Schwindendes Vertrauen der Bevölkerung in das Schweizer Vorsorgesystem – Präsentation des «Vorsorgebarometer 2019»

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18. September 2019

 

Seit einigen Wochen ist sie lanciert: Die nächste Reformwelle rund um die AHV und die berufliche Vorsorge. Doch wie steht es um das Vertrauen und die Erwartungen der Schweizer Bevölkerung an die Vorsorge? Der von Raiffeisen und der ZHAW erarbeitete «Vorsorgebarometer 2019» präsentiert das Stimmungsbild der Bevölkerung. Dabei zeigt sich, dass das Vertrauen der Bevölkerung in das Schweizer Vorsorgesystem im Vergleich zum Vorjahr nochmals gesunken ist. Was sind die Gründe?
 

In der Podiumsdiskussion kristallisierte sich heraus, dass die Bürgerinnen und Bürger hohe Erwartungen an den Staat haben, Lösungen für die Finanzierungslücke in der Vorsorge zu finden – allerdings nicht auf ihre eigenen Kosten. In der ersten und zweiten Säule fehlen Transparenz und Informationen, wie das einbezahlte Geld (um-)verteilt wird. Generell wissen Schweizer Bürgerinnen und Bürger über die Vorsorge und Anlagemöglichkeiten eher zu wenig. Dies zeigt sich auch bei ihrem Verhalten: jene Personen, die gut oder sehr gut informiert sind, nehmen ihre Eigenverantwortung deutlich stärker wahr. Das Thema Vorsorge ist insbesondere bei den Jungen zu wenig präsent: Während zum Klimaschutz laut demonstriert wird, hält sich der politische Aktivismus bei der Vorsorge in engen Grenzen. Zum einen wird dieses Thema in der Schule und Ausbildung nicht behandelt, zum anderen fehlt die zeitliche Nähe, damit sich die Jungen betroffen fühlen.