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Die Schweiz sorgt gegen den Brexit vor
Finanzinfo
Die «Brexit»-Uhr ticktunerbittlich. Inzwischen sind es nur noch sechs Wochen bis zum eigentlichvorgesehenen Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union. Am 29. März2019 soll es so weit sein. Doch die britische Premierministerin Theresa Maysteckt offensichtlich in der Sackgasse.
Die EU ist zu Nachverhandlungen des Brexit-Vertrags nicht bereit, sowie sie es schon im Dezember angekündigt hatte. Und die Fronten in den eigenenReihen sind verhärtet. Ein Konsens ist nicht in Sicht. Insbesondere am«Backstop» – der Auffanglösung für den Fall, dass man sich mit der EU nicht aufeinen neuen Handelsvertrag einigen kann – scheiden sich weiterhin die Geister.Kein Wunder, dass die Akteure auf beiden Seiten des Ärmelkanals zusehendsVorkehrungen für den Ernstfall treffen. So stellen etwa Zollverwaltungen undPaketdienstleister Hunderte neuer Mitarbeiter ein. Währenddessen haben diverseUnternehmen schon geplante Investitionen auf den britischen Inseln abgeblasen,andere gar den vollständigen Abschied von ihren britischen Standortenbekanntgegeben.
Status quo bleibt erhalten
Die Schweiz muss derlei Sorgen indessen nicht teilen. Sie hat sichdiese Woche für den Brexit gerüstet und mit Grossbritannien ein Abkommenunterzeichnet, das den Handel nach dem EU-Austritt der Briten regelt. Esspiegelt einen grossen Teil der Verträge, welche die Schweiz mit der EUabgeschlossen hat und sichert bis auf wenige Schönheitsfehler denhandelsrechtlichen Status quo. Für Bern ist das neue Abkommen einaussenpolitischer Erfolg, gerade angesichts der Dauerbaustelle beimEU-Rahmenvertrag. Und auch wirtschaftlich ist die Bedeutung nicht zuunterschätzen. Immerhin ist das Vereinigte Königreich für die Schweiz einer dergrössten Absatzmärkte und war 2017 beispielsweise bei chemisch-pharmazeutischenProdukten und Uhren der viertwichtigste Handelspartner.
Schweiz geht mit dem Abkommenvoran
Ähnliches gilt umgekehrt. So erspart das Abkommen auch britischenExporteuren Zollbelastungen in Millionenhöhe. Dennoch tun sich die Britenschwer, ähnliche Vereinbarungen mit anderen Handelspartnern ausserhalb der EUabzuschliessen. Ausser mit der Schweiz hat Grossbritannien bisher lediglich miteinigen kleineren Handelspartnern wie Chile oder Israel Verträge abschliessenkönnen.