Salongespräch «Quo vadis Schweiz-Europa?»

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15. September 2020

 

«Quo vadis Schweiz-Europa?» Diese Frage diskutierten Jobst Wagner, Familienunternehmer und Initiant StrategieDialog21, und Dr. med. Katharina Gasser, Managing Director Biogen Switzerland AG, unter der Leitung von Bilanz-Journalistin Florence Vuichard im Raiffeisen Forum in Bern. Eingetaucht in die Diskussion wurde nach einer historisch-europapolitischen Tour d'Horizon von Dr. Hilmar Gernet, Delegierter für Politik, Genossenschaft und Geschichte bei Raiffeisen Schweiz und der Keynote zur Studie «Reden über die Schweiz und Europa» von Heike Scholten, Geschäftsführerin Sensor Advice.

 

Das «Ja, aber»-Abkommen

Die Diskursanalyse «Reden über die Schweiz und Europa» von Sensor Advice zeigt: Die Personenfreizügigkeit ist das «Ja, aber»-Abkommen im Bilateralen-Paket. Sie wird nicht als solche infrage gestellt, aber dann, wenn der offene Markt die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt verschärft, der Druck auf die Löhne steigt oder die Arbeitsplätze ins Ausland ausgelagert werden und die Infrastruktur an ihre Grenzen stösst. Die Personenfreizügigkeit ist und bleibt somit eine zentrale europapolitische Bruchstelle. Ihre Akzeptanz ist entscheidend für ein Ja oder Nein zur Begrenzungsinitiative und zum Rahmenabkommen an der Urne. Was ist zu tun?

 

Entstressen! Klärungsbedarf im Beziehungsstatus

Für Katharina Gasser ist klar: «Ein stabiles Umfeld mit Europa ist zentral. Wir können nicht immer wieder von neuem anfangen». Gerade die COVID-19-Krise zeigte, wie wichtig der Austausch mit Europa ist. «Wenn wir das gut funktionierende Gesundheitswesen in der Schweiz bewahren wollen, sind wir auf eine verlässliche Partnerschaft angewiesen», so Katharina Gasser. Alles andere sei fatal.

«Wir müssen aufpassen, dass wir das Rad nicht überdrehen. Das Bild der verlässlichen Schweiz hat gelitten», stellt Jobst Wagner im Daily Business mit Kollegen aus Europa fest. «Wenn die Beziehungen zur EU eine latente Unsicherheit bleiben, schadet das der Schweiz langfristig.» Als Unternehmer und Citoyen wünscht Wagner sich mehr Leadership vom Bundesrat in der Europapolitik und von den Unternehmerinnen und Unternehmern mehr Mut, öffentlich politisch Position zu beziehen.

Eines ist auch nach dem Salongespräch im Raiffeisen Forum klar: Im Interesse der Schweiz muss das institutionelle Abkommen geklärt werden, um den bilateralen Beziehungsstatus in eine entspannte Zukunft zu führen. 

 

Weitere Informationen

Studie «Reden über die Schweiz und Europa» (PDF, 1.9MB)

Salongespräch «Quo vadis Schweiz-Europa?»