Ratgeber und Interviews zu Vorsorgefragen für KMU

Vorkehrungen zur Krisenprävention in Familienunternehmen

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Krankheit, Tod, Streit oder Scheidung können ein Familienunternehmen kräftig durcheinanderwirbeln oder gar in seiner Existenz gefährden. Um einen unnötigen Konkurs zu verhindern und auch rechtlich auf Eventualitäten vorbereitet zu sein, können Familienunternehmer verschiedene Vorkehrungen treffen.

Ehevertrag abschliessen

Hat ein Unternehmerpaar keinen Ehevertrag, gilt der ordentliche Guterstand der Errungenschaft. In diesem Fall muss bei einer Scheidung hälftig geteilt werden. Wenn ein Partner den anderen ausbezahlen muss und dafür nicht genügend liquide Mittel hat, bleibt nur der Verkauf des Unternehmens. Die Einbusse ist gross, wenn man den Betrieb auf die Schnelle und unter Wert verkaufen muss. Ratsam ist auch die frühzeitige Erstellung eines Testaments.

 

Regeln und Verfahren zur Streitbeilegung

Falls mehrere Familienmitglieder am Eigentum des Unternehmens teilhaben, sollten sie gemeinsame Regeln und Verfahren zur Bewältigung von Konflikten aufstellen. Diese Regeln sollten zwingend schriftlich festgehalten werden, bevor ein ernster Konfliktfall auftritt.

Aufeinandergelegte Hände

Damit ein Familienzwist den Zusammenhalt nicht zerstört, sind festgelegte Regeln hilfreich.

Regeln für Veränderungen im Aktionariat

Ein Familienzwist kann auch einmal zur unüberwindbaren Hürde werden. In solchen Fällen ist ein Ende mit Schrecken sinnvoller als ein Schrecken ohne Ende. Der Eintritt eines Mitglieds der Eigentümerfamilie ins Aktionariat (oder der Austritt aus dem Aktionariat) sollte deshalb möglichst früh und klar geregelt sein.

 

Etablieren einer «Family Governance»

Unter Family (Business) Governance versteht man einen Prozess, der die Eigentümerfamilie reaktionsfähig macht hinsichtlich der Rechte und Bedürfnisse ihrer Anspruchsgruppen, im Speziellen der Familienmitglieder. Es schafft ein Gerüst von Institutionen und Regeln, das die Familie steuert und kontrolliert. Die Family Governance besteht in der Regel aus drei Komponenten: Familienstrategie/Familienverfassung, Familienrat sowie ein regelmassig stattfindender Familientag. Für den anspruchsvollen Prozess, eine Family Governance zu definieren und auch zu leben, bietet sich ein professionelles Coaching an.

 

Versicherungsschutz

Der frühzeitige Abschluss einer Krankentaggeld- sowie einer Todesfallrisikoversicherung ist für jeden Familienunternehmer von Vorteil. So kann im Ernstfall eine Zwangsauflösung der Firma verhindert werden.

 

Wissen und Beziehungen teilen

Um dem Zerfall des Unternehmens als Folge eines plötzlichen Tods wegen Unfall oder Krankheit vorzubeugen, sollte ein Familienunternehmer sein Wissen und seine Beziehungen innerhalb des Betriebs teilen und breit abstützen. Das gilt für die Geschäftsleitung wie für den Verwaltungsrat und vor allem für den Informationsfluss zwischen den beiden Gremien. Von Vorteil ist auch ein gesunder Lebenswandel, um die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios zu verringern.

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