Unternehmenswachstum

Investitionsspielraum durch Maschinen-Leasing

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«Leasen statt kaufen» lautet das Gebot der Stunde. Immer mehr Unternehmen leasen ihre Investitionsgüter anstatt sie zu kaufen. Dadurch, dass die Kosten monatlich über einen längeren Zeitraum anfallen, können sie realistisch budgetieren und die liquiden Mittel für die Entwicklung ihres Geschäfts einsetzen.

 

Maschinen leasen statt kaufen

Maschinen-Leasing eröffnet Unternehmen einen flexiblen Investitionsspielraum, senkt Kapitalkosten und schont die Liquidität.

Wie viele Schweizer Unternehmen nutzen Leasing?

Die Studie «Leasing for Growth» der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der BAK Basel Economics AG aus dem Jahr 2017 zeigt, dass Leasing immer beliebter wird: Bereits 36 Prozent der Schweizer Unternehmen nutzen Leasing als Finanzierungsinstrument und 6,5 Prozent aller Unternehmensinvestitionen in der Schweiz werden geleast.

Marc Hintermeister, Leiter Leasing bei Raiffeisen, bestätigt den Trend: Immer mehr Unternehmen treten an Raiffeisen heran, um mobile Investitionsgüter wie IT-Anlagen, ganze Fertigungsstrassen oder Medizinische Geräte über Leasing zu finanzieren, um ihre liquiden Mittel für die Entwicklung des Geschäfts zur Verfügung zu haben. Durch die Automatisierung – und auch nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses – ist der Investitionsbedarf laut Hintermeister gestiegen: «Viele KMU müssen in ihren Betrieb investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das betrifft sowohl das Biotech-Unternehmen, das hochpräzise Roboter in der Produktion einsetzt, als auch den Landwirt, der mit einem Melkroboter seine Produktivität steigert.»

Um die für das Unternehmen passende Lösung zu finden, bespricht der Bankberater mit dem Kunden die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten. Leasing ist laut Hintermeister eine attraktive Alternative zum Kontokorrentkredit oder zu einem Festdarlehen – um die Eigenmittel sowie die Kreditlimiten (Verschuldungskapazität) des Unternehmens dank Berücksichtigung der zugrundeliegenden Objektdeckung zu schonen. Raiffeisen bietet Leasing ab einem Volumen von 15'000 Schweizer Franken.

 

FHNW-Studie «Leasing for Growth»

Die im Mai 2017 erschienene Studie «Leasing for Growth» von BAK Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) liefert Zahlen und Fakten zum Markt und belegt schwarz auf weiss: Leasing ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. Die wichtigsten Fakten:
  • Leasing schont die Liquidität, da keine eigenen Mittel eingesetzt werden. Das schafft finanzielle Freiräume für Investitionen und Wachstum.
  • Das Cash-Management wird vereinfacht, da alle Zahlungen von Beginn weg festgelegt sind.
  • Leasing kann die Kapitalkosten senken und die Kapitalstruktur optimieren (sofern ausserhalb der Bilanz geführt).
  • Bei der Neustrukturierung oder Transformation von traditionellen Geschäftsmodellen (Digitalisierung) kann Leasing bezüglich Finanzierung eine Schlüsselrolle übernehmen.
  • Die Schweizer Leasingwirtschaft erbrachte im Jahr 2015 eine Bruttowertschöpfung von CHF 490 Mio. Damit verbunden waren rund 2'700 Arbeitsplätze (Vollzeitstellen).
  • Der stärkste konjunkturelle Impuls entsteht nicht in der Leasingwirtschaft selbst, sondern durch die mit Leasing finanzierten Konsumausgaben und Investitionen.
Download FHNW-Studie (PDF, 989KB)

Für welche Unternehmen lohnt Maschinen-Leasing?

Das Investitionsgüterleasing lohnt sich für alle Unternehmen, die in teure Maschinen und Geräte investieren, aber ihre Liquidität schonen oder die vorhandenen Eigenmittel für weitere strategische Vorhaben einsetzen möchten. Speziell interessant ist Leasing für Betriebe mit dem Bedarf nach kalkulierbaren Aufwendungen über den Finanzierungszeitraum.

 

Für wen eignet sich Leasing nicht?

Hintermeister erklärt: «Ein Unternehmen in der Start-Phase tut sich oft schwer mit einer Verpflichtung über mehrere Jahre oder den notwendigen Sicherheiten. Denn die Leasingraten müssen auch bei schlechtem Geschäftsgang an die Bank gezahlt werden. Das Unternehmen kann das Leasingobjekt zwar während der Laufzeit zurückgeben, muss aber mit Rücktrittskosten rechnen.»

 

Und was passiert, wenn das Leasingobjekt Schaden nimmt?

Laut Hintermeister verlangt jede Schweizer Leasinggesellschaft standardmässig eine genügende Versicherungsdeckung über die gesamte Vertragslaufzeit. Sollte ein geleastes Objekt Totalschaden erleiden, bezahlt die Versicherung den Schaden direkt an die Leasinggesellschaft. Ein allfälliger Überschuss aus der Leasingfinanzierung wird dem Kunden zurückbezahlt.

 

Exkurs: Wie funktioniert Maschinen-Leasing?

Vom Lastwagen über den 3D-Drucker bis zur Universaldrehmaschine kann man heute praktisch alles an Maschinen leasen. Der Leasinggeber (in der Regel eine Bank) beschafft und finanziert ein Leasingobjekt (z.B. ein Nutzfahrzeug oder eine Maschine) und überlässt dieses dem Leasingnehmer (Unternehmen) gegen ein vereinbartes Leasingentgelt zur Nutzung über eine festgesetzte Laufzeit. Im Unterschied zum Verkauf wird der Leasingnehmer nicht rechtlicher Eigentümer des Leasingobjekts. Er muss aber während der Leasingdauer für den Unterhalt des Leasingobjekts selber aufkommen und das Risiko absichern. Nach dem Ablauf des Vertrags kann ein Unternehmen das Leasingobjekt entweder zu einem vorher festgelegten Preis kaufen oder den vereinbarten Restwert verlängern.

Eine weitere Form des Leasings ist das Vendor-Leasing. Dabei bieten Händler ihren Kunden Investitionsgüter im Leasing- oder Mietmodell an. Ein Beispiel: Menzi Muck lässt seine Kunden den Bagger leasen statt ihn zu kaufen. Dabei kooperiert Menzi Muck mit einer Bank, in diesem Falle Raiffeisen. Die Bank schliesst den Leasingvertrag direkt mit dem Kunden ab und überweist dem Lieferanten (hier Menzi Muck) den kompletten Kaufpreis. Der Kunde bezahlt die monatlichen Leasingraten über die vereinbarte Laufzeit. Bei den Refinanzierungsmodellen (für Miet- oder Miet-/Serviceverträge inkl. Wartungsdienstleistungen) tritt der Händler (Vendor Partner) gegenüber dem Endkunden als Vertragspartner auf und lässt sich durch Raiffeisen refinanzieren. In der Schweiz nutzt jedes achte Unternehmen Vendor-Leasing, um seinen Absatz zu steigern.

 

Über Marc Hintermeister

Marc Hintermeister, Leiter Leasing bei Raiffeisen
Marc Hintermeister, Leiter Leasing bei Raiffeisen

Marc Hintermeister, MSc., ist seit 2018 bei Raiffeisen Leasing tätig. Seit dem 1. Juni 2018 fungiert er als Leiter Leasing der Raiffeisen Leasing.