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Zinsnormalisierung setzt sich fort
Finanzinfo
Die Zinsnormalisierung erhält diese Tage neuen Schwung. So haben insbesondere die Zinsen auf amerikanischen Staatspapieren zuletzt deutlich angezogen. Die 10-jährigen Treasury-Renditen etwa notieren aktuell zum ersten Mal seit mehr als vier Jahren über der 3-Prozent-Marke.
Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa sind die Zinsen für Staatsanleihen spürbar gestiegen. Entsprechend dieser synchronen Bewegungen blieben die historisch hohen Zinsdifferenzen von Bund und Eidgenossen zum Treasury zuletzt praktisch unverändert. Dass der USD am aktuellen Rand dennoch zulegen konnte, dürfte demnach mehr auf die insgesamt weiterhin robust ausgefallenen US-Konjunkturdaten zurückzuführen sein. Ebenfalls ist davon auszugehen, dass hinsichtlich der Handelsstreitigkeiten die vom amerikanischen Finanzminister in Aussicht gestellten Annäherungen zwischen den USA und China für den Greenback unterstützend wirken.
Inflation stärker im Fokus
Massgeblicher Treiber für den gegenwärtigen Renditeanstieg dürften die Rohstoffpreise sein. Insbesondere die Rally beim Rohöl macht sich allerdings auch bei den Preisen für Öl-Destillate wie Benzin oder Kerosin bemerkbar, was das Thema Inflation stärker in den Fokus rücken dürfte.
Auch wenn von den steigenden Preisen an den Zapfsäulen die Kernteuerung nicht betroffen ist, dürfte damit die US-Notenbank in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt sein. Dies leistet an den Märkten Mutmassungen Vortrieb, dass die Fed angesichts des zunehmenden Inflationsdrucks eine schnellere Gangart bei der Straffung ihrer Geldpolitik als notwendig erachten könnte. So haben sich die an den Terminmärkten implizierten Zinserwartungen mittlerweile deutlich nach vorne geschoben.
Erwartungen zu ambitioniert
Wir halten diese Erwartungen – zumindest gegenwärtig – als zu ambitioniert. Denn einerseits gehen wir davon aus, dass der Rohstoffrally die Luft ausgeht und die Abwärtsrisiken bei den aktuellen Preisniveaus wieder zugenommen haben. Der inflationsseitige Druck für die Fed sollte damit nicht weiter zunehmen. Andererseits dürften die amerikanischen Währungshüter angesichts des sehr reifen Stadiums, in dem sich die US-Konjunktur befindet, darauf bedacht sein, bei der Zinsnormalisierung weiterhin äusserst behutsam vorzugehen. Vor diesem Hintergrund halten wir zurzeit nach wie vor an unserer Erwartung von zwei weiteren Zinserhöhungsschritten im Jahresverlauf 2018 fest.