportorientierten Unternehmen blieb zwar ebenfalls positiv, zeigte gegenüber Juli jedoch nur geringe zusätzliche Verbesserungen.
Auch die Einkaufslagerkomponente stieg deutlich und deutet darauf hin, dass die Unternehmen ihre Lagerbestände wieder vermehrt aufbauen und etwas optimistischer auf die Nachfrageentwicklung blicken. Gleichzeitig liefern die Rückmeldungen der befragten KMU keine Hinweise auf neue Materialengpässe oder zusätzliche Belastungen der Lieferketten. Der Anstieg der Lieferfristenkomponente von 55,0 auf 57,4 Punkte dürfte deshalb vor allem auf eine höhere Kapazitätsauslastung zurückzuführen sein. Dies unterscheidet die aktuelle Entwicklung von jener im Frühjahr, als längere Lieferzeiten vor allem auf Störungen in den Lieferketten zurückzuführen waren.
Positive Signale nehmen zu, Unsicherheit bleibt aber hoch
Der kräftige Anstieg des KMU PMI steht im Einklang mit weiteren Konjunkturindikatoren aus der Schweiz und der Eurozone. Insbesondere die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie in Deutschland und im Euroraum haben sich zuletzt spürbar verbessert. Die Ergebnisse der Sonderumfrage zeichnen allerdings noch kein uneingeschränkt positives Bild. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen sieht derzeit weiterhin keine Anzeichen für eine breit abgestützte Nachfragebelebung. Rund 40 Prozent erkennen immerhin erste positive Signale. Auch die Planungssicherheit bleibt begrenzt. Rund ein Viertel der Unternehmen stuft diese als eher hoch oder sehr hoch ein. Besonders exportorientierte KMU beurteilen ihre Situation weiterhin zurückhaltend. Vier von zehn Unternehmen schätzen ihre Planungssicherheit als eher oder sehr gering ein.
«Der kräftige Anstieg des KMU PMI deutet darauf hin, dass die Industrie zunehmend Tritt fasst und sich die Geschäftslage vieler Unternehmen verbessert hat. Für eine nachhaltig breit abgestützte Erholung ist es jedoch noch zu früh, denn viele Unternehmen warten weiterhin auf eine stärkere Nachfrage und mehr Planungssicherheit», erklärt Domagoj Arapovic, Senior Economist bei Raiffeisen Schweiz.
Über den KMU PMI von Raiffeisen
Der Raiffeisen KMU PMI beruht auf demselben Konzept wie die bewährten Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Manager‘s Index). Rund 200 Firmenkunden von Raiffeisen aus allen Branchen des verarbeitenden Gewerbes werden monatlich zu verschiedenen Aspekten ihrer Geschäftsaktivität befragt. Dank der grossen Firmenkundenbasis der Raiffeisen Gruppe und der lokalen Verankerung der Raiffeisenbanken ist der KMU PMI breit abgestützt und repräsentativ für die ganze KMU-Landschaft. Die befragten KMU geben eine Einschätzung zu verschiedenen Aspekten der Geschäftsaktivität ab. Die Antworten werden in mehrere, gewichtete Subkomponenten unterteilt, die zu einem Gesamtindex zusammengeführt werden. Die Subkomponenten sind: Auftragsbestand (30%), Produktion (25%), Beschäftigung (20%), Lieferfristen (15%) und Einkaufslager (10%). Indexwerte von über 50 Punkte zeigen eine Expansion gegenüber dem Vormonat an, während Werte von unter 50 auf eine rückläufige Geschäftslage schliessen lassen.