Die Schweiz zwischen Europa- und Nationalratswahlen – un débat sur le débat politique Suisse

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4. Juni 2019

 

Die Besonderheit des politischen Systems der Schweiz findet sich in ihrem Umgang mit der kulturellen und sprachlichen Vielfalt des Landes. Anlässlich der Buchpräsentation «Dominique de Buman, un Suisse» hat das Raiffeisen Forum aus unterschiedlichen Blickwinkeln eine Bestandsaufnahme der Debattenkultur in der Schweiz vorgenommen.
 

Parce que s'intitulant lui-même dans son sous-titre «une contribution à notre pensée politique», le livre en hommage à Dominique de Buman apporte des éclairages multiples, instructifs ou originaux sur la Suisse. Réunissant des auteurs issus d'horizons différents, il est au diapason d'une Suisse plurielle que les panélistes d'un soir analysaient avec leur regard aguerri et critique. Perspicaces et expérimentés, ils avaient tout loisir de réfléchir sur le débat politique suisse. 

Nach der Eröffnung der zweisprachigen Veranstaltung durch den Herausgeber Prof. Dr. Gilbert Casasus von der Universität Freiburg betonte Nationalrat und alt Nationalratspräsident Dominique de Buman die Vielfalt der Schweiz, die sich auch im Buch zu seinen Ehren wiederspiegle.  Dem Humanismus sowie der Fähigkeit zum Kompromiss sei diese Vielfalt zu verdanken: «L'humanisme, d'un côté, c'est le fait que les gens acceptent de travailler les uns avec les autres. De l'autre côté, le compromis c'est de savoir que l'autre n'est pas l'ennemi. Jeder hat seine Meinung, aber alle müssen am selben Strick ziehen.» 

Im Kern der Schweizer Willensnation sieht der höchste Schweizer des Jahres 2018 eine positive Zersplitterung – ou fragmentation en français – der politischen Gewalten: Durch den Föderalismus auf der vertikalen sowie eine funktionierende Gewaltenteilung auf der horizontalen Ebene. «Keiner», so de Buman, «kann somit unser Land allein beherrschen. Dans ce sens on peut dire que, avec les récents élections européennes qui montrent une fragmentation des groupes politiques plus élevée, l'Europe est devenue un peu suisse.»

Doch hören sich Politikerinnen und Politiker unterschiedlicher Parteien in der Schweiz noch gegenseitig zu? Diese Frage stellte Moderator Marc Lehmann, Leiter des Tagesgesprächs auf Radio SRF, ins Zentrum der anschliessenden Paneldiskussion. Peter Keller, Nationalrat der SVP, zeigte sich überzeugt, dass die direkte Demokratie der Schweiz Ausschläge wie jene der ‚gilets jaunes‘ in Frankreich auffangen kann. Demgegenüber kritisierte Nationalrätin Regula Rytz von den Grünen, dass in der Politik oft jenes Argument gewinne, welches die grösste wirtschaftliche Macht hinter sich habe. ‚Monsieur Prix‘ Stefan Meierhans hingegen betonte, dass gerade in der Schweiz politische Entscheide nicht käuflich sind. Im Zuhören sieht er das beste Instrument, um Politikverdrossenheit und Wutbürgertum vorzubeugen. «Die von Dominique de Buman gelobten Qualitäten des hiesigen Diskurses leben so auch in Zukunft weiter fort», gab sich Meierhans zum Abschluss der Diskussion überzeugt.

 

Dominique de Buman un Suisse