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17.09.2026

Wie Frauen Vorsorgelücken vermeiden können

Wer sein Geld langfristig ausschliesslich auf dem Sparkonto hält, erzielt oft eine Rendite, die die Inflation nicht vollständig ausgleicht. Interessant ist, dass Männer ihr Säule-3a-Geld häufiger in Wertschriften investieren als Frauen. Dabei ist dies gerade für Frauen besonders wichtig. 


Für viele Personen reichen die Leistungen aus AHV und Pensionskasse nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard vollständig aufrechtzuerhalten. Die Ausgaben sinken nach der Pensionierung oft weniger stark als angenommen, weshalb eine zusätzliche private Vorsorge an Bedeutung gewinnt. Dies betrifft Frauen besonders, da sie häufiger Teilzeit arbeiten oder Erwerbsunterbrüche zugunsten der Familie in Kauf nehmen.


Es drohen Einkommenslücken

Das Raiffeisen Vorsorgebarometer zeigt, dass Frauen im Alter oft mit weniger Geld auskommen müssen. Nur jede vierte Frau verfügt nach der Pensionierung über 80 Prozent oder mehr ihres letzten Lohns. Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrüche können sich insbesondere bei den Leistungen der Pensionskasse deutlich auswirken und zu Vorsorgelücken führen. Deshalb ist es für Frauen besonders wichtig, sich frühzeitig mit der eigenen Vorsorgesituation auseinanderzusetzen.
 

Stefanie Altherr
Stefanie Altherr, Fachspezialistin Vorsorge


«Je früher Frauen ihre Vorsorgeplanung angehen, desto grösser ist ihr Handlungsspielraum für die finanzielle Zukunft.»


Altersvorsorge ist «Paar-Sache»

Oft wird die Altersvorsorge auf die Perspektive der hauptverdienenden Person verkürzt. Das Raiffeisen Vorsorgebarometer 2025 zeigt: Etwas mehr als 60 Prozent der befragten Personen, die in einer Partnerschaft leben, sprechen über finanzielle Fragen wie die Ausgaben und das Budget. Über das Thema Steuern sprechen 59 Prozent und über die Altersvorsorge 51 Prozent. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Bei fast der Hälfte der Paare finden Vorsorgethemen keinen Platz. Und dies, obwohl gerade auch die Altersvorsorge eine gemeinsame Aufgabe ist. Themen wie Konkubinat, Heirat, Elternschaft, die Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit sowie eine mögliche Trennung oder Scheidung sollten gemeinsam besprochen werden. Finanzielle Entscheidungen sollten zusammen getroffen und deren langfristige Auswirkungen auf die Altersvorsorge berücksichtigt werden. Viele Frauen sind sich zu wenig oder gar nicht bewusst, welche finanziellen Folgen solche Lebensereignisse haben können. Wer seine finanzielle Situation aber kennt und entsprechende Massnahmen trifft, kann gelassener in die Zukunft blicken.


Frauen investieren zurückhaltender

Um drohende Einkommenslücken zu schliessen, ist die eigenverantwortliche private Vorsorge im Rahmen der 3. Säule essenziell. In die Säule 3a einzahlen darf, wer ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt. Für Frauen ist die private Vorsorge besonders wichtig, da sich damit Vorsorgelücken bei der AHV und insbesondere der Pensionskasse teilweise abfedern lassen. Auch mit kleineren Beträgen kann dank des Zinseszinseffekts und der steuerlichen Vorteile langfristig Vermögen aufgebaut werden. Es muss nicht immer der für das Jahr geltende Maximalbetrag einbezahlt werden.

Gut zu wissen: Seit dem 1. Januar 2026 sind Nachzahlungen in die Säule 3a möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen können dadurch Beitragslücken, die ab dem Jahr 2025 entstanden sind, nachträglich geschlossen werden, beispielsweise nach einer Pensumserhöhung.

Nicht nur mit Blick auf die aktuell tiefen Zinsen auf dem 3a-Konto lohnt es sich, Vorsorgegelder in Wertschriften zu investieren. Aufgrund des langen Anlagehorizonts können auch grössere Schwankungen an den Märkten über die Zeit ausgeglichen werden. Allerdings investieren Frauen in der Praxis nach wie vor vorsichtiger. Während bei den Männern 37 Prozent ihr Säule-3a-Guthaben in Wertschriften und 31 Prozent in fondsgebundene 3a-Versicherungspolicen investieren, sind es bei den Frauen lediglich 26 Prozent beziehungsweise 20 Prozent, wie das Raiffeisen Vorsorgebarometer 2025 zeigt.

«Viele Frauen schätzen ihr Wissen beim Thema Anlegen als gering ein», erklärt Stefanie Altherr. «Sie möchten aber eine Anlagelösung mit den damit verbundenen Chancen und Risiken rundum verstehen.» 
 

Vorsorgen mit Wertschriften ist Trumpf

Aus diesen Gründen kann es für Frauen besonders sinnvoll sein, Vorsorgegelder, die erst langfristig benötigt werden, renditeorientiert anzulegen. «Aufgrund des langen Anlagehorizonts empfehlen wir in solchen Fällen eine Anlagestrategie mit höherem Aktienanteil und regelmässigen Einzahlungen, beispielsweise über einen Fonds-Sparplan. Die Anlagestrategie wird jedoch immer gemeinsam mit der Kundin definiert und an die individuelle Risikofähigkeit sowie die persönliche Risikobereitschaft angepasst», erläutert Stefanie Altherr.
 

Unsere Ansprechpersonen freuen sich auf Ihre Kontaktaufnahme und unterstützen Sie gerne bei Fragen rund um Vorsorge, Anlegen und die finanzielle Zukunft.

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