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20.06.2025

Das Nullzinsniveau ist zurück

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins wie erwartet auf 0 Prozent gesenkt. Damit reagiert sie auf die zuletzt leicht deflationäre Teuerungsentwicklung und versucht, die Frankenstärke etwas zu mildern.


Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet das, dass sich der Anlagenotstand weiter verschärft und Realwerte in den Fokus rücken. Dazu gehören beispielsweise Dividendenaktien. Am Schweizer Markt zählen die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis genauso dazu wie die Versicherungswerte Zurich, Swiss Life und Swiss Re oder die Telekomunternehmen Swisscom und Sunrise. Auch Schweizer Immobilienfonds dürften von den tieferen Zinsen profitieren, da dadurch die Bewertungen weiter ansteigen. 

 

Schweizer Börse schwächelt

Die drohende Eskalation im Krieg zwischen Israel und dem Iran verunsichert die Anleger. Der Swiss Market Index (SMI) tendierte in der Folge im Wochenverlauf schwächer. Zudem herrscht kurz vor dem Ende des ersten Halbjahres eine gewisse Flaute, was Unternehmensnachrichten betrifft. 

 

Eingetrübte Konjunktur in der Schweiz

Die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) beurteilt die konjunkturelle Verfassung der Schweiz in ihrem neuesten Bericht als deutlich eingetrübt. Grund ist die US-Zoll- und Handelspolitik, die auf der Weltkonjunktur lastet. In einer ersten Reaktion sei es zu vorgezogenen Exporten in die USA gekommen, weshalb in den kommenden Quartalen mit einer bremsenden Gegenbewegung zu rechnen ist. Dass die KOF für das laufende Jahr an der Wachstumsprognose von 1,4 Prozent festhält und keine Abwärtsrevision erfolgt, liegt daran, dass die Daten bereits im Vorjahr reduziert worden waren. Für das Jahr 2026 wurde die Prognose des Sportevent-bereinigten BIP-Wachstums allerdings um 0,4 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent gesenkt. 

 

US-Konsumenten sind angezählt

Das Geld sitzt beim amerikanischen Konsumenten nicht mehr so locker. Die Detailhandelsumsätze sind im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zurückgegangen – stärker als von Analysten erwartet. Das Ergebnis wurde massgeblich von schwachen Autoverkäufen belastet. Aber auch die Kernrate, ohne die stark schwankenden Autoverkäufe, ist rückläufig. Diese Entwicklung unterstreicht die nachlassende Konsumdynamik, die sich zunehmend auch in einer konjunkturellen Abkühlung spiegeln dürfte. 
 

Alina Bleichenbacher
Alina Bleichenbacher, Vermögensberaterin

«Für Anlegerinnen und Anleger bedeutet die Leitzinssenkung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), dass sich der Anlagenotstand weiter verschärft und Realwerte in den Fokus rücken.»

 

Deutsche Wirtschaft mit Aufwärtstrend

Die Konjunkturaussichten in Deutschland hellen sich gemäss ZEW-Indikator auf. Das von Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ermittelte Barometer schnellte im Juni um 22,3 Punkte auf 47,5 Zähler hoch. Höhere Investitionen und Konsumausgaben sowie ein gestiegenes Vertrauen in die neue Bundesregierung tragen zum positiven Bild bei. Auch die sinkenden Zinsen im Euroraum sorgen für Rückenwind.

 

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