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12.10.2018

US-Zinsen steigen auf ein Mehrjahreshoch

Finanzinfo

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Dieletzten Wochen waren von einer deutlichen Zinsbewegung geprägt. Innerhalb voneinem Monat stiegen die Zinsen in verschiedenen Ländern um teilweise über 25Basispunkte an. In den USA rentieren die 10-jährigen Staatsanleihen (Treasuries)mittlerweile bei 3,2 Prozent und damit auf dem höchsten Niveau seit fast siebenJahren.

 

Sogar in der vonNegativzinsen geprägten Schweiz liegen die Zinsen des 10-jährigen Eidgenossenwieder knapp über der Nulllinie. Die US-Notenbank Fed erhöhte am 26. September 2018wie erwartet die Zinsen um weitere 25 Basispunkte. Fed-Chef Jerome Powell sagtean der Pressekonferenz, dass die Fed noch weit entfernt von einerNormalisierung der «ultralockeren» Geldpolitik sei und entsprechend mitweiteren Zinserhöhungen gerechnet werden muss.

 

StarkerUS-Dollar hinterlässt Spuren

Charttechnisch ist derZinsanstieg über die 3-Prozent-Marke von grosser Bedeutung, denn damit wurdedas mehrjährige Handelsband nach oben verlassen. Mittelfristig dürften die(US-)Zinsen also tendenziell weiter steigen. Neben den negativen Implikationenfür die Anleihemärkte dürfte damit auch der US-Dollar unverändert festnotieren. Da die Europäische Zentralbank (EZB) und auch die SchweizerischeNationalbank (SNB) in den nächsten neun Monaten wohl kaum mit Zinserhöhungenüberraschen werden, nimmt die Zinsdifferenz zugunsten der USA zu. Diesteigenden Zinsen sowie der relativ starke US-Dollar hinterliessen auch Spurenbei den Schwellenländern. Der MSCI Emerging Market Index büsste seit demZinsentscheid vom 26. September beinahe 5 Prozent an Wert ein.

 

HöhereVolatilität erwartet

Wir rechnen in den kommendenMonaten weiterhin mit einer schrittweisen Normalisierung auf der Zinsseite. Mitdem Ende der Anleihekäufe zum Jahresende hin wird auch die EZB die extrem lockereGelpolitik bald hinter sich lassen. Steigende Zinsen führen zu einerNeubewertung der risikobehafteten Anlageklassen. Zukünftige Erträge müssen miteinem höheren Zinssatz abdiskontiert werden, wodurch der Gegenwartswert einerAnlage sinkt. Die vergangenen Tage haben einen ersten Vorgeschmack gegeben,worauf sich Investoren in Zukunft gefasst machen müssen: Höhere Zinsen bedeutenauch eine höhere Volatilität an den Aktienmärkten. Nach einem Jahrzehnt geprägtvon aussergewöhnlich tiefen Zinsen und einer massiven Geldschwemme derNotenbanken ist diese Entwicklung aber unumgänglich.