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Weniger Optimismus beim Weltwirtschaftsforum
Finanzinformation
Das alljährliche Januar-Treffen der globalen (Wirtschafts-)Elite in den Bergen Graubündens hat lange Tradition. Inzwischen ist das World Economic Forum gar zu einem nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden. Auffällig dieses Jahr waren aber vor allem die grossen Abwesenden.
Im letzten Jahr generierte das World Economic Forum (WEF) mittels Mitgliedschaften, Teilnahmegebühren und Partnerschaften einen Umsatz von über 326 Millionen Schweizer Franken. Umsatztreiber waren in den letzten Jahren insbesondere die Kooperationen mit Unternehmen und Beratungsgesellschaften.
Die «Grossen» glänzten mit Abwesenheit
Rund 3‘000 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft trafen sich diese Woche zum 49. Mal in Davos. Thematisch ging es in den rund 350 Veranstaltungen um Themen wie Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Migration oder den Klimawandel. Auffällig war jedoch vor allem wer nicht anwesend war. Donald Trump etwa, der momentan andere Sorgen hat, als sich mit den grossen Fragen unserer Zeit zu beschäftigen. Angesichts der politischen Blockade in der Heimat strich er auch seinen Ministern kurzerhand den Flug über den Atlantik. Die britische Premierministerin May, der französische Präsident Macron und Chinas Xi Jinping hatten ihren Besuch ebenfalls abgesagt. Die Abwesenheiten unterstreichen den Hintergrund, vor dem das diesjährige WEF stattfindet: eine Welt in Aufruhr, die von populistischer Politik angeheizt wird und in der etablierte Institutionen in Frage gestellt werden.
Ein getrübtes Stimmungsbild
Ähnlich wie die monatlichen Stimmungsumfragen in der Industrie zeigte denn auch das WEF-Stimmungsbarometer diesmal weniger Optimismus an. Bei der von der Beratungsgesellschaft PwC vorgestellten Umfrage erwartete jeder Dritte in den kommenden zwölf Monaten eine Wirtschaftsabschwächung. Ein starker Stimmungswandel im Vergleich zum Vorjahr, als nur 5 Prozent der Befragten pessimistisch in die Zukunft blickten. Ins Bild passten da auch die neuen Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dieser erwartet 2019 für die Weltwirtschaft nur noch eine Zuwachsrate von 3,5 Prozent und hat seine Erwartungen insbesondere für die Industrieländer nach unten angepasst. Trübsal wurde dennoch nicht geblasen. Vielmehr war die Meinung von IWF-Direktorin Lagarde, dass das Glas halb voll und eine Rezession nicht um die Ecke sei.