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24.10.2023

KMU werden erneut auf die Probe gestellt

Mirko Jordi

Der Ausblick der Schweizer KMU ist im Vergleich zum Vorjahr weniger optimistisch. Die Erwartungen werden durch die Inflation, hohe Kosten sowie den Fachkräftemangel gedämpft. Wie sind die aktuellen Herausforderungen zu meistern?

 

Nach der Pandemie präsentierte sich die Schweizer Wirtschaft sehr robust. Schon letztes Jahr waren mögliche Einbrüche durch die COVID-Krise in den Unternehmen kaum noch Thema und in der KMU Mittelstandstudie 2022 bezeichneten 75 Prozent ihre wirtschaftliche Lage als gut bis sehr gut. Doch seit dem Frühjahr werden die Sorgenfalten bei Unternehmerinnen und Unternehmern grösser. Die weltweit nachlassende Konjunktur, die teils hohe Inflation im Euro-Raum sowie hohe Kosten für Energie und Rohstoffe schlagen direkt oder indirekt auf das Geschäft der Schweizer KMU durch.

 

Schwindet der Optimismus?

In der KMU Mittelstandstudie 2023 beurteilten noch 63 Prozent der Befragten ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut bis sehr gut. Zudem schätzen die KMU auch die künftige Wirtschaftslage weniger positiv ein. Dieser verhaltene Ausblick dürfte ebenfalls in der Bilanz der KMU Auswirkungen haben. Gemäss der Umfrage gehen viele Unternehmen von rückläufigem Umsatz und zumindest gleichbleibenden Margen aus.

Auf die Frage, von welchen Entwicklungen die Unternehmen bereits jetzt oder in Zukunft stark betroffen sein werden, sind das die meistgenannten Faktoren:

  • steigende Rohstoff-, Energie und Transportkosten
  • Zugang zu Fachkräften und Personal
  • Verfügbarkeit von Rohstoffen und Materialien

 

Die KMU reagieren und stärken ihr Geschäft

Die Studie zeigt ausserdem, wie widerstandsfähig sich die KMU trotz allem erweisen. Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken und die Widerstandsfähigkeit zu stärken, sollten Schweizer KMU eine Vielzahl verschiedener Massnahmen ergreifen. Als wohl wichtigste davon ist die Anpassung von Prozessen zu empfehlen. Angesichts der grössten Herausforderungen, die es zu meistern gilt, zielt dies in erster Linie darauf ab, Prozesse effizienter und einfacher zu gestalten und wenn möglich zu digitalisieren und zu automatisieren, nicht zuletzt, um damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ebenso wichtig sind Investitionen in Innovation, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Standort Schweiz und die KMU leben in vielen Branchen von Differenzierung über Innovation.

 

Auf Herausforderungen vorbereitet

Die KMU werden in den kommenden Monaten weiter einem wirtschaftlichen Stresstest unterzogen, insbesondere in der Industrie. In solchen Zeiten ist es für Unternehmen wichtig, gut vorbereitet zu sein, wie auch die Antworten in der Mittelstandstudie unterstreichen. 76 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie die Stärkung der betrieblichen Widerstandsfähigkeit bereits in ihrer Strategie verankert haben oder aktiv daran arbeiten.

Wie widerstandsfähig die KMU tatsächlich sein müssen, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Wie entwickelt sich die europäische Wirtschaft über die kommenden Monate? Verschärft sich der Fachkräftemangel? Steigen die Rohstoff- und Energiepreise im Winter erneut an? Die KMU haben in den letzten Jahren bewiesen, wie widerstandsfähig und robust sie gegenüber Krisen sind. Zusammen mit hohen Qualitätsansprüchen und einer hohen Innovationskraft wird davon ausgegangen, dass die Unternehmen weiterhin überzeugen können.

Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Unternehmen in unserer Region mit den Herausforderungen auseinandersetzen und diese meist positiv meistern und gestärkt in die Zukunft gehen.

Mirko Jordi, Firmenkundenberater