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Schweizer BIP: Überfällige Wachstumsbeschleunigung
Schweizer Banknoten
Das Schweizer BIP-Wachstum hat im dritten Quartal weiter an Fahrt aufgenommen. Die Beschleunigung des BIP-Wachstums war überfällig. Die Stimmungsumfragen unter den Schweizer Unternehmen signalisieren bereits seit letztem Jahr eine spürbar schnellere Gangart. Treiber ist die Exportnachfrage.
Im Gegensatz dazu bleibt die Binnennachfrage noch verhalten. Dies gilt einerseits für die inländische Investitionstätigkeit. Die Auslastung der Schweizer Industrie ist mittlerweile wieder auf ein Normalniveau angestiegen. Allerdings wollen beziehungsweise können viele Unternehmen erst nach und nach mit einer nachhaltigen Verbesserung der Margensituation wieder vermehrt Expansionspläne realisieren.
Einkaufstourismus nach wie vor auf hohem Niveau
Neben den Investitionen läuft der Konsum noch auf Sparflamme. Mit dem schwächeren Franken hat sich der Einkaufstourismus zwar nicht mehr ausgeweitet, er bleibt aber auf einem hohen Niveau. Darüber hinaus wirkt sich das in den letzten Quartalen verlangsamte Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum zusammen mit der Rückkehr einer moderat positiven Teuerung dämpfend auf die Realeinkommen aus.
Anstieg des BIP-Wachstums erwartet
Das globale Wachstumsumfeld stellt sich zum Jahresende unverändert positiv dar. Zusammen mit verzögerten positiven Effekten der Frankenabwertung sollte sich die Schweizer Exportdynamik anhaltend solide entwickeln. Und die Beschäftigungspläne der Unternehmen zeigen mittlerweile wieder nach oben, womit für das kommende Jahr auch eine kontinuierliche Verbesserung bei der Binnennachfrage angezeigt ist. Insgesamt wird damit ein Anstieg des BIP-Wachstums von 1,1 Prozent in diesem Jahr auf 1,9 Prozent im 2018 erwartet.
Die BIP-Zahlen dürften die Verbesserung aber aufgrund statistischer Verzerrungen überzeichnen. Das langsamere BIP-Wachstum im 2017 ist wesentlich auf eine geänderte Erfassung der Wertschöpfung internationaler Sportgrossveranstaltungen zurückzuführen. Erlöse aus dem Verkauf kommerzieller Rechte von in der Schweiz beheimateten Sportverbänden werden neu dem Schweizer BIP hinzugerechnet. So haben die Lizenzeinnahmen der olympischen Sommerspiele in Rio sowie der Fussball-EM in Frankreich das Schweizer BIP 2016 angehoben und in diesem Jahr zu einer Korrektur geführt. Die olympischen Winterspiele in Südkorea und die Fussball-WM in Russland werden die Kassen der Sportverbände wieder klingeln und das Schweizer BIP-Wachstum 2018 wohl höher ausfallen lassen.