Erfolg im Auslandsgeschäft

«Swiss Made» – Starkes Argument im Export

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100 % «Made in Switzerland » ist ein starkes Verkaufsargument. Studien zeigen, dass man damit einen bis zu 20 Prozent – bei Luxusartikeln sogar bis zu 50 Prozent – höheren Preis realisieren kann. Doch weshalb steht Schweizer Qualität so hoch im Kurs? Was sind die Vorteile von Swissness für Schweizer Produzenten? Und welche Ausprägungen von Swissness gibt es?

 

«Swiss Made» ist im Ausland beliebt

Schweizer Sackmesser von Victorinox

Uhren, Medikamente oder Maschinen aus der Schweiz stehen für Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit.

 

Der Aussenhandel floriert: 47 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts werden über den Export von Waren erwirtschaftet. Zählt man die Dienstleistungsexporte dazu, sind es sogar 65 Prozent. Die Schweizer Exporteure handeln vor allem mit Deutschland, den USA und China. China ist nach wie vor ein attraktiver Markt für Schweizer Unternehmen, denn er bietet auch Nischenplayern gute Wachstumschancen. Der Treiber dafür ist die steigende Kaufkraft der chinesischen Bevölkerung und der Hunger nach ausländischen Luxusprodukten. Uhren, Medikamente oder Maschinen aus der Schweiz stehen bei den Chinesinnen und Chinesen hoch im Kurs, denn sie stehen für Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit. 

 

Zollgünstige Schweizer Qualität

Viele Schweizer Unternehmen stehen aufgrund der hohen Produktionskosten in der Schweiz und der Frankenstärke nach wie vor unter Preisdruck. Sie profitieren aber gleichzeitig von den Freihandelsabkommen mit vielen Staaten – wie beispielsweise mit China. Die Abkommen ermöglichen es Importeuren, Waren zollgünstig oder sogar zollfrei in ihr Land einzuführen, sofern diese die Swissness-Regeln erfüllen. 

Das Swissness-Gesetz ist seit dem 1. Januar 2017 in Kraft und verlangt, dass Produkte mit der Ursprungsbezeichnung «Schweiz» tatsächlich in der Schweiz hergestellt werden. Bei Industrieprodukten müssen 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen, und der wesentliche Fertigungsschritt muss in der Schweiz erfolgen. Bei Lebensmitteln sind es 80 Prozent des Gewichts der Rohstoffe, die aus der Schweiz stammen müssen (Milch: 100 Prozent). Der wesentliche Verarbeitungsschritt muss ebenfalls in der Schweiz erfolgen. Dienstleistungen qualifizieren als «Swiss Made», wenn der Geschäftssitz und der Ort der tatsächlichen Verwaltung in der Schweiz liegen. Einige Branchen wie die Uhrenindustrie haben im Rahmen der Einführung des Gesetzes Spezialregelungen ausgearbeitet.

 

Achtung bei Änderungen am Produkt

Wer sein Produkt als «Swiss Made» deklariert, muss dessen Zusammensetzung und Wertschöpfung genauestens dokumentieren. Spätestens wenn der Exporteur seine Waren zum Verzollen anmeldet, muss er eine Warenverkehrsbescheinigung oder eine Ursprungserklärung beilegen, die den Schweizer Wertanteil des Produkts oder der Dienstleistung im Detail nachweist. 

Für die Kalkulation des Wertanteils beispielsweise einer Maschine zählt jedes kleinste Teilchen. Ändert sich etwas am Produktionsprozess, hat das unmittelbaren Einfluss auf die Berechnung der Herstellungskosten und somit auf die Klassifizierung des Produkts als «Swiss Made».

 

Vertrauen als Geschäftsbasis

Neben «Swiss Made» ist auch Vertrauen ein wichtiges Verkaufsargument
Neben «Swiss Made» ist auch Vertrauen ein wichtiges Verkaufsargument.

Nicht nur «Swiss Made» ist ein wichtiges Verkaufsargument. Ausländische Kunden legen Wert auf Vertrauen und sind preissensitiv, wobei Raiffeisen hier mit Bankgarantien und Exportfinanzierungen unterstützt. 

Beispiel und Produktkennzeichnung