News

15.11.2019

Deutsche Autokonzerne umgarnen Donald Trump

Die grossen deutschen Autokonzerne VW,Daimler und BMW warten auf den Tweet des US-amerikanischen Präsidenten. In derZwischenzeit bleiben die Sanktionen der USA gegenüber ausländischenAuto-Importen bestehen.

 

HöhereUS-Zölle oder Einfuhrquoten auf Automobile aus der EU liegen schon seit Monatenin der Luft. Laut amerikanischem Wirtschaftsministerium ist die ausländischeAutoindustrie ein Sicherheitsrisiko und dementsprechend seien Strafmassnahmenangebracht. Die Entscheidung für oder gegen ebensolche hatte US-Präsident Trumpim Frühling nochmals herausgeschoben: auf den 13. November. Doch Nachrichten –beziehungsweise ein Tweet – über eine endgültige Entscheidung blieben dieseWoche noch aus. Sie könnten aber schon bald folgen.

 

german cars «made in USA»

Die deutschen Autokonzerne haben im Vorfeldder Deadline jedenfalls keine Kosten und Mühen gescheut, um die Werbetrommelfür german cars «made in USA» zu rühren. So verkündete Volkswagen am Mittwochmit einem symbolischen Spatenstich ein Investitionsprogramm von 800 MillionenUS-Dollar. In Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee will VW vom Jahr 2022 anElektroautos produzieren und zunächst 1000 neue Arbeitsplätze schaffen.Milliardenschwere Investitionen hat auch Daimler angekündigt. Und weiterwachsen möchte auch der dritte im Bunde der deutschen Automobilriesen: BMW. DieMünchner haben in Spartanburg längst das grösste Werk des gesamten Konzernsstehen und produzieren im Süden der USA jedes Jahr mehr als 350‘000 Fahrzeuge.Damit ist BMW – noch vor General Motors und Ford – der grösste AutoexporteurAmerikas.

 

Investitionen lohnen sich trotz Strafzöllen

Ob die Anbiederungstaktikder Deutschen erfolgreich ist, dürfte sich in den nächsten Tagen und Wochenzeigen. Falls eine solche denn überhaupt existiert. Angesichts der langenInvestitionszyklen in der Autoindustrie müssen deren Manager sowieso über denderzeitigen US-Präsidenten hinausdenken. Aus betriebswirtschaftlicher Sichtmachen die angekündigten Investitionen auf jeden Fall Sinn – Strafzölle hinoder her.

 

DieAktienmärkte lassen sich vom ständigen Hin und Her beim Thema Handel derweilseit längerem kaum noch beeindrucken. Schon seit Wochen ist die Tendenz derPreise nach oben gerichtet. Dies hinterlässt nun auch bei den Anlegern seineSpuren: die Stimmung dreht langsam aber sicher in Richtung Optimismus. Derleichteste Teil der Aufwärtsbewegung liegt nun hinter uns. Und dieWahrscheinlichkeit für einen zumindest vorübergehenden Kursrücksetzer nimmtlangsam aber sicher zu.