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03.11.2022

Interview KMU Ausblick 2023

Wir leben in turbulenten Zeiten: Ukraine Krieg, Versorgungsengpässe für Energie und Rohstoffe, steigende Leitzinsen und beunruhigte Konsumenten. Was kommt als nächstes? Unser Leiter Firmenkundenberatung, Gregory Soder, ordnet die aktuelle Situation ein.

 

Gregory Soder

Wie ist die aktuelle Stimmung bei Schweizer KMU?

Im Moment sind die Unternehmer trotz der derzeitigen Situation optimistisch. Schweizer KMU beurteilen ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut. Dies geht aus der aktuellen KMU Mittelstandstudie hervor. Auch wir haben beobachtet, dass viele Unternehmen gut auf die nun bereits Jahre andauernde Krisensituation vorbereitet waren. Sie haben sich ein finanzielles Polster erarbeitet und blicken nun optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr. Sie haben nicht nur kurzfristige, sondern strukturelle Anpassungen vorgenommen, die sich sicherlich in der aktuellen Situation als Vorteil erweisen.

 

Stabile und sichere Lieferketten sind ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg. Mit welchen Herausforderungen haben KMU im Moment zu kämpfen?

Lieferketten sind ein sehr präsentes Thema. Mit einer stabilen und sicheren Lieferkette können sich Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Sie sind in vielen Branchen zu einem zentralen Kaufkriterium geworden. Die wichtigsten Faktoren in Bezug auf Lieferketten sind für Unternehmen die Liefersicherheit, Kosteneffizienz, Umweltverträglichkeit und Sozialverträglichkeit. Genau dort stecken auch die Herausforderungen. Die steigenden Preise für Rohmaterialien und -komponenten sowie die Unterbrechung von Lieferketten als Folge des Ukraine-Krieges stellen den Schweizer Mittelstand vor grosse Herausforderungen.

 

Eine Liquiditätsplanung ist aktuell fast unmöglich. Macht ein Budget noch Sinn?

Es macht sehr viel Sinn. Ich würde sogar sagen, in der aktuellen Lage ist es noch wichtiger, die Liquiditätsplanung mittels Budget- und Liquiditätsplanung im Griff zu haben. Müssen doch teilweise grössere Vorauszahlungen geleistet werden, um die Kostensicherheit zu haben. Somit nimmt die Liquiditätsplanung eine noch zentralere Rolle ein und kann schlussendlich zu einem Wettbewerbsvorteil werden.

 

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Nur ein Lippenbekenntnis oder steckt mehr dahinter?

Wir beobachten, dass sich KMU intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Die Bedeutung des Themas wird für Unternehmer als sehr hoch eingeschätzt, auch dies geht aus der aktuellen KMU Mittellandstudie hervor. Nachhaltigkeit ist ein weiter Begriff. Zur Verbesserung des ökologischen Fussabdrucks investieren die Unternehmen in die Verbesserung von Energieeffizienz, Mitarbeitersicherheit und -gesundheit, CO2-Reduktion und erhöhte IT- und Cybersicherheit. Die Treiber dafür sind Bestrebungen für besseres Image, höhere Kundenzufriedenheit und Differenzierung gegenüber Wettbewerbern. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation sind Investitionen in nachhaltige Lieferketten somit unumgänglich.

 

Wagen wir einen Ausblick: Welche Themen werden KMU im 2023 beschäftigen und wie geht man damit um?

Es werden ähnliche Themen wie heute sein. Hohe Preise, Verknappung von Energie- und Rohstoffen als Folge des Ukraine-Krieges, Cyber- und Datensicherheit sowie die Disruption von internationalen Wertschöpfungsketten werden Unternehmer auch im neuen Jahr beschäftigen. Unternehmen haben dank der globalen Pandemie gelernt, Krisen zu meistern. Trotz der guten wirtschaftlichen Lage des Mittelstandes darf die aktuelle Krise und die damit verbundenen Auswirkungen auf Preise, die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Energie und Vorprodukten nicht ausser Acht gelassen werden.

 

Wir werden weiterhin nahe bei den Kunden sein, um ihre Bedürfnisse schnell zu erkennen und zusammen nach passenden Lösungen zu suchen. Wir sehen uns als Sparringpartner für die verschiedensten Anliegen und Problemstellungen. Kontaktieren Sie uns, wir sind gerne für Sie da.