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07.12.2018

Schweizerische Nationalbank bleibt in der Warteschleife

Schweizer Nationalbank

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Vordrei Jahren hat die US-Notenbank Fed das erste Mal die Leitzinsen erhöht. Inzwei Wochen dürfte US-Notenbankchef Jerome Powell den Leitzins weiterhochschrauben und bei 2.5% festsetzen. Am 13. Dezember kommen auch dieNotenbanker von der Schweizerischen Nationalbank und Europäischen Zentralbankein letztes Mal in diesem Jahr für einen geldpolitischen Entscheid zusammen.

 

Im Gegensatz zu den USAbefindet sich die Geldpolitik in der Schweiz und im Euroraum auch zehn Jahrenach der Finanzkrise weiterhin im Krisenmodus. Ein Abschied von denNegativzinsen ist auch in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Selbst inder Schweiz nicht, wo angesichts der insgesamt sehr robusten Konjunkturlageeine «normalere» Geldpolitik angebracht wäre.

 

EuropäischeZentralbank weiterhin vorsichtig

Die SchweizerischeNationalbank (SNB) dürfte sich weiterhin stark an der Europäischen Zentralbank (EZB)orientieren. Und dort geht es mit der «Normalisierung» der Geldpolitik nur sehrlangsam voran. Am 13. Dezember dürfte EZB-Chef Mario Draghi zwar das definitiveEnde neuer Nettoanleihekäufe bestätigen. Auslaufende Anleihen wird die EZB jedochnoch für längere Zeit ersetzen. Damit bleibt die Zentralbank der Euroländerweiterhin ein wichtiger Spieler auf dem Obligationenmarkt. Aufgrund diesermarktbeherrschenden Stellung dürfte der Anstieg der Kapitalmarktrenditenbegrenzt bleiben. An der bisher ausgegebenen Parole, dass der Leitzins nichtvor Ende Sommer 2019 erhöht werden wird, dürfte Mario Draghi festhalten.Angesichts der verhaltenen Inflationsdynamik sowie der insgesamt eher fragilenKonjunkturlage wird er sich weiterhin vorsichtig zeigen.

 

Zinsschrittder SNB noch zu riskant

Die SNB hat in dieserSituation wenig Handlungsspielraum. Und damit wird der Referenzzins hierzulandebei -0.75% vorerst im Minus bleiben. Bei einer Erhöhung würde die SNB eineweitere Stärkung des Schweizer Franken riskieren, welcher gegenüber dem Euro seitJahresbeginn bereits rund 4% aufgewertet hat. Sie könnte sich dann wiedergezwungen sehen zu intervenieren, um den Franken zu schwächen. WeitereEingriffe am Devisenmarkt würden die Bilanz der SNB, welche bereits auf 140%des Bruttoinlandsprodukts angewachsen ist, weiter aufblähen. Angesichts diesesRisikos sehen wir die SNB nach wie vor in einer Warteschleife und rechnen nichtvor Ende 2019 mit einem ersten Zinsschritt.