Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

Schweizer KMU werden vorsichtiger (Ausgabe Oktober 2018)

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Der Raiffeisen KMU PMI hat sich im Oktober verringert, blieb mit 56.6 Punkten aber immer noch auf einem ansehnlichen Niveau. Die Auftragsbestände sind weiter hoch, die befragten KMU zeigen sich aber weniger optimistisch als in den Vormonaten.

Raiffeisen KMU PMI Oktober 2018
Raiffeisen KMU PMI Oktober 2018

Die Geschäftslage der Schweizer KMU aus der Industrie hat sich  erneut verbessert. Der Raiffeisen KMU PMI notiert auch im Oktober über der Expansionsschwelle von 50. Die starke Wachstumsdynamik hat sich jedoch abgekühlt. So verringerte sich der PMI um 4 Punkte auf neu 56.6. Nichtsdestotrotz ist auch dieses Indexniveau weiter ansehnlich. Andere Einkaufsmanagerindizes im In- und Ausland weisen einen Langfristdurchschnitt von ca. 53 - 54 Punkten auf. Demzufolge entspricht der aktuelle Indexstand des Raiffeisen KMU PMI wohl unverändert einem überdurchschnittlichen Wachstum der Schweizer Wirtschaft.  

Dessen ungeachtet bleibt der Ausblick für die kommenden Monate durchmischt, wie hier bereits im September dargelegt wurde. Die einzelnen Umfragekomponenten des Raiffeisen KMU PMI haben sich im Oktober allesamt verschlechtert, zum Teil stark. Die Umfragekomponenten Produktion, Beschäftigung und Lieferfristen verringerten sich beispielsweise um über 5 Punkte. Einzig die Komponente zum Auftragsbestand, die mit 30% das grösste Gewicht am Raiffeisen KMU PMI ausmacht, war nur leicht rückläufig. Sie schloss mit einem Indexstand von hohen 61.5 Punkten (siehe Tabelle). Die Entwicklung des Auftragsbestandes wird von den befragten KMU also weiterhin als dynamisch eingeschätzt.  

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten 

  Juni
Juli
August
September Oktober
Gesamtindex
58.8
49.2
56.1
60.6 56.6
Auftragsbestand
58.8
46.8
56.4
62.5 61.5
Produktion
63.0
45.9
57.2
63.6 57.3
Beschäftigung
57.6
49.2
55.0
58.8 53.8
Lieferfristen
55.4
55.6
54.3
57.4 50.8
Einkaufslager
55.3
54.9
57.4
56.0 54.7


50 = Wachstumsschwelle

Die Produktion hat im Oktober nicht mit dem Auftragsbestand mitgehalten und dennoch haben die Lieferfristen kaum zugelegt. Die Dauer vom Eingang der Kundenaufträge bis zum Versand der Waren blieb praktisch unverändert (Indexstand 50.8). Das deutet darauf hin, dass ein Teil der Aufträge durch fertige Produkte aus den Verkaufslagern bedient wurde, anstatt die Produktion noch stärker hochzufahren. Dies wiederum ist ein Hinweis, dass die befragten KMU vorsichtiger geworden sind.

Globales Umfeld wird anspruchsvoller

Der Auftragsbestand wird die Industrieproduktion noch kurzfristig stützen, aber wohl nicht mehr lange auf einem so hohen Niveau bleiben. Die Schweizer Konjunktur hat den Gipfel mit grosser Wahrscheinlich bereits erreicht, denn das globale Umfeld wird anspruchsvoller. In Europa enttäuschen die Konjunkturindikatoren schon eine Weile, besonders die Einkaufsmanagerindizes, die nur noch knapp über 50 notieren. Das BIP-Wachstum in der Eurozone hat sich verlangsamt und entsprechend hat auch die Schweizer Exportwirtschaft an Schwung verloren. Die Ausfuhren waren im Q3 zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren rückläufig, wobei sich gerade die Exporte nach Europa relativ stark verringerten. Gleichzeitig hat die Volatilität an den Finanzmärkten zugenommen, weshalb der Franken weiterhin unter Aufwertungsdruck steht.

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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