Plastik – Ein Problem für Mensch und Natur

Plastik – Ein Problem für Mensch und Natur

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Die Plastikverschmutzung ist eine der grössten Umweltgefahren, deren Bekämpfung generelles Umdenken erfordert. Unternehmen, die proaktiv einen nachhaltigen Umgang mit Plastik etablieren und frühzeitig auf Alternativen setzen, dürften Wettbewerbsvorteile aufweisen.

 

Verheerende ökologische und ökonomische Schäden

Der sorglose Umgang unserer Wegwerfgesellschaft mit Plastik droht zum Fiasko für Mensch und Umwelt zu werden. Die in den Medien immer wieder aufgegriffenen riesigen «Inseln» aus Plastikabfällen in den Ozeanen und die durch Plastikverschmutzung verendenden Meerestiere sind dabei nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisberges.

Zwar sind in den letzten Jahren die verheerenden Auswirkungen der Plastikverschmutzungen zusehends ins öffentliche Bewusstsein gerückt, während die Politik versucht, vielerorts Gegensteuer zu geben. Von einem nachhaltigen Umgang mit Plastik sind wir aber nichtsdestotrotz noch weit entfernt. Man denke nur an die Plastikbecher für den Kantinen-Kaffee, die oft unnötigen Plastikverpackungen für viele Lebensmittel oder die Frischhaltefolie in der eigenen Küche.

Diese Beispiele verdeutlichen die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Plastik und dessen grosser Vorteil als Werk- und Gebrauchsstoff. Jedoch birgt die allen Plastikarten gemeine hohe chemische Beständigkeit insofern ein hohes Risiko, dass bei achtloser Entsorgung Plastik über hunderte von Jahren in der Natur verbleibt. So dauert die Zersetzung einer Angelschnur rund 600 Jahre, eine Plastikflasche benötigt hierfür noch 450 Jahre während der Abbau eines Styroporbechers noch 50 Jahre in Anspruch nimmt und eine Plastiktüte sich in 10 bis 20 Jahren in ihre Bestandteile auflöst.

Die lange Abbauzeit stellt für Mensch und Umwelt eine immense Gefahr dar. Bei Ablagerung im Meer etwa führen grössere Plastikteile oft zu Verletzungen und zum Tod von Meerestieren, darunter auch geschützter Arten wie der Meeresschildkröte. Und dass Plastik irgendwann in den Weltmeeren landet, ist leider keine Seltenheit. Berechnungen des WWF zufolge werden alleine in Europa – nach China der zweitgrösste Plastikproduzent der Welt – jährlich 220'000 bis 630'000 Tonnen an Plastik im Meer entsorgt. Doch nicht nur für Tiere ist Plastik in der Natur zum Risiko geworden. Denn in Form von Mikroplastik – Partikel mit einem Durchmesser von weniger als fünf Millimetern – gelangt Plastik in die Nahrungskette und wird so letztlich auch vom Menschen aufgenommen. Die gesundheitlichen Langzeitfolgen davon werden erst seit kurzer Zeit wissenschaftlich erforscht.

Schliesslich verursacht die Plastikverschmutzung auch handfesten wirtschaftlichen Schaden. Weltweit verursacht der Müll in den Ozeanen Kosten von rund 8 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Schätzungen zufolge kosten nur schon die Reparatur von Schiffsschrauben, in die sich so genannte «Geisternetze» verfangen haben, und die Instandsetzung defekter Kühlsysteme die Schifffahrt im asiatisch-pazifischen Raum jährlich rund 280 Millionen US-Dollar. Für die EU wiederum belaufen sich die Kosten infolge Beschädigung von Material und Ausrüstung der Fischereiflotte auf mehr als 60 Millionen Euro pro Jahr. Hinzu kommen die hohen, schwer zu beziffernden Kosten aus dem Tourismussektor. Für die asiatisch-pazifischen Regionen etwa wird von Schäden in der Höhe von jährlich mehr als 620 Millionen US-Dollar ausgegangen.

 

Weltweite Plastikproduktion steigt rasant an

Plastikproduktion in Millionen Tonnen

Quellen: PlasticsEurope, Raiffeisen Schweiz Investment Advisory

Die Bewusstseinsschärfung hinsichtlich des Plastikproblems hat mittlerweile auch die Wirtschaft und insbesondere die Industrie erfasst. Angesichts kritischerer Konsumenten, strengerer Regulierung und wohl nicht zuletzt auch unter Druck sensibilisierter Kapitalgeber hat bei vielen Firmen schon ein Umdenken bezüglich Plastikverwendung eingesetzt. Beispielsweise haben schon namhafte Unternehmen aus der Konsumgüterherstellungs- und Verpackungsindustrie den «New Plastic Economy Contract» der Ellen MacArthur Stiftung unterzeichnet. Dieser Vertrag sieht unter anderem vor, dass die Verpackungsmaterialien bis spätestens 2025 fast vollständig auf wiederverwendbar, recyclingfähig oder kompostierbar umzustellen sind.

Unabhängig davon, ob Unternehmen diesen Vertrag unterzeichnet haben oder sich ausserhalb eines verpflichtenden Regimes in Richtung einer nachhaltigeren Verpackungs- und Materialwirtschaft bewegen, wird mit solchen Verhaltensänderungen das Übel sozusagen an den Wurzeln gepackt. Denn wenn überhaupt erst weniger Plastik in den Umlauf gelangt und dieser auch noch zu einem höheren Grad recycelt wird, nimmt auch die Menge ab, die durch unsachgemässe Entsorgung zum ökologischen Desaster führt.

Mit der Abkehr vom (übermässigen) Plastikgebrauch leisten entsprechende Unternehmen aber nicht nur einen Beitrag gegen eine drastische Umweltverschmutzung. Vielmehr verschaffen sich solche Firmen mittel- bis längerfristig wesentliche Wettbewerbsvorteile. Denn gerade weil bei der Recycling-Quote von Plastik weiterhin grosses Verbesserungspotential vorliegt und die Politik folglich strengere Vorschriften erlassen dürfte, zeugt es von unternehmerischer Weitsicht, die Verwendung alternativer Materialien proaktiv zu etablieren.

 

Umsetzung: Tracker-Zertifikat auf den «Solactive Sustainable Plastic Economy Net Total Return Index»

Um in eine nachhaltige Plastikwirtschaft zu investieren, ist es sinnvoll, entlang der gesamten Wertschöpfungskette anzulegen. Das empfohlene Open-End-Tracker-Zertifikat bildet daher den Aktienindex «Solactive Sustainable Plastic Economy» ab. Dessen Hauptbestandteile sind Konsumgüterproduzenten, die ihre Verpackungen umstellen möchten, Hersteller alternativer Verpackungsmaterialien und Unternehmen mit innovativen Recycling-Methoden.

+  Chancen                                                  

–  Risiken

  • Unternehmen, welche die grossen Herausforderungen frühzeitig erkennen und Lösungen anbieten, sollten von dieser Entwicklung besonders profitieren.
  • Da sich das Universum laufend erweitert, erfolgt eine periodische Überprüfung und Anpassung des Aktienuniversums durch das Raiffeisen Schweiz Investment Advisory.                                                                                                                                                                                                         
  • Kurzfristige Lösungen sind aktuell nicht in Sicht. Eine sich ändernde mediale Berichterstattung kann dieses Umweltproblem allenfalls in den Hintergrund rücken.
  • Die Investitionen erfolgen global und zum Teil in Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung. Neben Währungseinflüssen ist mit höheren Kursschwankungen zu rechnen.                                                                                                                                                                                       
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