Strukturierte Produkte

«Strukipedia» - ABC der Strukturierten Produkte

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Fremdwörter und Fachwissen dominieren die Welt der Strukturierten Produkte. Um diese Welt nicht nur professionellen Investoren, sondern auch privaten Anlegern leicht verständlich zugänglich zu machen, erhalten Sie hier einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Begriffe rund um Strukturierte Produkte zur Geldanlage.
 

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Was ist der Ausübungspreis (Strike)?

Der Ausübungspreis eines Strukturierten Produkts bestimmt, zu welchem Kurs der zugrundeliegende Basiswert einer Option am Stichtag (Ausübungsdatum) gekauft (Call) oder verkauft (Put) werden kann. Im Payoff-Diagramm (Auszahlungsprofil) des Strukturierten Produkts erscheint der Strike als Knick. Ein Payoff-Diagramm zeigt das Gewinn- bzw. Verlustpotential des Produktes bei einem fallenden bzw. steigenden Basiswert.

 

Was ist eine Barriere-Kursgrenze?

Als Barriere bezeichnet man eine Kursgrenze resp. Schwelle. Barrieren finden bspw. bei strukturierten Produkten Anwendung, wo das Durchbrechen von Kursgrenzen durch einen Basiswert an spezifische Bedingungen geknüpft ist.

Was sind Basket-Anlageinstrumente?

Zusammenstellung von mehreren Basiswerten zu einem «Korb». Der Preis des Produkts ändert sich in Abhängigkeit von den Kursen der im Korb befindlichen Basiswerte. Häufig werden Basiswerte aus demselben Sektor in einem Basket vereint.

 

Was ist ein Basiswert?

Der Basiswert ist das Finanzinstrument, auf den sich ein Strukturiertes Produkt bezieht. Die Kursbewegung des Basiswerts ist der wichtigste Einflussfaktor für die Kursbewegung des Strukturierten Produkts. Als Basiswerte kommen u.a. Aktien, Aktienkörbe (Baskets), Indizes, Währungen, Rohstoffe oder Zinsinstrumente in Frage.

 

Was ist ein Bonus-Ertrag?

Der Bonus, auch Bonus-Ertrag genannt, gibt die Höhe der möglichen Rendite eines (Capped-) Bonus-Zertifikats an. Der Bonus wird üblicherweise bei Emission bestimmt.

 

Bonus-Level

Das Bonus-Level entspricht dem Strike eines Bonus-Zertifikats. Es gibt an, welcher Betrag der Anleger mindestens erhält, wenn die Barriere nie verletzt wurde.

 

Bonusrendite

Die Bonusrendite zeigt die durch den Bonus ermöglichte Rendite an. Sie entspricht bei Emission ungefähr der Seitwärtsrendite. Steigt jedoch der Kurs des Zertifikats über den Strike, dreht das Vorzeichen, im Gegensatz zur Seitwärtsrendite, ins Negative.

 

Unterschied von Clean- zu Dirty-Pricing?

Beim Dirty-Pricing sind die aufgelaufenen Stückzinsen bereits im Preis des Produkts enthalten. Hingegen werden beim Clean-Pricing die Stückzinsen gesondert ausgewiesen.

 

Was ist ein Cap?

Strukturierte Produkte können mit einem Cap, sprich einer Renditebegrenzung, ausgestattet werden. Er begrenzt zwar das Gewinnpotenzial des Anlegers auf einen festen Maximalertrag, erlaubt aber im Gegenzug attraktivere Produktkonditionen. Der Grund: Mit einem Cap ausgestattete Produkte werden in der Regel mit einem Preisnachlass auf den Basiswert verkauft. 

 

Was sind Derivate?

Derivate sind Finanzkontrakte, deren Wert sich vom Preis eines Basiswertes ableitet. Diese sogenannten Basiswerte unterliegen Marktpreisänderungen. Derivate erlauben es, solche Marktpreisrisiken vom Basiswert abzuspalten und getrennt zu handeln.

Grundsätzlich lassen sich zwei Gruppen von Derivaten unterscheiden: unbedingte (Futures, Forwards etc.) und bedingte (Optionen) Termingeschäfte. Zu den sogenannten verbrieften Derivaten gehören Warrants (Optionsscheine) und strukturierte Produkte.

 

Was ist ein Emittent bzw. ein Garant?

Als Emittent wird der Herausgeber eines Strukturierten Produktes bezeichnet. Der Garant des Strukturierten Produktes haftet für dessen Rückzahlung. In den meisten Fällen sind Emittent und Garant dieselben.

