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Trump verzückt Chinas Aktionäre
Finanzinfo
Die Aussenpolitik scheintinzwischen Donald Trumps Steckenpferd zu sein. Zumindest bietet sie genügendBildfläche, um die Wähler angesichts sinkender Umfragewerte bei Laune zuhalten. Nicht an allen Fronten läuft es rund. Der chinesische Aktienmarktreagiert hingegeben begeistert.
Die PR-Show mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un fand diese Woche einabruptes Ende. Zumindest ein Tweet zu den «guten» Verhandlungen mit Chinakonnte Trump aber auf der Haben-Seite verbuchen. Bei letzteren scheint eine(Teil-)Einigung in Reichweite. Und so hat Trump den «Waffenstillstand» mit demWirtschaftsrivalen kurzerhand auf unbestimmte Zeit verlängert. Während dieUS-Aktienmärkte dies mit einem leichten Kursplus quittierten, dem bald dieErnüchterung folgte, reagierten chinesische Aktien geradezu euphorisch. DieBörse in Schanghai erziele zu Wochenbeginn mit 5,6 Prozent den grösstenTagesgewinn seit Herbst 2015.
Wachstumsstabilisierung voraus!
Zu verdanken war das Kursfeuerwerk aber nicht allein TrumpsGezwitscher. Auch verdichten sich die Anzeichen, dass die chinesische Regierungihre Reformbemühungen kurzfristig bremst. Dies signalisieren zumindest dieDaten zur Kreditvergabe im Januar, welche eine massive Kreditausweitunganzeigen. Eine Bestätigung im Februar steht zwar noch aus. Sollte es diesegeben, so könnte sich das Wachstum in China zur Jahresmitte aber tatsächlichstabilisieren. Diverse andere Stützungsmassnahmen wie beispielsweise diverseSteuererleichterungen sowie geldpolitische Lockerungen werden dann nämlich ebenfallslangsam ihre Wirkung entfalten.
Oder wieder nur von kurzerDauer?
Nach einer Rally von mehr als 25 Prozent innerhalb von nur zweiMonaten kennt der Optimismus unter chinesischen Aktienanleger nun kaum Grenzen.Doch der stark ausgeprägte Zyklus – von zu Tode betrübt bis himmelhochjauchzend und wieder zurück – ist für den chinesischen Aktienmarkt geradezutypisch. Das massiv angestiegene Handelsvolumen dieser Woche und das zubeobachtende Comeback der Spekulation auf Kredit lassen nun Befürchtungen aufkommen,dass eine weitere solcher Episode folgt. Die Wertpapieraufsicht warnte dahervorsorglich nochmals vor den damit verbundenen Risiken. Ob China der schwierigeSpagat einer «sanften» Landung ohne Förderung eigentlich nicht gewünschterExzesse gelingt, muss in den kommenden Monaten beobachtet werden.