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Dakomed: Antibiotika-Resistenzen: Das Potential der Komplementärmedizin nutzen – 15. November 2018

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Der übermässige Verschrieb von Antibiotika und die daraus resultierenden antimikrobiellen Resistenzen sind eine der grössten Gefahren für die öffentliche Gesundheit. Komplementärmedizinisch tätige Grundversorger verschreiben nur halb so viele Antibiotika wie konventionell tätige Hausärzte.


Das Wissen alternativer Behandlungsmöglichkeiten fehlt in den Richtlinien der Schulmediziner jedoch weitgehend. «Es braucht ein Umdenken der Mediziner und Forschungsmittel des Bundes um das Potential der Komplementärmedizin nutzen zu können», sagt Edith Graf-Litscher, Präsidentin des Dachverbands Komplementärmedizin und Thurgauer SP Nationalrätin. 

Anlässlich der «World Antibiotic Awareness Week» informierten Ärztinnen und Ärzte an einem öffentlichen Anlass über alternative Therapiemöglichkeiten zu Antibiotika, sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin. Um die Gefahr der Antibiotikaresistenzen zu bannen, braucht es neue Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen: bei der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzte, bei der Aufklärung der Patientinnen und Patienten und auch in der Forschung. Dr. med. Lukas Schöb, ärztlicher Leiter der Klinik Arlesheim, bringt es auf den Punkt: «Ein grundsätzliches Umdenken ist nötig». Alternativen zum Antibiotikaeinsatz sind noch zu wenig bekannt und in den Richtlinien zur Antibiotikaverschreibung nicht berücksichtigt. Es existieren verschieden Studien zur Thematik, aber «Therapieansätze aus der Komplementärmedizin müssen weiter erforscht werden», sagt Dr. med. Klaus von Ammon vom Institut für Komplementärmedizin IKOM der Universität Bern.

Die Thurgauer SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher, Präsidentin des Dachverbands Komplementärmedizin, ist der Meinung, dass das Potential der Komplementärmedizin in der Strategie Antibiotikaresistenzen besser genutzt werden muss. Sie ist überzeugt, dass das Problem der zunehmenden Antibiotikaresistenzen nicht in den bestehenden Strukturen zu lösen ist. Konkret fordert sie vom Bund, die Antibiotikaresistenzen umfassend zu analysieren sowie die Forschung zu alternativen Therapiemöglichkeiten zu finanzieren und aktiv voranzutreiben. Künftig sollen Richtlinien in der Humanmedizin auch Behandlungsalternativen mit Komplementär- und Phytoarzneimittel aufzeigen. Letztlich hat der Bund einen Verfassungsauftrag, die Komplementärmedizin zu berücksichtigen.