Was ist ein Primärmarkt?

Der Primärmarkt, auch als Emissionsmarkt bezeichnet, umfasst die Erstausgabe von Wertpapieren. Der Anleger zeichnet respektive erwirbt Anlageinstrumente während der Zeichnungsfrist direkt vom Emittenten.

 

Was bedeutet Quanto?

Anleger, die in Strukturierte Produkte investieren, welche Basiswerte beinhalten, die an einer ausländischen Börse und somit nicht in Lokal- sondern in einer Fremdwährung notieren, gehen dadurch ein Wechselkursrisiko ein. Produkte mit sogenannter „Quanto-Option“ schalten dieses Risiko aus, da sie über eine eingebaute Währungssicherung verfügen.

Aber: Wer sich für die Quanto-Option entscheidet, kann auch nicht mehr von möglichen Währungsgewinnen profitieren.

 

Was bedeutet Risikoaversion?

Intuitive Erklärung

  • Einen Franken zu verlieren schmerzt mehr, als die Freude einen Franken zu gewinnen.
  • Das Risiko möglicher Vermögensverluste wiegt bei der Entscheidungsfindung schwerer als die Aussicht auf mögliche Vermögensgewinne.

 

Wissenschaftliche Erklärung

  • Aus der Entscheidungstheorie ist bekannt, dass nicht der Gewinn/Verlust (in CHF) massgebend ist, sondern der damit verbundene Nutzen.
  • Demnach bevorzugen risikoscheue Marktteilnehmer einen möglichst sicheren Gewinn, auch wenn dieser kleiner als der statistische Erwartungswert ist.
  • Das Sicherheitsäquivalent (CHF 40) ist dabei stets kleiner als der statistische Erwartungswert (CHF 50).
  • Die Risikoprämie entspricht der Differenz aus Erwartungswert und Sicherheitsäquivalent und ist für einen risikoaversen Marktteilnehmer stets positiv (CHF 10).

 

Risikoaversion & Kapitalschutz

  • Technisch beschreibt Risikoaversion den abnehmenden Grenznutzen einer zusätzlichen Geldeinheit
  • Je höher die Risikoaversion, desto höher der auszuwählende Kapitalschutz.

 

Was ist ein Sekundärmarkt?

Als Sekundärmarkt bezeichnet man den Markt für den Handel zwischen Liberierung und Verfall des Produkts. Der Emittent stellt mit seiner Kursstellung einen liquiden Markt sicher.

 

Was ist der Unterschied zwischen Soft- und Hard Call?

Hard Call

Das Eintreten eines im Termsheet definierten Szenarios führt zu einer frühzeitigen Rückzahlung des Produkts (z. B. Triggered Auto-Call).

Soft Call

Der Emittent hat die Möglichkeit, ohne Bekanntgabe eines Grundes, das Produkt vorzeitig an bestimmten Terminen zurückzuzahlen.

 

Was ist eine Valoren-Nummer bzw. Wertpapierkennummer (WKN)?

Die Valoren-Nummer ist die Nummer, die jedem Wertpapier an der Schweizer Börse zur Erkennung zugeordnet wird. Die Valoren-Nummer besteht aus einer 5- bis 7-stelligen Zahl.

Das Pendant zur Valoren-Nummer in der Schweiz ist die Wertpapierkennnummer in Deutschland.

 

ISIN-Nummer

Damit Anlageinstrumente einfach identifiziert werden können, erhalten sie eine ISIN-Nummer, die aus einer 10-stelligen Zahl besteht. Gleiche Bedeutung wie die Valoren-Nummer.

 

Was bedeutet Zeichnungsfrist?

Die Zeichnungsfrist ist der Zeitraum, in dem neu auf den Markt kommende Wertpapiere wie Aktien, Obligationen und auch Strukturierte Produkte vor dem Börsenhandel zu einem festgelegten Preis gezeichnet werden können. Die Zeichnungsfrist wird vom Emittenten festgelegt und kann je nach Emissionsbedingungen vorzeitig beendet (bei Überzeichnung) oder verlängert (Mehrzuteilungsoption) werden.

Mit dem nötigen Fachwissen und einer nachvollziehbaren Beratung erhalten Sie die Anlagelösungen, die perfekt zu Ihren Zielen und Wünschen passen.

Der Inhalt wurde in Zusammenarbeit mit dem SVSP erstellt.