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Wie federt man als KMU Währungsrisiken ab?

Der Handel mit dem Ausland birgt für fast jedes Schweizer Unternehmen ein Währungsrisiko. Die Materialbestellung ist ebenso wie der Verkauf der eigenen Produkte erheblichen Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Dagegen können sich die Unternehmen absichern.
Schwankende Kurse
Das Importvolumen der Schweiz betrug per Ende 2022 insgesamt rund 341 Milliarden Schweizer Franken, das Exportvolumen lag bei 383 Milliarden Schweizer Franken. Wichtigste Fremdwährung für die Schweizer Import- und Exportbranche ist der Euro, zweitwichtigster Handelspartner sind die USA. Fremdwährungen reagieren oft empfindlich auf zahlreiche Einflüsse.
Demgegenüber ist der Schweizer Franken eine harte Währung, die wegen der gesunden Volkswirtschaft in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen dient. «Drastische Kursveränderungen sind zum Glück die Ausnahme», weiss Rosario Loria, Devisenexperte bei Raiffeisen Schweiz, «wie uns die Pandemiekrise und der Ukraine-Krieg wieder vor Augen führen, tun international ausgerichtete Schweizer KMU jedoch gut daran, sich proaktiv mit den Devisenrisiken zu befassen.»
Auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Absicherungsgeschäfte
Die Umsetzung der Devisenstrategie erfolgt zugeschnitten auf das jeweilige Fremdwährungs-Exposure und die Risikoneigung. Beim klassischen Devisenkassageschäft (manchmal als «Spot» bezeichnet) wird eine Währung sofort in eine andere gewechselt. Die Verrechnung bietet keine Kursabsicherung. Bei Termingeschäften wie Forwards oder Swaps werden hingegen Fremdwährungen auf einen künftigen Termin gewechselt. Betrag und Wechselkurs sind dabei verbindlich festgelegt, egal welche negativen Entwicklungen sich in der Zwischenzeit einstellen. Allerdings profitiert man damit auch nicht von einer möglichen positiven Entwicklung. Bei Fremdwährungsoptionen besteht die Möglichkeit, sich vor unerwünschten Kursbewegungen abzusichern und allenfalls sogar von vorteilhaften Kursentwicklungen zu profitieren.
Noch fehlt das Risikobewusstsein
«Keine Devisenstrategie zu haben, kann ein Unternehmen viel Geld kosten», erklärt Rosario Loria. Im Extremfall könne eine starke Wechselkursänderung ein Unternehmen in Bedrängnis bringen. «Ein Schweizer KMU sollte, die mit Import und Export zusammenhängenden Risiken kennen», rät der Devisenspezialist. Je nach Unternehmensgrösse und Exportanteil sichern zwischen 15 und 45 Prozent der KMU die Wechselkurse regelmässig ab. In vielen Fällen ist dieses Risikobewusstsein allerdings noch nicht vorhanden.
Devisengeschäfte im E-Banking
Kundinnen und Kunden können bei diversen Banken Fremdwährungstransaktionen auch im E-Banking oder auf der Mobile-App durchführen, um so flexibel wie möglich auf Marktveränderungen reagieren zu können. Der Zahlungsverkehr lässt sich auf Fremdwährungskonti ohne Kursumrechnung abwickeln. Bei der Erfassung eines Devisenauftrags wird der Real-Time-Kurs angezeigt.
Zugang zu den Devisenmarktspezialisten
Ab einem jährlichen Handelsvolumen im Gegenwert von zwei Millionen Franken steht Kunden bei gewissen Banken der Zugang zu den Devisenmarktspezialisten frei (telefonisch oder elektronisch). Die Kunden können dank vertraglich festgelegter Konditionen die Kosten im Voraus berechnen.
Fazit
Import- und exportorientierte Unternehmen sind erheblichen Währungsschwankungen ausgesetzt.
Sie tun gut daran, sich proaktiv mit den Devisenrisiken zu befassen.
Sonja Kaspar, Firmenkundenberaterin,