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09.02.2026

Finanzecke April 2026: Kriegswirren belasten Börsen

Nach einem schwungvollen Jahresauftakt hat der Angriff der USA und Israels auf den Iran die Aktienmärkte im März auf Talfahrt geschickt. Wegen der höheren Zinsen und des stärkeren US-Dollars konnte Gold von der Krise nicht profitieren.

Eine Öffnung der seit Anfang März de facto gesperrten Strasse von Hormus ist nicht in Sicht. Mit dem Kriegseintritt der Huthi-Rebellen aus dem Jemen droht zusätzlich noch eine Blockade der Handelsroute durch das Rote Meer. Angesichts dessen kostete ein Fass Rohöl (Brent) im Monatsverlauf bis zu 120 US-Dollar, also fast doppelt so viel wie zu Jahresanfang. An den Börsen weckte das Inflations- und Konjunkturängste, was den Volatilitätsindex (VIX) zeitweise bis auf über 30 Zähler, den höchsten Stand seit Frühjahr 2025, klettern liess. Entsprechend sind die Aktienmärkte im März deutlich zurückgekommen. Für den Swiss Market Index (SMI) resultierte zu Monatsende ein Minus von 8,8 Prozent. Die Hoffnung der Anlegerinnen und Anleger auf eine diplomatische Beilegung des Konfliktes währte nur am Rande. Mittlerweile notiert der Schweizer Leitindex nun auch gegenüber Anfang Jahr in der Verlustzone (–3,7%). Nur vier Titel, nämlich jene des Telekommunikationsanbieters Swisscom, des Pharmariesen Novartis, des Industriekonzerns ABB sowie des Logistikspezialisten Kühne + Nagel, weisen im laufenden Jahr noch ein Plus auf.

Der EURO STOXX 50 verbuchte im März in Franken gerechnet einen Verlust von 7,7 Prozent. Der amerikanische S&P 500 Index büsste indes «nur» 1,1 Prozent ein. Dass sich die Börse in Übersee besser schlug als ihre Pendants aus Europa, liegt massgeblich an der Wechselkursentwicklung des Dollars. Die US-Valuta erwies sich als sicherer Kapitalhafen und wertete an breiter Front auf: beispielsweise zum Schweizer Franken um über 2,5 Prozent.

 

Der Goldpreis unter Druck
Gold profitierte nicht vom Nahost-Konflikt: Der Unzenpreis kratzte Anfang März an der Marke von 5400 US-Dollar, fiel dann aber zeitweise bis auf 4135 US-Dollar. Zu Monatsende resultierte ein Minus von 12,3 Prozent, womit das Edelmetall ein Gros seiner bisherigen Jahresperformance einbüsste. Gegenwind bescherte ihm der stärkere Dollar, der Gold für ausländische Käufer verteuerte. Darüber hinaus haben sich aufgrund der gestiegenen Inflationserwartungen die Zinskurven beiderseits des Atlantiks nach oben verschoben. Damit sind weitere Zinssenkungen der Notenbanken (vorerst) vom Tisch. Sowohl die Schweizerische Nationalbank (SNB), die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Fed haben ihre Leitzinsen im März entsprechend unverändert gelassen. Die Währungshüter in Europa schliessen sogar Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf nicht aus.

Da Gold im Gegensatz zu Obligationen keine laufenden Erträge abwirft, büsste es angesichts dessen an Attraktivität ein. Nichtsdestotrotz bleiben wir dem Edelmetall gegenüber positiv eingestellt. Denn zum einen dürften sich die Märkte immer weniger auf den Inflationsanstieg durch die höheren Energiepreise, dafür umso mehr auf deren negative Konjunktureffekte fokussieren. Zum anderen erwarten wir in Anbetracht des Vertrauensverlustes der Investoren in die USA keine nachhaltige Dollar-Aufwertung. Darüber hinaus profitiert Gold von strukturellen Treibern wie der rasant wachsenden Staatsverschuldung und der Abkehr vieler Schwellenländer vom US-Dollar-Zahlungssystem.

 

Es bleibt volatil

Stand heute ist es schwer vorstellbar, wie der Krieg im Iran auf diplomatischem Weg zeitnah beigelegt werden könnte. Die Forderungen beider Konfliktparteien liegen weit auseinander. Zugleich bestehen für das Mullah-Regime angesichts seines machtvollen Druckmittels in Form der Strasse von Hormus und den mit den USA bislang gemachten Erfahrungen kaum Gesprächsanreize. Darüber hinaus signalisiert Präsident Donald Trump zwar in der Öffentlichkeit Verhandlungsbereitschaft, lässt aber zeitgleich Bodentruppen in das Krisengebiet verlegen.

Die Rohölpreise werden also wohl längerfristig erhöht bleiben, womit das Stagflationsrisiko zunimmt. Dies wird sich denn auch in der Gewinnentwicklung der Unternehmen bemerkbar machen und negative Gewinnrevisionen zur Folge haben. Zugleich fehlt es den Aktienmärkten, trotz der Korrektur im März, bewertungsseitig an Support. Vor diesem Hintergrund rechnen wir weiterhin mit volatilen Börsen und haben entsprechend unsere Quote bei den zyklischeren Schwellenländeraktien sowie Hochzinsanleihen zugunsten von Liquidität, Gold und Schweizer Aktien reduziert.

Wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung