«Der Kampf um das Schweizer Bankgeheimnis»: Der Steuerstreit mit den USA – Ursachen, Konflikt und was wir hätten besser machen können

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19. Juni 2019

 

Die Schweiz gab mit der Einführung des AIA ihr steuerliches Bankgeheimnis im Aussenverhältnis auf. Auf Druck der USA mussten Schweizer Banken ihre Geschäfte mit nicht deklarierten Geldern aufgeben. Diese beiden Ereignisse markieren eine fundamentale Zäsur am Finanzplatz Schweiz. Stefan Tobler, Autor des Buches «Der Kampf um das Schweizer Bankgeheimnis», beleuchtete sie am 19. Juli 2019 im Raiffeisen Forum.
 

Wahrscheinlich, so Tobler am Anlass im Raiffeisen Forum, hätte der «Fall UBS» mit einem Amtshilfeabkommen zwischen der Schweiz und den USA gelöst werden können. Die Aufgabe des Bankgeheimnisses war damals politisch jedoch keine Option. Doch die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft unterschätzten die USA deutlich. Und den Amerikanern war es nicht per se daran gelegen, das Recht zu ändern, sondern sie zielten auf einzelne Banken. «Immer vor neuen Verhandlungsrunden wurden Schweizer Banker in den USA angeklagt», so Stefan Tobler. Durch die folgende Medienberichterstattung seine in der Schweiz alle in Panik ausgebrochen und hätten sich gegeneinander ausgespielt. «In der historischen Betrachtung ist dieses Muster deutlich zu erkennen», so der Finanzmarktexperte. 

In der Diskussion mit NZZ-Wirtschaftsredaktor Ermes Gallarotti betonte Tobler, dass der «Fall Finanzplatz», zu welchem sich der «Fall UBS» innert weniger Jahre entwickelt hatte, für diverse Banken immer noch nicht abgeschlossen ist. Und andere Länder wie Frankreich haben aus dem Erfolg der USA ihre Lehren gezogen. Nachdem Bussenforderungen gegen die UBS mehrfach erhöht worden sind, hat sich die Bank jedoch kürzlich dazu entschieden, zu prozessieren. Das nächste nicht minder spannende Kapitel im «Steuerstreit» folgt bestimmt.