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  • Unternehmertum
02.03.2026

Hoffnung auf Trendwende für Schweizer-KMU

  • KMU PMI steigt deutlich und erreicht den höchsten Stand seit 2022
  • Industriebelebung in Europa und exportorientierte KMU als Haupttreiber
  • Erstmals berechtigte Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Industriekrise

St.Gallen, 2. März 2026. Der Raiffeisen KMU PMI ist im Februar von 50,2 auf 53,5 Punkte gestiegen und erreicht damit den höchsten Stand seit 2022. Besonders die exportorientierten KMU melden eine deutliche Verbesserung der Geschäftslage. Die globale Industriekonjunktur hat in den vergangenen Monaten wieder an Fahrt gewonnen. Zudem gibt es Hinweise, dass nach vier Jahren auch die deutsche Industrie wieder wächst. Die Schweizer KMU profitieren entsprechend von einer höheren Bestelltätigkeit.

 

Auftrags- und Produktionskomponenten deutlich höher

Die Auftragskomponente kletterte im Februar von 50,8 auf 55,6 Punkte und leistete damit den grössten Beitrag zum Anstieg des PMI. Mit der verbesserten Auftragslage nahm auch das Produktionsvolumen zu und stieg von 52,3 auf 55,0 Punkte. Ein weiteres positives Signal ist, dass die KMU ihre Einkaufslager wieder aufstocken. Die entsprechende Komponente verbesserte sich im Februar von 50,9 auf 53,0 Punkte. Zudem ist die Beschäftigungskomponente nicht länger rückläufig: Nach vier Monaten im Kontraktionsbereich überschritt sie wieder die 50‑Punkte‑Marke.

 

KMU blicken zuversichtlich nach vorne

Der entscheidende Treiber des PMI-Anstiegs im Februar war die Erholung in Europa, insbesondere in Deutschland. Die Investitionsoffensive der deutschen Koalitionsregierung verleiht der Industrie nach einer langen Rezessionsphase erstmals wieder neue Impulse. Wie eine Sonderumfrage von Raiffeisen zeigt, sind die Produktionskapazitäten bei etwa jedem zweiten Exportunternehmen noch zu wenig ausgelastet. Viele KMU blicken aber mit Zuversicht in die nähere Zukunft: Mehr als die Hälfte der Exportunternehmen erwartet in den nächsten drei Monaten eine steigende Auslastung, während nur rund 15 Prozent mit einem weiteren Rückgang rechnen.

«Der kräftige Anstieg des KMU PMI im Februar ist ein wichtiges Signal. Vor allem die exportorientierten Unternehmen profitieren von der besseren Industriekonjunktur in Europa. Die steigenden Aufträge und die Erholung der Produktion lassen erstmals seit langer Zeit berechtigte Hoffnung auf ein Ende der Industriekrise zu», erklärt Domagoj Arapovic, Senior Economist bei Raiffeisen Schweiz.

 

Über den KMU PMI von Raiffeisen

Der Raiffeisen KMU PMI beruht auf demselben Konzept wie die bewährten Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Manager's Index). Rund 200 Firmenkunden von Raiffeisen aus allen Branchen des verarbeitenden Gewerbes werden monatlich zu verschiedenen Aspekten ihrer Geschäftsaktivität befragt. Dank der grossen Firmenkundenbasis der Raiffeisen Gruppe und der lokalen Verankerung der Raiffeisenbanken ist der KMU PMI breit abgestützt und repräsentativ für die ganze KMU-Landschaft. Die befragten KMU geben eine Einschätzung zu verschiedenen Aspekten der Geschäftsaktivität ab. Die Antworten werden in mehrere, gewichtete Subkomponenten unterteilt, die zu einem Gesamtindex zusammengeführt werden. Die Subkomponenten sind: Auftragsbestand (30%), Produktion (25%), Beschäftigung (20%), Lieferfristen (15%) und Einkaufslager (10%). Indexwerte von über 50 Punkte zeigen eine Expansion gegenüber dem Vormonat an, während Werte von unter 50 auf eine rückläufige Geschäftslage schliessen lassen.