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Was lange währt, wird endlich gut?
Dies dachte sich wohl zumindest dersaudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Drei Jahre nach der ersten Ankündigungwill das saudische Königshaus sein Silberbesteck – den grössten Erdölkonzernder Welt, Saudi Aramco – nun doch an die Börse bringen.
Auf demPapier ist das Unternehmen tatsächlich eine Perle: Gemäss eigenen Unternehmensangabenfördert Saudi Aramco jedes achte Fass Rohöl auf der Welt. Seine Ölreservenreichen noch 52 Jahre und damit deutlich länger als jene der Konkurrenz vonExxon Mobil, Shell oder Total. Bei einem Umsatz von 244 Milliarden US-Dollarresultierte allein in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einNettogewinn von 68 Milliarden – kein anderes Unternehmen kann da mithalten.Anleger lockt zudem eine Dividende von vier bis fünf Prozent. Dass die wahrscheinlichgrösste Erstplatzierung von Aktien (IPO) aller Zeiten ein Erfolg werden wird,ist dennoch keine ausgemachte Sache.
Dimensionen des Börsengangs verkleinert
Im Vergleich zu ersten Plänen wurden dieDimensionen des Börsengangs jedenfalls schon einmal verkleinert. Die Aramco-Aktiensollen nicht mehr in New York oder London, sondern «nur» an der HeimatbörseTadawul in Riad gelistet werden. Angestrebt wird auch nur noch eineBörsenbewertung von 1,2 bis 1,5 Billionen US-Dollar (anstatt 2 Billionen).Zudem sollen bloss 1 bis 2 Prozent (anstatt 5 Prozent) der Aktien an die Börsegebracht werden. Damit schrumpfen die Einnahmen aus dem IPO, die zurModernisierung der saudischen Wirtschaft und zur Entkopplung von derErdölabhängigkeit genutzt werden sollen, auf rund ein Viertel der zuvoranvisierten 100 Milliarden US-Dollar.
Hohe Einnahmen erwartet
Teuer wäredas Unternehmen aber auch unter diesen Rahmenbedingungen. Trotz der aktuellenRekordjagd an den Börsen könnte Saudi Aramco noch vor Apple (Marktwert: 1,2Billionen US-Dollar) und Microsoft (1,1 Billionen) auf Platz 1 im weltweitenRanking der grössten Firmen landen. Damit sich zu derart hohen Preisen auchgenügend Anleger finden, wurden vorsichtshalber gleich zwei Dutzend Bankenengagiert. Mit zu erwartenden Einnahmen in Höhe von 450 Millionen US-Dollardürfte der Börsengang für diese ein einträgliches
(Weihnachts-)Geschäft werden. Dies allerdings nur dann, wenn die Story auch beiinstitutionellen Investoren verfängt. Angesichts der immer mehr vom Momentum profitierenden«Grünen Welle» sind da durchaus Fragezeichen angebracht.