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Stolpersteine für die Frankenabschwächung
Finanzinformation
Der Schweizer Franken hat zuletzt gegenüber dem Euro spürbar zugelegt und handelt aktuell wieder auf einem Niveau wie zuletzt im Dezember 2016. Dies verdeutlicht, dass es im Herbst einige Stolpersteine geben wird, die den Euro kontinuierlich unter Druck bringen werden und somit die nachhaltige Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro zwischenzeitlich aus dem Tritt bringen können.
So bleibt der Handelsstreit ein latenter Belastungsfaktor für den Euro. Zusätzlich akzentuieren sich die Unsicherheiten rund um die italienischen Budgetplanungen. Schon jetzt zeichnet sich ein Seilziehen zwischen dem moderaten Finanzminister Giovanni Tria sowie Matteo Salvini und Luigi Di Maio ab, die sich beide für ein Haushaltsdefizit von mindestens drei Prozent einsetzen. Dies würde die ohnehin schon horrende Staatsverschuldung Italiens wohl vollends aus dem Ruder laufen lassen. Und schliesslich dürfte auch die Befürchtung einer Ausweitung der Probleme vieler Schwellenländer dafür sorgen, dass der Schweizer Franken als sicherer Hafen weiterhin in der Gunst der Anleger bleibt. Dies ist für eine baldige und deutliche Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro ebenfalls hinderlich.
Erstmaliges BIP-Wachstum seit dem Frankenschock in Aussicht
Trotz dieses Umfeldes gehen wir nicht davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) zeitnah zum Mittel der Devisenmarktinterventionen greifen wird. Denn die Schweizer Wirtschaft präsentiert sich äusserst solide und zum ersten Mal seit dem Frankenschock zeichnet sich für 2018 wieder ein BIP-Wachstum von mehr als zwei Prozent ab. Zudem haben sich die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und der Eurozone deutlich verringert, was konsequenterweise auch den fairen Wert bei EUR/CHF nach unten drückte. Möchte die SNB nicht der Währungsmanipulation bezichtigt werden, dürfte sie sich also vor voreiligen Interventionen hüten und einen solchen Schritt erst in Betracht ziehen, wenn hierzulande das fundamentale Bild zu drehen droht.
Euro: langfristige Abschwächung gegenüber dem Franken zu erwarten
Obwohl der Euro vorerst also noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben dürfte, erwarten wir auf lange Sicht dennoch eine Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber der Gemeinschaftswährung. Denn 2019 sollte das BIP-Wachstum in der Schweiz und der Eurozone konvergieren, während ab dem kommenden Sommer die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zusehends weniger expansiv ausfallen dürfte. Dadurch sollte sich auf Zwölfmonatssicht die Zinsdifferenz zwischen den USA und der Währungsunion einengen und so dem Euro zusätzlich Aufwind verschaffen, wodurch auch die Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro begünstigt werden dürfte.