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Anlageklasse des Monats: Aktien

Die Angriffe auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien haben zu einem sprunghaften Anstieg der Erdölpreise geführt. Profitieren dürften die Erdölgesellschaften: Neben günstigen Bewertungen locken attraktive Dividendenrenditen.

Sprunghafter Anstieg der Erdölpreise

Bei den Drohnenattacken Mitte September wurden bedeutende saudi-arabische Ölanlagen getroffen und vorübergehend lahmgelegt. Betroffen waren gut 5% der gesamten, weltweiten Erdölproduktion. Entsprechend kam die Reaktion an den Rohstoffmärkten nicht überraschend – der Erdölpreis sprang zwischenzeitlich über 10% in die Höhe.

Obwohl sich offiziell die Huthi-Rebellen in Jemen für die Anschläge verantwortlich bekannten, gerät einmal mehr der Iran ins Visier. Eine weitere Eskalation in der Region und sogar eine militärische Intervention der USA gegen den Iran kann deshalb mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen werden.

Brent- und WTI-Rohöl in US-Dollar

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Damit werden auch Erinnerungen an vergangene Öl-Krisen wach. Selbst wenn die Produktion in Saudi-Arabien in einigen Wochen wieder vollständig hochgefahren sein wird, hat der Angriff die «Verletzlichkeit» der Ölanlagen in der Region aufgezeigt. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass die Risikoprämien beim Erdöl nachhaltig ansteigen werden – schliesslich muss jederzeit mit weiteren Attacken gerechnet werden. 

Von den höheren Rohölpreisen profitieren vor allem die Ölgesellschaften. Der Sektor ist in den letzten Jahren unter Druck geraten: Einerseits aufgrund der Erschliessung von neuen Quellen (Schieferöl) und andererseits durch die Klimadiskussion, welche das Ziel hat, den Anteil fossiler Energieträger deutlich zu reduzieren. Entsprechend hat auch das Gewicht des Sektors in den breiten Aktienindizes kontinuierlich abgenommen.

Attraktive Dividendenrenditen sprechen für Ölwerte

Performancemässig ist der Erdölsektor in diesem Jahr deutlich zurückgeblieben. Mit einem Plus von rund 3% in Schweizer Franken gerechnet, liegen die europäischen Energiewerte deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück (MSCI Europe: +14% in CHF). Auch bewertungsmässig sind die Erdölaktien attraktiv – und zwar sowohl absolut betrachtet als auch im Vergleich zur eigenen Historie.

Hinzu kommen die hohen Dividendenrenditen, welche sich aktuell auf rund 6% belaufen und vor allem auch im Verhältnis zu den Anleiherenditen äusserst attraktiv sind. Vor diesem Hintergrund erachten wir den Zeitpunkt für den Kauf von Erdölaktien als günstig an und gehen davon aus, dass die Performancelücke zumindest teilweise geschlossen werden kann.

Performance und Dividendenrenditen der europäischen Erdölwerte

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office