«Frauensache Milizarbeit» - Workshop und Salon politique mit Bundesrätin Viola Amherd

Drucken

4. Dezember 2019

 

Wie können wir mehr Frauen für Milizämter gewinnen? Über 40 Gemeindepräsidentinnen und –rätinnen aus der ganzen Schweiz kamen im Raiffeisen Forum zur Diskussion über diese Frage zusammen. Nach einem intensiven Workshop folgte der Salon politique mit Bundesrätin Viola Amherd.

 

Dr. Martina Flick Witzig, Co-Autorin des Buches «Milizarbeit in der Schweiz» eröffnete den Anlass mit der Präsentation ihrer Forschung zu Frauen in der Milizarbeit. Der typische Milizpolitiker sei männlich, um die 50 Jahre alt, gut ausgebildet und seit langem in der Gemeinde wohnhaft. Was hält die Frauen von der Miliztätigkeit ab? Ein Forschungsergebnis fällt besonders auf: Frauen unterschätzen ihr fachliches Wissen und trauen sich das Amt nicht oder zu wenig zu, während sich Männer tendenziell überschätzen. Wie können mehr Frauen überzeugt werden, sich in der Milizpolitik zu engagieren?

In Workshopgruppen diskutierten die Teilnehmerinnen ihre persönlichen Erfahrungen zur Milizarbeit und erarbeiteten Vorschläge. Dr. Martina Flick Witzig ordnete die Massnahmen fünf Handlungsfeldern zu: Zwang, Anreiz, Organisation, Information und Ausbildung.

 

Salon politique mit Bundesrätin Viola Amherd

Salon politique mit Bundesrätin Viola Amherd

«Milizpolitik ist die Basis der Demokratie» betont Bundesrätin Viola Amherd am Salon politique im Raiffeisen Forum. Trotzdem werde es zunehmend schwieriger, Personen für diese Ämter zu finden. Die Wertschätzung sei zu tief und insbesondere Frauen begegneten zusätzlichen Hürden. Sie seien zuerst mit der Betreuung ihrer Kinder zusätzlich beschäftigt, später mit der Betreuung der betagten Eltern. Nebst der Herausforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf würden sich Frauen ein Milizamt oft nicht zutrauen. Die Bundesrätin plädiert für einen stärkeren Einbezug der Bevölkerung über partizipative Prozesse sowie Angebote zur Entlastung der Frauen, zum Beispiel bei der Betreuung.