Wie reagiert unsere Pensionskasse?

Anpassung der Anlage- und Leistungsstrategie

Drucken

Anpassung der Anlagestrategie an das veränderte Marktumfeld

Unsere Pensionskasse hat in den letzten Jahren auf die angespannte Zins- und Aktienmarktsituation mit Anpassungen der Anlagestrategie reagiert, insbesondere mit der Umschichtung von festverzinslichen Anlagen zu Sachwerten (Aktien, direkte Immobilien, Alternative Anlagen), ohne dabei die Massnahmen zur Absicherung der damit eingegangenen Risiken zu vernachlässigen.

Die Anpassungen betreffen sowohl die strategischen Zielwerte für die einzelnen Anlagekategorien, als auch die vom Verwaltungsrat zuhanden der Anlagekommission festgelegten taktischen Bandbreiten, die eine rasche Reaktion auf Marktveränderungen zulassen.

Vergleich der Anlagestrategien 2015 und 2018

Vergleich der Anlagestrategien 2015 und 2018

Seit mehreren Jahren verfolgen wir eine Absicherungstaktik, die unsere Pensionskasse vor den negativen Folgen massiver Markteinbrüche, wie beispielsweise jenem im Jahr 2008, bewahren soll.

Wie die Mehrzahl der Pensionskassen sichern wir die meisten unserer Fremdwährungsrisiken ab (FX hedging). Darüber hinaus sichern wir einen Grossteil unseres Aktienengagements (indexnahe Anlagen) mit Put-Optionen ab, die ab einer bestimmten Kurskorrektur wie eine Versicherung greifen. Dies senkt das Risiko eines plötzlichen Deckungsgradsturzes, schmälert aber bei steigenden Aktienkursen die Rendite etwas. Die Aktienabsicherungen erlauben es uns aber, eine weiterhin recht hohe Aktienquote zu halten und so vom Wertanstieg zu profitieren.

Der sicherheitserhöhende Effekt der Aktienabsicherungen zeigt sich eindrücklich, wenn man die Strategie in den Jahren 2011 bis 2017 bezüglich Rendite und Risiko (Volatilität) mit der tatsächlich umgesetzten Taktik vergleicht. Bei deutlich tieferer Volatilität konnten im Betrachtungszeitraum nahezu die Durchschnittsrendite der strategischen Benchmark erreicht werden. In derselben Zeit waren unsere Aktienanlagen im Gegenzug gegen Kurssenkungen von über 10% abgesichert.
 

Anpassung der Leistungsstrategie an das veränderte gesellschaftliche Umfeld

Um bei sinkenden Renditeerwartungen und steigender Lebenserwartung eine systematische Umverteilung von Pensionskassengeldern zu verhindern und die langfristige finanzielle Stabilität einer Pensionskasse zu sichern, gibt es nur eine Lösung: Die technischen Grundlagen müssen angepasst werden.

  • Der Verwaltungsrat beschloss im Jahr 2012, den technischen Zins von damals 3,5% auf 2,5% zu senken. Mit der Anpassung in den Jahren 2012-2018 erfolgte die Korrektur der technischen Grundlagen auf Basis der Lebenserwartung und der damaligen Renditeaussichten. Damals war unsere Pensionskasse eine der ersten in der Schweiz, die ihre Grundlagen anzurühren wagten und die Anpassungen zugunsten einer stabileren Zukunft umsetzten.
  • Vor dem Hintergrund der weiterhin negativen Entwicklung der Rahmenbedingungen für unsere Pensionskasse beschloss der Verwaltungsrat im Jahr 2017 eine weitere schrittweise Anpassung des technischen Zinssatzes von 2,5% auf 2,0% bis ins Jahr 2023. In der Folge sinkt der Umwandlungssatz im Alter 65 nochmals von 5,65% im Jahr 2018 auf 5,0% im Jahr 2023.

Der Grund für die nochmalige Anpassung der Leistungsstrategie in den Jahren 2018-2023 ist, dass in den nächsten Jahren mit einer Anlagerendite von unter 2,5% gerechnet werden muss. Ohne die nochmalige Anpassung hätte man erneute systematische Umverteilungen bewusst in Kauf genommen.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sind der Überzeugung, dass mit diesem neuerlichen Schritt das Nötige und Richtige getan worden ist, um für die aktuellen und künftigen Versichertengenerationen eine stabile und faire Pensionskasse zu schaffen.

Detailliertere Informationen zur Leistungsstrategie ab 2018 hierzu finden Sie in der Broschüre «Den bewährten Weg weitergehen» (PDF, 492.4KB).

Die Hintergründe zur vorangegangenen Anpassung der Leistungsstrategie in den Jahren 2013-2018 hierzu finden Sie in der Broschüre «Sichere Renten – heute und in Zukunft».